Extrem-Winter auf Kamtschatka: Bilder sind KI-Fake
- Keine eingeschneiten Hochhäuser
- Merkmale von KI-Content
- Wadsak entdeckt Übersetzungsfehler
- Winter in Kamtschatka dennoch heftig
Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka herrscht derzeit ein außergewöhnlich harter Winter mit heftigen Schneefällen und massiven Verwehungen. Extreme Bilder, die aus der Region viral gingen, wurden nun jedoch als Fake und KI-generiertes Material entlarvt. Nichtsdestotrotz kämpft die Bevölkerung aktuell mit enormen Herausforderungen. Umso dreister ist es, dass zusätzlich auch noch gefälschte News in Umlauf gebracht werden.
Keine eingeschneiten Hochhäuser
Wer sich beim Anblick der bis zum fünften Stock eingeschneiten Häuser gedacht hat: „Das kann doch nicht wahr sein“, lag richtig. Die Bilder entsprechen nicht der Wahrheit, wie die Plattform Mimikama (Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch) nun aufgedeckt hat. 50 Meter hohe Schneewände, Städte, die bis zur Dachhöhe im Schnee versinken, oder Hochhäuser, die bis zur Hälfte von Schnee umgeben sind, hat es nie gegeben. Die in Umlauf gebrachten Bilder und Videos wurden mit KI generiert und sind eindeutig Fake. Auch die polnische Faktencheck-Organisation Demagog kommt zu demselben Ergebnis, stellt Mimikama klar. Nach Rückwärtssuchen und technischer Bildanalyse mittels KI-Detektoren kam man zu dem Ergebnis, dass mehrere der stark verbreiteten Darstellungen mit hoher Wahrscheinlichkeit KI-generiert sind.
Zu den Schneefällen auf Kamtschatka kursieren derzeit spektakuläre Bilder. Die überprüften Fakten zeigen: Das Ereignis war real, viele der extremsten Darstellungen sind jedoch nicht belegt und KI-generiert.
Gepostet von Mimikama am Dienstag, 20. Januar 2026
Merkmale von KI-Content
Unstimmige Fensterreihen, Menschen oder Autos, unrealistische Schneestrukturen und verzerrte Gebäudeteile sprechen in diesem Fall gegen echte Fotografien. Dazu kommt, dass die Kamerafahrten zu glatt und zu perfekt sind, was in echten Krisenfällen unwahrscheinlich ist. Reales Material ist meist verwackelt, abgehackt und nicht gestochen scharf. Einige Motive tauchten zudem in leicht veränderter Form mehrfach auf, ein typisches Merkmal von KI-generierten Bildern. Einen Nachweis für reale Aufnahmen aus Kamtschatka mit Schnee bis in die oberen Stockwerke gibt es nicht.
Wadsak entdeckt Übersetzungsfehler
Auch der österreichische Meteorologe Marcus Wadsak weist auf einen eigenartigen Übersetzungsfehler hin, der vielen Medien nicht aufgefallen ist. Vielerorts ist von einem Zyklon die Rede, der für die Schneemassen verantwortlich sein soll. Das ist laut Wadsak jedoch ein Hurrikan, also ein tropischer Wirbelsturm, der warmes Meer braucht und für Schneemassen eher ungeeignet ist. Gemeint sei wohl eine Zyklone, der Fachausdruck für einen Tiefdruckwirbel. „Manchmal kann ein E dann doch einen ziemlichen Unterschied machen“, so der Meteorologe auf Social Media.
Übersetzungsfehler mit Folgen. Seit Tagen kursieren Bilder von extremen Schneemassen in Kamtschatka, einige davon Fake....
Gepostet von Marcus Wadsak am Dienstag, 20. Januar 2026
Winter in Kamtschatka dennoch heftig
Trotz dieser Fake-Bilder ist der aktuelle Winter auf Kamtschatka nicht zu bagatellisieren. Die Halbinsel verzeichnet die größten Schneefälle seit etwa 60 Jahren. In einzelnen Regionen gab es im Jänner in kurzer Zeit mehr als zwei Meter Neuschnee, zusätzlich rund 3,7 Meter im Dezember. Fahrzeuge wurden komplett eingeschneit, Erdgeschosse von Wohngebäuden bedeckt und Straßen blockiert.