Herzschmerz: Männer leiden öfter unter Liebeskummer

Auch wenn Männer häufig als das starke Geschlecht dargestellt werden, leiden sie im Durchschnitt mehr unter Trennungen als Frauen. Sie sind auch seltener diejenigen, die die Beziehung beenden.
Autor: Teresa Frank, 15.04.2022 um 09:05 Uhr

Man kann nicht schlafen. Man kann nicht essen. Liebeskummer ist mit Sicherheit eines der schlimmsten Gefühle, die man durchleben muss – egal, ob es nun die erste Liebe als Teenie oder eine längere Beziehung als Erwachsener ist. Wie eine Studie der Partneragentur „Parship“ zeigt, leiden 45 Prozent der Österreicher nach dem Ende der Beziehung unter Liebeskummer. 

Gebrochene Männerherzen

In der Studie ließen sich große Unterschiede bei den Geschlechtern feststellen. So gab die Hälfte der befragten Frauen gab an, die letzte Beziehung beendet zu haben, während bei den Männern nur etwa 21 Prozent diesen Schritt getan haben. Dementsprechend leiden Männer auch häufiger unter Liebeskummer: Fast 60 Prozent sagten, nach einer Trennung davon betroffen zu sein. Zwar taucht dieses Gefühl im Schnitt bei weniger Frauen auf – 46 Prozent – doch dafür leiden sie umso länger daran. Mit 12 Monaten dauert der Liebeskummer für Frauen doppelt so lange wie für Männer. „Liebeskummer zeigt sich auf unterschiedliche Art und Weise in der Dauer und Intensität. Man durchläuft meist mehrere Phasen, die von Symptomen wie Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, Antriebslosigkeit und Zukunftsängsten begleitet werden können. Oft helfen der Zeitfaktor und die Aktivierung diverser Ressourcen. Freunde und Familie sind bei der Bewältigung dieses emotionalen Ausnahmezustands eine besonders wichtige Stütze“, erläutert Caroline Erb, Psychologin bei Parship.at.

Man durchläuft meist mehrere Phasen, die von Symptomen wie Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, Antriebslosigkeit und Zukunftsängsten begleitet werden können. Oft helfen der Zeitfaktor und die Aktivierung diverser Ressourcen.

-Caroline Erb, Psychologin 

Trennungsgründe

Die Gründe für die Trennung unterscheiden sich nicht nach dem Geschlecht, sondern eher nach dem Alter. Denn je nachdem, in welcher Lebensphase man sich gerade befindet, legt man auf unterschiedliche Aspekte der Beziehung am meisten Wert. So trennen sich Paare unter 30 Jahren am häufigsten, weil die Verliebtheit zwischen ihnen verschwunden ist oder weil zu wenig Zeit in die Partnerschaft investiert wurde. Auch die Eifersucht spielt in dieser Altersgruppe eine große Rolle: 15 Prozent der Paare trennen sich deshalb. Ebenso wichtig ist der Familien- und Freundeskreis. Harmoniert dieser nicht mit dem Partner, entscheiden sich 14 Prozent der Österreicher für eine Trennung. 

Trennung wegen zu wenig Sex

Die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen unterscheidet sich davon stark. Hier führen zu viele Streitigkeiten oder fehlende Gemeinsamkeiten zum Beziehungsende. Wer über 60 ist, legt auf andere Dinge wert. In dieser Altersgruppe gaben die meisten an, sich auseinander gelebt und deshalb getrennt zu haben. Ein Viertel trennt sich wegen zu wenig Sex und bei rund 17 Prozent haben finanzielle Streitigkeiten zur Trennung geführt. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass sich die Prioritäten in einer Partnerschaft mit dem Alter verlagern. Je nach aktueller Lebensphase werden Situationen und Bedürfnisse anders bewertet, die letztendlich zu einer Trennung führen können“, so die Psychologin.