75 Prozent Rabatt auf Stromnetzkosten: Das muss man dafür tun
- 75 Prozent Rabatt: Was steckt dahinter?
- Netzbetreiber darf zweimal täglich eingreifen
- Was bedeutet das für Elektroautos und Wärmepumpen?
- Rund 500.000 Kunden nutzen bereits ähnliche Tarife
- Für wen lohnt sich der 75-Prozent-Rabatt?
75 Prozent Rabatt auf einen Teil der Stromnetzkosten: Mit diesem Angebot will die E-Control Haushalte dazu bringen, ihren Stromverbrauch flexibler zu gestalten. Der Preis dafür: Der Netzbetreiber darf den Strombezug zeitweise einschränken. Das neue Modell ist Teil der geplanten Stromnetztarife ab 2027.
75 Prozent Rabatt: Was steckt dahinter?
Wer sich für den neuen flexiblen Netztarif entscheidet, soll künftig 75 Prozent weniger beim sogenannten Leistungspreis bezahlen. Dieser richtet sich danach, wie viel Strom innerhalb kurzer Zeit gleichzeitig aus dem Netz bezogen wird.
Der Rabatt klingt großzügig, hat allerdings einen Haken: Er gilt ausschließlich für diesen Teil der Netzkosten. Der Strompreis des Energieanbieters, der verbrauchsabhängige Netzpreis und weitere Abgaben bleiben davon unberührt.
Wie viel Geld Haushalte tatsächlich sparen, steht noch nicht fest.
75 Prozent Rabatt: Diese Bedingungen gelten
- Rabatt: 75 Prozent auf den Leistungspreis
- Voraussetzung: Zustimmung zur zeitweisen Leistungsbegrenzung
- Häufigkeit: höchstens zweimal täglich
- Dauer: jeweils maximal zwei Stunden
- Gesamtdauer: bis zu vier Stunden pro Tag
- Technische Details: noch nicht vollständig bekannt
Wichtig: Der Netzbetreiber darf die Leistung begrenzen. Eine vollständige Stromabschaltung ist damit nicht automatisch verbunden.
Netzbetreiber darf zweimal täglich eingreifen
Für den Rabatt müssen Haushalte zustimmen, dass ihr Netzbetreiber den Strombezug bei Bedarf begrenzt. Das ist höchstens zweimal am Tag für jeweils zwei Stunden erlaubt.
Insgesamt könnte die verfügbare Leistung damit an einem Tag bis zu vier Stunden eingeschränkt werden. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Strom vollständig abgeschaltet wird. Vorgesehen ist eine Begrenzung der Leistung.
Was bedeutet das für Elektroautos und Wärmepumpen?
Interessant könnte der Tarif für Haushalte sein, die ihren Stromverbrauch gut planen können. Wer sein Elektroauto beispielsweise nicht zu einer bestimmten Uhrzeit vollständig laden muss, hat möglicherweise mehr Spielraum.
Anders sieht es aus, wenn mehrere Geräte regelmäßig gleichzeitig benötigt werden. Dann könnte eine zeitweise Begrenzung der verfügbaren Leistung im Alltag störend sein.
Ob sich das Modell für Besitzer von Wärmepumpen oder Elektroautos tatsächlich eignet, hängt deshalb auch von den technischen Bedingungen ab.
Rund 500.000 Kunden nutzen bereits ähnliche Tarife
Ganz neu ist die Idee nicht. In Österreich gibt es bereits unterbrechbare Netztarife, die nach den vorliegenden Angaben von rund 500.000 Kundinnen und Kunden genutzt werden.
Das geplante Rabattmodell soll diese bisherigen Tarife ersetzen. Die E-Control will damit erreichen, dass Haushalte ihren Strombezug stärker an die Belastung des Netzes anpassen.
Für wen lohnt sich der 75-Prozent-Rabatt?
Ob der flexible Netztarif tatsächlich Geld spart, hängt von zwei Fragen ab: Wie hoch ist der Leistungspreis, auf den der Rabatt gewährt wird? Und welche Einschränkungen muss der Haushalt dafür akzeptieren?
Die konkreten Preise und Bedingungen sollen im Laufe des Oktobers vorgestellt werden.
Fest steht aber schon jetzt: 75 Prozent Rabatt auf den Leistungspreis sind nicht gleichbedeutend mit 75 Prozent weniger auf der Stromrechnung.
75 Prozent Rabatt heißt nicht 75 Prozent weniger Stromkosten
Fiktives Rechenbeispiel:
- Leistungspreis vorher: 100 Euro
- Leistungspreis nach 75 Prozent Rabatt: 25 Euro
- Ersparnis: 75 Euro auf diesen Preisbestandteil
Der Strompreis des Energieanbieters, der verbrauchsabhängige Netzpreis und weitere Abgaben bleiben davon unberührt.
Die Beträge sind frei gewählt und dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Es handelt sich nicht um veröffentlichte Tarife der E-Control.