Japan: Lokführer geht bei Tempo 150 aufs Klo

Harndrang ist etwas sehr unangenehmes. Noch blöder ist es, wenn man am Arbeitsplatz sitzt und diesen eigentlich nicht verlassen darf. So ist es einem japanischen Lokführer, der mit seinem Zug gerade mit 150 km/h unterwegs war, gegangen. Aus Scham informierte er aber nicht seinen Vorgesetzten, sondern ließ sich von einem eigentlich unqualifizierten Schaffner vertreten, während er bei Höllentempo seine Notdurft verrichtete. Dabei war der Shinkansen mit Tempo 150 noch einigermaßen gemächlich unterwegs. Japans Hochgeschwindigkeitszüge erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 360 km/h und verbinden die vielen Großstädte des Inselstaates.

Akute Lebensgefahr für die Passagiere des Zuges dürfte aber nicht bestanden haben, denn diese superschnellen Züge werden von einer zentralen Leitstelle kontrolliert und fahren de facto autonom. Die Lokführer müssen jedoch trotzdem ständig anwesend sein, um im Notfall eingreifen zu können. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn just in diesem Moment ein unerfahrener Schaffner am Ruder des schnellen Zuges gesessen wäre. In so einem Fall wäre laut Vorschrift eine Info an die Zentrale, oder ein kurzer Halt notwendig.

Ob die dringend notwendige Session am Zugklosett für den Lokführer Konsequenzen gehabt hat, ist nicht bekannt.

Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 26.05.2021