Winter 2026/27: Neue Prognose überrascht Österreich
Wie wird der Winter 2026/27 in Österreich? Eine verlässliche Detailprognose für einzelne Wochen oder gar weiße Weihnachten ist Mitte Oktober noch nicht möglich. Die aktuellen Langfristmodelle liefern aber erste deutliche Signale: Für große Teile Europas werden überdurchschnittliche Temperaturen begünstigt. Gleichzeitig verstärkt sich im Pazifik El Niño ungewöhnlich stark, und genau das sorgt für zusätzliche Unsicherheit.
Wintertrend deutet auf milde Temperaturen
Die jüngste Saisonprognose des europäischen Klimadienstes Copernicus vom 10. Oktober zeigt für weite Teile Europas eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche saisonale Mitteltemperaturen. Gleichzeitig werden in vielen Regionen auch überdurchschnittliche Niederschlagsmengen begünstigt.
Für Österreich lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, dass der gesamte Winter durchgehend mild und regenreich verlaufen wird. Saisonprognosen beschreiben Wahrscheinlichkeiten und Mittelwerte über längere Zeiträume. Einzelne intensive Kältephasen können deshalb auch in einem insgesamt zu warmen Winter auftreten.
El Niño verstärkt sich deutlich
Besonders auffällig ist derzeit die Entwicklung im tropischen Pazifik. Laut dem Climate Prediction Center der US-Wetterbehörde NOAA hat sich El Niño im September weiter verstärkt. Für den Zeitraum von Jänner bis März 2027 wird ein starkes bis sehr starkes Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 83 Prozent erwartet.
Für Oktober bis Dezember liegt die Wahrscheinlichkeit laut NOAA bei 83 Prozent, dass El Niño sogar eine historisch außergewöhnliche Stärke erreicht. Dabei geht es um eine Größenordnung, die frühere Ereignisse seit 1950 übertreffen könnte. Die Behörde betont jedoch ausdrücklich, dass selbst ein sehr starkes El-Niño-Ereignis bestimmte Wetterfolgen nicht garantiert.
Was bedeutet das für Schnee in Österreich?
Für Österreich ist die Lage besonders spannend, weil ein milder Winter keineswegs automatisch einen schneearmen Winter bedeutet. Entscheidend ist vor allem, wann Niederschlagsgebiete auf den Alpenraum treffen und auf welcher Höhe die Schneefallgrenze liegt.
Fällt viel Niederschlag bei ausreichend kalter Luft, können besonders in höheren Lagen große Schneemengen zusammenkommen. Bleiben die Temperaturen dagegen überdurchschnittlich hoch, fällt derselbe Niederschlag in tieferen Regionen häufiger als Regen.
Konkrete Aussagen zu Schneehöhen, einzelnen Skigebieten oder weißen Weihnachten sind zum jetzigen Zeitpunkt daher nicht seriös möglich.
Warum die Prognose noch unsicher ist
Auch Copernicus rechnet im Verlauf des Winters mit möglichen Veränderungen der großräumigen atmosphärischen Zirkulation. Für große Teile Europas werden zwar überdurchschnittliche Temperatur- und Niederschlagsmittel bevorzugt, gleichzeitig bleiben die Signale regional unterschiedlich und bei den Niederschlägen teilweise schwach.