Warum diese Frau Millionen Mütter zu Tränen rührt

Es sollte die Krönung ihres gemeinsamen Glücks sein: Töchterchen Eisele Kaye - gerade zwei geworden - sollte noch einen Bruder oder eine Schwester bekommen. Doch die Euphorie über die zweite Schwangerschaft von Hillary Scott endete über Nacht. Die Sängerin des Erfolgstrios Lady Antebellum verlor im Herbst 2015 im fortgeschrittenen Schwangerschaftsstadium ihr Baby, ohne dass die Öffentlichkeit davon etwas mitbekommen sollte. Auf die unendliche Trauer, die sie und ihr Ehemann Chris Tyrell fühlten, folgte ein Bad der Emotionen: Verzweiflung, Wut, Ohnmacht und Depression.

Neuer Mut für Mütter

Scott ließ ihren Gefühlen freien Lauf und verarbeitete diese in einer Reihe von Songs. Zur Präsentation des Albums im Sommer 2016 brach sie ihr Schweigen und machte ihre Fehlgeburt öffentlich. Nicht zuletzt, um anderen Frauen Mut zu machen, es wieder zu versuchen. Binnen weniger Wochen folgten ihrem Beispiel zahlreiche Mütter, die ähnliches erlebt und durchlitten hatten. In zahlreichen amerikanischen Fernsehsendungen wurde das immer noch tabuisierte Thema aufgegriffen. Und auch Monate danach reißen die Reaktionen nicht ab.

Scotts Worte rühren Menschen

Parallel dazu wurden Scotts Musik-Videos millionenfach angeklickt, Passagen ihrer Songtexte in Foren und Artikeln zitiert. Vor allem die folgenden Zeilen aus ihrem Song "Thy Will Be Done" ("Dein Wille geschehe"):

"Ich möchte nicht glauben
und werde es vermutlich nie verstehen,
dass mein gebrochenes Herz Teil deines Plans ist."

Die Sängerin hadert darin mit dem Schicksal - und mit Gott. Doch nicht nur überzeugte Christen zeigten sich von ihren offenen Worten angesprochen, wie die zahlreichen Statements im Netz zeigen. Ähnlich wie die YouTube-Userin Amy Chasing Rainbows drücken es viele Frauen aus:

"Genau diese emotionale Reise habe ich durch meine wiederholten Fehlgeburten erlebt. Ich liebe dieses Lied."

Andere Mutter als früher

Ob ihre Erfahrung Hillary Scott als Mutter verändert habe? Ja, gesteht sie in einem Interview: "Für meine Tochter bin ich jetzt eine andere Mutter als früher. Ich umarme sie jetzt noch ein bisschen inniger."

Autor: Ute Daniela Rossbacher, 02.03.2017