Pentagon implantiert Corona-Chip

Klingt nach Science Fiction, ist aber Realität: Ein unter die Haut implantierter Chip soll Covid-19-Infektionen künftig frühzeitig erkennen. Entwickelt wurde der Mikrochip von der US-Behörde für militärische Forschung DARPA (Defence Advanced Research Projects Agency). Dabei handelt es sich um einen Sensor, der in ein gewebe-ähnliches Gel eingebettet ist. Im Körper erkennt er chemische Reaktionen, die von der Krankheit ausgelöst werden. DARPA-Forscher Dr. Matt Hepburn vergleicht den Chip im US-Fernsehen mit einer Kontrollleuchte im Auto. Bevor erste Symptome ausbrechen, schlägt der Mikrochip Alarm. Das Signal erhält nicht nur der Betroffene, sondern auch eine zentrale Stelle. Diese leitet weitere Maßnahmen ein.

Implantierter Chip erfasst keine Bewegungsdaten

Innerhalb von drei bis fünf Minuten könne das Ergebnis mittels Test bestätigt werden. Je schneller eine Infektion entdeckt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Auch zur Eindämmung leistet die Früherkennung einen wertvollen Beitrag. Die Behörde beeilt sich zu betonen, dass der Mikrochip keine Bewegungsdaten aufzeichnet. Tatsächlich wird an Sensoren zur Früherkennung von Krankheiten und Pandemiebekämpfung seit Jahren gearbeitet und geforscht.

Wo der Corona-Chip zum Einsatz kommt

Ein massiver Corona-Ausbruch auf der Theodore Roosevelt hat die Bemühungen im letzten Jahr stark beschleunigt. Über 1.300 Besatzungsmitglieder des Flugzeugträgers haben sich innerhalb kürzester Zeit angesteckt. Hätte es ein Frühwarnsystem gegeben, hätten die ersten Infizierten schneller isoliert werden können. Generell zählen die US-Streitkräfte zu den am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen in den USA: Mehr als 250.000 der 1,3 Millionen Mitglieder war bislang positiv. Der Corona-Chip bzw. -Sensor steht aktuell in den letzten Zügen der Testphase.  

Neue Behandlungsmöglichkeit bei Corona

In einem anderen Projekt ist es den US-Forschern gelungen, das Virus aus dem Blut eines Patienten zu filtern. Künftig könnte die Dialyse in der Behandlung von Covid zum Einsatz kommen. Hepburn berichtet in der CBS-Sendung von Patient 16. Trotz septischem Schock und voranschreitendem Organversagen, konnte er sich nach vier Tagen Dialyse vollkommen erholen. Die Methode ist mittlerweile für den Notfalleinsatz in den USA zugelassen. Fast 300 Patienten wurden bisher behandelt.

Autor: Stefanie Hermann, 15.04.2021