Radlerin tot: Rettung stand wegen Klima-Aktivisten im Stau

9 Minuten standen die Rettungskräfte im Stau zum Unfallort. Kostete das der 44-jährigen Radfahrerin das Leben?
Autor: Brigitte Biedermann, 03.11.2022 um 14:15 Uhr

Es war nur eine Frage der Zeit bis so ein tragisches Unglück passieren würde: Am Montag überrollte in Berlin ein Betonmischer eine 44-jährige Radfahrerin. Ein Spezialfahrzeug der Feuerwehr kam verspätet zum Unfallort, weil es wegen Blockaden von Klima-Aktivisten im Stau stand. Die Frau kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik. Heute wurde sie für hirntot erklärt.

Spezialfahrzeug kam verspätet zum Unfall

Der Einsatzwagen, der die Fahrradfahrerin unter dem Betonmischer hervor holen sollte, stand laut Einsatzkräften eine "recht relevante" Zeit im Stau. Dadurch hat sich die Rettung zeitlich verzögert. 19 Minuten brauchten die Einsatzkräfte zum Unfallort. Durch den Stau, der von den Klima-Aktivisten ausgelöst wurde, kam der Wagen 7 bis 9 Minuten später.

Klima-Aktivisten verteidigten ihre Aktion

"Wir wollen die Verantwortung auf jeden Fall nicht von uns weisen", sagte der Klima-Aktivist Jakob Beyer in einem Interview im deutschen Radio. „Aber wir wollen nicht mehr ignoriert werden." Mitglieder der "Letzte Generation", kleben sich seit einigen Wochen immer montags an Verkehrsknotenpunkten auf die Straße. Trotz des Unfalls wollen sie "weiter Druck machen, weiter den Druck erhöhen, weiter Widerstand leisten". 

Keine Rettungsgasse gebildet

Durch diesen Unfall wird die Sinnhaftigkeit der Proteste von Kritikern weiter in Zweifel gestellt. Unterstützer meinen, dass nicht nur die Klima-Aktivisten schuld tragen, sondern auch all jene, die auf Autobahnen keine Rettungsgasse bilden, falsch oder in zweiter Spur parken oder überhaupt alleine mit dem Auto in die Innenstädte fahren und so ebenfalls im Falle eines Unfalls die Rettung blockieren würden. Auf jeden Fall wird dieser Unfall noch weite Kreise in der Diskussion um die Klimaproteste ziehen.