Flammen-Inferno: Altes Hitler-Haus brennt aus
- Vollbrand auf 1.834 Metern Höhe am Obersalzberg
- Verdächter Motorradfahrer festgenommen: Polizei ermittelt
- Schwieriger Großeinsatz unter schwerem Atemschutz
- Historischer Hintergrund des ehemaligen Nazi-Repräsentationsbaus
Das historische Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden steht seit Freitagabend in Vollbrand. Während rund 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr gegen die hochaufschlagenden Flammen kämpfen, meldet die Polizei einen ersten Ermittlungserfolg: Ein verdächtiger Motorradfahrer wurde im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Brand festgenommen.
Vollbrand auf 1.834 Metern Höhe am Obersalzberg
Der Vorfall nahm am Freitagabend gegen 21:50 Uhr seinen Anfang, als die automatische Brandmeldeanlage des Kehlsteinhauses Alarm schlug. Bereits während der Anfahrt der ersten Feuerwehren auf den 1.834 Meter hohen Gipfel waren die weithin sichtbaren Flammen zu erkennen. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte schließlich den Vollbrand des denkmalgeschützten Gebäudes fest.
Verdächtiger Motorradfahrer festgenommen: Polizei ermittelt
Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Brandstiftungsdelikts übernommen. Im Umfeld des Einsatzortes wurde eine verdächtige Person vorläufig festgenommen – ein Motorradfahrer war den Einsatzkräften aufgefallen. Die Polizei prüft nun intensiv, ob ein direkter Zusammenhang mit dem Ausbruch des Feuers besteht. Für den Verlauf des Samstags kündigte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd eine Pressekonferenz an.
Schwieriger Großeinsatz unter schwerem Atemschutz
Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei stehen auf dem Berchtesgadener Hausberg im Dauereinsatz. Die extrem exponierte Lage sowie die erhebliche Rauchentwicklung gestalten die Löscharbeiten hochkomplex: Die Feuerwehrleute können das Areal und das Gebäude nur unter schwerem Atemschutz betreten. Glück im Unglück: Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befanden sich keine Personen im Gebäude, es gibt nach ersten Erkenntnissen keine Verletzten.
Historischer Hintergrund des ehemaligen Nazi-Repräsentationsbaus
Das 1937/38 errichtete Kehlsteinhaus war Teil des sogenannten „Führersperrgebietes Obersalzberg“ und diente der NS-Führung als Repräsentationsgebäude. Nach dem Zweiten Weltkrieg überstand der Bau die Zerstörungen unbeschadet und wird seit 1952 als Berggaststätte mit einer integrierten historischen Ausstellung genutzt. Das Ausmaß des Sachschadens an dem geschichtsträchtigen Bauwerk lässt sich derzeit noch nicht beziffern.