Alarm: Bombendrohne legt Flughafen Leipzig lahm
Im Frachtbereich des Flughafens Leipzig/Halle ist in der Nacht auf Mittwoch der Flugbetrieb vorübergehend lahmgelegt worden. Grund für den Großeinsatz war der Fund einer unbemannten Drohne, an der ein Päckchen mit Sprengstoff befestigt war. Die Sicherheitsbehörden sicherten das Fluggerät am Vorfeld und stuften das Material nach Untersuchungen als sprengfähig ein.
Aufgrund des Sicherheitsvorfalls musste der Flugverkehr am Flughafen Leipzig für knapp zwei Stunden gesperrt werden, während Ermittler von Staatsschutz und NATO die Nachforschungen aufnahmen.
Sprengsatz an Drohne auf Vorfeld entdeckt
Die Bombendrohne wurde am Dienstagabend gegen 23:40 Uhr auf dem Vorfeld des Flughafens in unmittelbarer Nähe einer ukrainischen Antonov-Frachtmaschine gesichtet. Ein Test auf Nitratsspuren verlief positiv, woraufhin Spezialkräfte den Fund genauer analysierten. Bei der anschließenden Röntgenuntersuchung entdeckten die Beamtinnen und Beamten einen Zünder, der jedoch aufgrund eines Defekts nicht auslöste.
Ein Entschärfungsroboter der Bundespolizei entfernte den Zünder vor Ort. Um eventuelle Spuren der Täterschaft zu sichern, entschieden sich die Ermittlungsteams gegen eine kontrollierte Sprengung und verpackten den Sprengsatz für weitere Laboruntersuchungen in Spezialbehälter, wie die BILD berichtet.
Kollision mit DHL-Frachtmaschine
Im Zuge der Sperrung des Luftraums kam es zu weiteren Zwischenfällen. Eine DHL-Frachtmaschine, die im Landeanflug auf den Flughafen Leipzig durchstarten musste, stieß in einer Höhe von rund 400 Metern und sechs Kilometer vom Flughafen entfernt mit einem bislang unidentifizierten Gegenstand zusammen. Es wird vermutet, dass es sich um eine zweite Drohne handelte, da die Abwehrsysteme zuvor zwei Fluggeräte geortet hatten.
Das Frachtflugzeug konnte trotz leichter Beschädigungen im Frontbereich sicher auf dem Flughafen Hannover landen. Die dortige Polizei prüft den Vorfall in enger Zusammenarbeit mit den Leipziger Beamtinnen und Beamten.
Ermittlungen wegen Staatsschutzdelikt
Der Flugbetrieb in Leipzig konnte um 01:55 Uhr wieder freigegeben werden, woraufhin umgeleitete Passagiermaschinen – darunter ein Flug aus Mallorca – mit Verspätung landen konnten. Die Südbahn des Flughafens blieb für umfassende Ermittlungsarbeiten vorerst gesperrt.
Die Sicherheitsbehörden schränken das Gefahrenpotenzial für Reisende ein, da der Frachtbereich räumlich getrennt vom Passagierterminal liegt. Dennoch ermittelt der Staatsschutz wegen des Verdachts auf Sabotage.
Die wesentlichen Fakten zum Vorfall am Flughafen Leipzig im Überblick:
- Fundzeitpunkt: Dienstagabend gegen 23:40 Uhr nahe ukrainischer Frachtmaschinen.
- Sicherheitsmaßnahmen: Einsatz eines Entschärfungsroboters, temporäre Luftraumsperrung bis 01:55 Uhr.
- Folgeereignis: Ausweichlandung einer DHL-Maschine in Hannover nach Kollision im Luftraum.
- Ermittlungsstand: Staatsschutzdelikt und verdächtigte Sabotage, internationale Einbindung von NATO-Ermittlern.