Direkt zum Inhalt
Ein kleiner Teddybär vor einem offenen Fenster.
Das Gericht spricht von folgenschwerem Fehler.
Das Gericht spricht von folgenschwerem Fehler.
TsibaevAlex / Shutterstock.com

Sturz aus Hotelfenster: Bub (3) stirbt, Vater verurteilt

17.10.2026 um 12:12, Simone Reitmeier
min read
Nach dem tödlichen Sturz eines Dreijährigen aus einem Hotelfenster auf Zypern ist der Vater zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er muss 3.000 Euro zahlen.

Der tragische Vorfall ereignete sich am 12. Juli während eines Familienurlaubs in Chlorakas bei Paphos auf Zypern. Nach Berichten von AP News und der „Cyprus Mail“ hob der Vater seinen dreijährigen Sohn vor einem Fenster im vierten Stock hoch, nachdem das Kind nach draußen sehen wollte. Der Mann ging laut den im Prozess vorgelegten Angaben davon aus, dass sich vor ihm eine geschlossene Glasscheibe befand. Ein Teil des Fensters war jedoch offen. Der Bub stürzte aus dem Fenster im vierten Stock.

Kind stirbt nach Sturz

Der Dreijährige wurde anschließend schnellstmöglich in das SPital von Paphos eingeliefert, um entsprechend behandelt zu werden. Aufgrund der schweren Verletzungen kam für den Bub jedoch jede Hilfe zu spät, er starb im Krankenhaus. Der Vater bekannte sich später schuldig, den Tod seines Sohnes durch fahrlässiges Verhalten verursacht zu haben.

3.000 Euro Geldstrafe

Am Freitag fiel schließlich das Urteil: Das Bezirksgericht von Paphos verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro. Eine Haftstrafe hielt das Gericht nicht für angemessen. Die Fahrlässigkeit des Vaters habe nach Einschätzung des Gerichts kein Ausmaß erreicht, das eine Gefängnisstrafe rechtfertigen würde.

Gericht spricht von folgenschwerem Fehler

„Cyprus Mail“ berichtet, dass das Gericht von einem Fehler ausging, der sich innerhalb weniger Sekunden ereignet hatte. Der Vater habe seinen Sohn hochgehoben, ohne zuvor zu überprüfen, ob das Fenster tatsächlich geschlossen war. Das Gericht sah jedoch keine Hinweise darauf, dass er die Sicherheit seines Kindes bewusst missachtet oder es absichtlich einer Gefahr ausgesetzt hatte. Im Verfahren wurde auch der Alkoholkonsum des Vaters thematisiert. Laut AP News lagen jedoch keine Beweise dafür vor, dass er dadurch so beeinträchtigt gewesen sei, dass dies zu rücksichtslosem Verhalten geführt hätte. Auch die „Cyprus Mail“ berichtet, dass kein Zeuge eine entsprechende Beeinträchtigung beschrieben habe.

more