Wolkenbruch in Italien: Straßen unter Wasser, Tornados verwüsten Sizilien
- Wolkenbruch setzte Straßen in Apulien unter Wasser
- Tornados beschädigten Häuser und Schule auf Sizilien
- Überflutungen auch in Neapel und auf Ischia
- Erhöhte Unwetterwarnung für mehrere Regionen
- Weitere Regenfälle möglich
Heftige Unwetter haben in den vergangenen Tagen in Süditalien Straßen überflutet und erhebliche Schäden verursacht. Ein Wolkenbruch in Apulien hat am Donnerstag Teile der Region unter Wasser gesetzt. Am Freitag richteten Tornados auf Sizilien schwere Schäden an, mehrere Menschen wurden verletzt. Auch am heutigen Samstag gelten in mehreren Regionen erhöhte Wetterwarnungen.
Wolkenbruch setzte Straßen in Apulien unter Wasser
Besonders betroffen war am Donnerstag die Stadt Nardò auf der Halbinsel Salento in Apulien. Innerhalb von rund zwei Stunden gingen heftige Regenfälle nieder. Straßen verwandelten sich in Wasserläufe, Kanaldeckel wurden durch den Wasserdruck angehoben.
Das Wasser drang in Dutzende Erdgeschosswohnungen und Geschäftslokale ein. Mehrere Geschäfte mussten schließen, Autos blieben auf überfluteten Straßen liegen. Auch die benachbarten Gemeinden Parabita und Matino waren betroffen. Verletzte wurden zum Glück nicht gemeldet.
Tornados beschädigten Häuser und Schule auf Sizilien
Auf Sizilien verursachten am Freitag zwei Windhosen im Raum Marsala schwere Schäden. Die Wirbelstürme zogen vom Meer an Land und beschädigten Dächer, Häuser und landwirtschaftliche Flächen. Bäume und Strommasten stürzten um, Fahrzeuge wurden umgeworfen. Straßen- und Bahnverbindungen waren zeitweise beeinträchtigt.
Besonders schwer traf es die Schule Alcide De Gasperi im Ortsteil Terrenove. Rund 300 Schülerinnen und Schüler mussten das Gebäude verlassen. Acht Kinder erlitten leichte Verletzungen. Einige von ihnen wurden zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.
Im nahe gelegenen Petrosino schleuderte eine Windhose ein Auto in einen Graben. Die beiden Insassen wurden verletzt und ins Krankenhaus gebracht.
Überflutungen auch in Neapel und auf Ischia
Auch in Kampanien führten starke Regenfälle zu Problemen. In den Neapler Stadtteilen Fuorigrotta und Bagnoli standen Straßen unter Wasser. Im Stadtzentrum stürzte ein Baum um. In Pozzuoli brach eine Mauer bei einem Supermarkt ein.
Auf der Insel Ischia kam es zu Überflutungen und kleineren Erdrutschen. Ein Ausfall der Telekommunikation beeinträchtigte mehr als zwei Stunden lang Tausende Anschlüsse. Davon war auch die Kommunikation von Einsatzkräften betroffen.
Erhöhte Unwetterwarnung für mehrere Regionen
Der italienische Zivilschutz warnt für den heutigen Samstag vor weiteren starken Niederschlägen, Gewittern und Sturmböen. Für Sizilien sowie Teile Kalabriens, Apuliens und Kampaniens gilt die Unwetterwarnstufe Orange. In weiteren Gebieten wurden Warnungen der Stufe Gelb ausgegeben.
Besonders an der Küste und in bereits durchnässten Gebieten besteht die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen. Ein Tiefdruckgebiet im Bereich Sardiniens führt weiterhin feuchte Luft über das Mittelmeer nach Süditalien.
Weitere Regenfälle möglich
Nach Wetterprognosen sind örtlich Niederschlagsmengen von mehr als 50 Litern pro Quadratmeter möglich. Vereinzelt könnten die Mengen auch 100 Liter übersteigen. Neben Süditalien sind Gewitter im Bereich der östlichen Adria und des südlichen Balkans möglich.