"Godzilla": 110 Meter hohe Metapher für die Katastrophe von Fukushima

Eines können wir jetzt schon sagen:

"Godzilla"

wird bombastisch! Und das nicht nur aufgrund eines Produktions- und Marketingbudges von rund 100 Millionen Dollar und beeindruckender CG-Effekte – belastet mit dem Trauma von Fukushima ist der neue "Godzilla" nicht nur SciFi-Blockbuster, sondern auch intelligentes Katastrophenkino.

Imposante Metapher für atomare Gefahren

Schon der Original-"Godzilla" war eine Reaktion japanischer Filmemacher auf die Atombombenversuche im Pazifik: Das Mega-Monster steigt aus der tokioter Bucht und macht die Stadt dem Erdboden gleich. Godzilla verseucht das Wasser, erhöht die Ozean-Temperatur und verursacht Mutationen. Während das gigantische Meeres-Ungeheuer in den früheren Fassungen (insgesamt 28 "Godzilla"-Filme hat Japan produziert) ein Fleischfresser ist, ernährt es sich später von nuklearer Strahlung. Kurz: Godzilla war schon immer eine lebende Nuklear-Gefahr auf zwei Beinen. Und daran hat sich bis dato nichts geändert. Regisseur Gareth Edwards zufolge repräsentiert auch seine "Godzilla" Neuinzenierung die Atomangst sowie die Furcht vor nuklearbedingten Naturkatastophen.

"Als wir an dem Film gearbeitet haben, passierte der furchtbare nukleare Unfall von Fukushima und wir mussten eine Entscheidung treffen: Ignrorieren wir das oder nehmen wir zur Kenntnis, dass wenn Pandoras-Büchse der Atomkraft erst einmal geöffnet ist und etwas schief geht, es wirklich absolut schief geht?", so der junge Filmemacher gegenüber denUS-Medien.

Comeback der Riesen-Echse

Geschickt knüpft der neue "Godzilla" an das Trauma der Reaktorkatastrophe von Fukushima an, ohne das Thema allzu plakativ auszuschlachten. Der Vorspann deutet die pazifischen Atombombentests der Nachkriegsjahre als Versuch um, ein versehentlich gewecktes Urzeitmonster zu töten. Knapp 50 Jahre später wird ein japanischer Atomkraft-Reaktor durch Erdstöße zerstört. Bei dem Unglück verliert der Atomphysiker Brody (Bryan Cranston) seine Frau (Juliette Binoche).

15 Jahre später glaubt Brody noch immer nicht an die natürliche Ursache der Katastrophe. Zusammen mit seinem Sohn (Aaron Taylor-Johnson) dringt er in das verseuchte Gebiet ein – und entdeckt, dass die Sperrzone bloß als Tarnung für eine Geheimanlage dient, in der ein kryptisches Monster-Ei erforscht wird. Als daraus ein Rieseninsekt schlüpft, das sich von Atomkraft ernährt und eine Spur der Verwüstung hinterlässt, sucht das US-Militär verzweifelt nach einem Weg, es aufzuhalten. Ichiro Serizawa (Ken Watanabe), der die Urzeitmonster seit Jahrzehnten erforscht, glaubt die einzige Lösung zu kennen – ein sagenumwobenes weiteres Monster: Godzilla!

Optisch ist der neue "Godzilla" zwar an das Original aus dem Jahr 1954 angelehnt, unterscheidet sich durch seine imposante Erscheinung aber dennoch vom Prototyp: Mit 110 Metern ist er alleine doppelt so hoch wie sein Ahne. Dank neuester Spezial Effects in 3D sieht die Original-Echse gegenüber ihrem jüngstes Pendant ehrlichgesagt ziemlich mickrig aus.

Ab Donnerstag, den 15. Mai, macht die spektakuläre Wiedergeburt des Monsters "Godzilla" in Österreich die Leinwand unsicher. Wer nicht so lange warten möchte, kann das Remake des Monster-Klassikers aber schon am 14. Mai im Rahmen einer der Mitternachts-Previews in 3D erleben. Tickets für die Mitternachtspremiere finden Sie unter www.megaplex.at und www.cineplexx.at

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Autor: Elisabeth Spitzer, 14.05.2014