4 Lagen: Wie man richtig schwimmt

Schwimmen ist seit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen fester Bestandteil des olympischen Programms, und dennoch gibt es wenige Österreicherinnen und Österreicher, die tatsächlich richtig schwimmen. Das Baden, das viele von uns gerne als Mittel zum Zweck gegen die Bekämpfung der Hitze und der direkten Sonne nutzen, wird hier ausnahmsweise nicht als Schwimmen gezählt. Dabei geht es um mehr als darum, "sich über Wasser zu halten".

1. Delfinschwimmen bzw. Butterfly

Die komplexeste Schwimmart - Butterfly | Credit: iStock.com/petrelos

Das Delfinschwimmen (international Butterfly genannt), ist die wohl technisch komplexeste Lage für den Laien. Auch nach jahrelangem Training kann einem diese Variante immer noch schwer fallen, da die Kombination von Kraft, Ausdauer und Koordination äußerst kräfteraubend ist.

  • Die Arme ziehen hier beide gleichzeitig (meist in einer „S-Form“) von der Überkopf-Position durch das Wasser, werden über dem Wasser wieder nach vorne gebracht, bevor der Zyklus wieder von vorne beginnt.
  • Hierbei ist wichtig, dass die Arme in gestreckter Form nach vorne gebracht werden, sprich die Ellbogen gestreckt sind. Währenddessen findet die Beinbewegung statt. Die Knie bleiben hierbei geschlossen.
  • Die Beinbewegung ist einem Flossenschlag eines Delfins sehr ähnlich - man streckt beide Beine gleichzeitig von einer leichten Hohlkreuzbewegung (Ausholbewegung) bis zur kompletten Streckung der Knie.
  • Pro Armzug darf man nur zwei Beinschläge machen, einer findet während der Zugphase und der andere am Ende der Rückholphase statt.

2. Rückenschwimmen

Dem Kraulschwimmen ähnlich - das Rückenschwimmen | Credit: iStock.com/microgen

Das Rückenschwimmen ist die einzige der vier Lagen, in denen man tatsächlich am Rücken liegt, und somit der Schwimmer nicht sieht, was vor ihm liegt. Dadurch ergibt sich vor allem in ungeleinten Becken die Gefahr, dass man mit anderen Schwimmern zusammenstößt oder gegen die Wand schwimmt. Daher benötigt es nicht das Tempo von Profischwimmern. Technisch gesehen ist das Rückenschwimmen dem Kraulschwimmen sehr ähnlich.

  • Der Armzug wird wechselseitig ausgeführt: Der Arm wird über dem Kopf seitlich vom Körper mit gebeugtem Ellbogen durchs Wasser gedrückt, bis man den Ellbogen wieder gestreckt hat und die Hand beim Oberschenkel angelangt ist.
  • Nach der aktiven Druckphase beginnt die Rückholphase, die über dem Wasser stattfindet. Hier wird der Arm, der soeben die Druckphase beendet hat, mit gestrecktem Ellbogen über Wasser vor dem Körper zurückgeführt und ebenso gestreckt über dem Kopf ins Wasser eingesetzt.
  • Während sich der eine Arm in der Rückholphase befindet, befindet sich der andere Arm in der Druckphase.
  • Der Beinschlag ist durch eine äußerst simple Auf- und Abbewegung geprägt, die in der Hüfte ihren Ursprung nimmt und durch Beugung und Streckung in den Knien verstärkt wird.

3. Brustschwimmen

Beim Brustschwimmen muss viel Kraft aufgewendet werden | Credit: iStock.com/quintanilla

Das Brustschwimmen ist die wohl bei Breitensportlern beliebteste aller Schwimmtechniken, allerdings wenn es um die technisch korrekte Ausführung geht, eine der schwersten Schwimmstile. Um einen häufigen Fehler, der langfristig auch gesundheitliche Folgen haben kann, vorwegzunehmen, muss man erwähnen, dass das Brustschwimmen mit erhobenem Kopf nicht zu empfehlen ist. Hier kann es langfristig zu Schmerzen in der Nackenwirbelsäule kommen.

  • Die Ausgangslage ist in Bauchlage - man liegt gestreckt mit den Armen über den Kopf hinweggestreckt im Wasser.
  • Der Armzug beginnt mit beiden Armen gleichzeitig, indem die Hände und Arme nach außen geöffnet werden.
  • Wenn sich die Arme in ca. 45 Grad vom Torso befinden, beugen Sie die Ellbogen und drücken entgegen der Schwimmrichtung, bis sich Ihre Hände unter Ihrem Brustkorb befinden.
  • In der Rückholphase werden die Arme bis in die Überkopf-Position gestreckt.
  • Der Brustbeinschlag findet während der Rückholphase der Arme statt, hierbei ist zu beachten, dass man die Beinbewegung synchron durchführt und die Beine ganz schließt, um den optimalen Schub zu bekommen.
  • Die Atmung findet während der Rückholphase der Arme statt, hier wird der Kopf kurz aus dem Wasser gehoben, während der Zugphase befindet sich der Kopf bzw. das Gesicht im Wasser.

4. Kraulschwimmen

Beim Kraulschwimmen kommt man am schnellsten voran | Credit: iStock.com/Jacob Ammentorp Lund

Das Kraulschwimmen ist die schnellste und ökonomischste Art, sich im Wasser fortzubewegen. Kraul kann man kilometerlang schwimmen, ohne dass Ermüdungserscheinungen auftreten, wie es etwa beim Delfinschwimmen nach wenigen Metern bereits der Fall ist.

  • Hier bewegen sich die Beine bloß auf und ab, gleich wie beim Rückenschwimmen, nur dass man sich diesmal in Bauchlage befindet.
  • Die Arme beginnen die Druckphase wieder gestreckt in der Überkopf-Position.
  • Die erste Bewegung des Armzugs ist eine Kombination von Ellbogenbeugung und leichter Schulterbewegung entgegen der Schwimmrichtung.
  • Wenn sich der Ellbogen so gebeugt hat, dass sich der Unterarm im 90 Grad-Winkel zur Schwimmrichtung befindet, drücken Sie Ihren gesamten Arm entgegen der Schwimmrichtung, bis sich Ihre Hand wieder auf der Höhe Ihres Oberschenkels befindet.
  • Nun beginnt die Rückholphase über der Wasseroberfläche: Hier ist es wichtig, dass Sie den Ellbogen beugen und Ihre Hand nicht das Wasser berührt, da sonst unnötiger Widerstand entstehen würde.
  • Während der Arm zur Überkopf-Position geführt wird, ist auch der passende Zeitpunkt für die Atmung. Die Atmung erfolgt jeweils zu jener Seite, wo der Arm gerade die Rückholphase durchführt. Theoretisch könnten Sie jeden Zug atmen, allerdings wird empfohlen, die Atmung zumindest auf jeden zweiten, idealerweise auf jeden dritten Zug zu reduzieren.
  • Gleich wie beim Rückenschwimmen befindet sich immer ein Arm in der Druckphase und der andere in der Rückholphase.

Zum Autor

Vielseitigkeit zeichnet Passion Author Christian Scherübl aus: Als ehemaliger Leistungssportler weiß der angehende Germanist aus Graz, worauf es beim harten Training ankommt. Von persönlichen Erfahrungen handeln seine Beiträge auf www.weekend.at.

Autor: Christian Scherübl, 16.05.2021