Extremwetter: Nordsee so warm wie noch nie
- Nordsee erreicht historischen Temperaturrekord
- 66 Tage Hitzewelle vor Helgoland
- Extreme Hitze verändert das Leben im Meer
- Meeresspiegel steigt durch wärmeres Wasser
- Trotz Rekordwärme kam das Eis zurück
- Extremwetter zwischen Hitze und Eis
Die Nordsee war 2025 so warm wie noch nie seit Beginn der Messungen. Im Jahresmittel erreichte die Oberflächentemperatur 11,6 Grad Celsius. Besonders drastisch zeigte sich die Entwicklung vor Helgoland. Dort wurden bis Anfang September 66 Tage mit marinen Hitzewellen registriert. Das Extremwetter hinterlässt damit längst nicht nur an Land deutliche Spuren.
Nordsee erreicht historischen Temperaturrekord
Seit 1969 werden die Temperaturen der Nordsee systematisch erfasst. Einen Wert wie 2025 hatte es in dieser Messreihe noch nicht gegeben. Mit durchschnittlich 11,6 Grad lag die Oberflächentemperatur fast ein Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1997 bis 2021.
Auch die deutsche Ostsee wurde ungewöhnlich warm. Dort erreichte die mittlere Wassertemperatur 9,7 Grad. Damit war 2025 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der entsprechenden Messungen im Jahr 1990.
66 Tage Hitzewelle vor Helgoland
Besonders deutlich wurde das Extremwetter rund um Helgoland. Die Messstationen registrierten bis zum 1. September insgesamt 66 Tage mit marinen Hitzewellen. Am 1. Juli lag die Wassertemperatur sogar fast vier Grad über dem langjährigen Mittel.
„Je wärmer die Meere, desto häufiger und intensiver treten marine Hitzewellen auf“, erklärte BSH-Experte Tim Kruschke beim Extremwetterkongress in Hamburg. Es sei „mit einer weiteren Zunahme solcher Ereignisse“ zu rechnen.
Extreme Hitze verändert das Leben im Meer
Die hohen Temperaturen können weitreichende Folgen für die Ökosysteme haben. Manche Arten verlieren geeignete Lebensräume oder wandern in kühlere Regionen ab. Gleichzeitig können sich nicht heimische Arten stärker ausbreiten.
Wärmeres Wasser begünstigt zudem schädliche Algenblüten und Sauerstoffmangel. Ein weiterer Effekt betrifft das Klima selbst: Mit steigender Temperatur kann Meerwasser weniger Kohlendioxid aufnehmen. Damit wird eine wichtige Speicherfunktion der Ozeane geschwächt.
Meeresspiegel steigt durch wärmeres Wasser
Die Erwärmung hat auch physikalische Folgen. Wasser dehnt sich bei höheren Temperaturen aus und trägt dadurch zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Gleichzeitig lassen steigende Temperaturen Gletscher und Eisschilde schmelzen.
Trotz Rekordwärme kam das Eis zurück
Wie stark die Wetterlagen schwanken können, zeigte ausgerechnet der vergangene Winter. Anhaltender Frost und östliche Winde brachten den deutschen Küsten laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie den stärksten Eiswinter seit 15 Jahren.
Besonders an der Ostküste Rügens und im Greifswalder Bodden behinderte das Eis zeitweise die Schifffahrt. Im langfristigen Vergleich war der Eiswinter dennoch nur mäßig. Seit rund 30 Jahren wurde demnach kein sehr starker Eiswinter mehr verzeichnet.
Extremwetter zwischen Hitze und Eis
Rekordwarmes Meer auf der einen und ein auffälliger Eiswinter auf der anderen Seite wirken zunächst wie ein Widerspruch. Die Messdaten zeigen jedoch unterschiedliche Zeiträume und Wetterphänomene: Während einzelne kalte Winterperioden weiterhin möglich sind, erreichte die Nordsee im Jahresmittel 2025 einen neuen Temperaturrekord. Laut BSH ist mit einer weiteren Zunahme solcher Ereignisse zu rechnen.