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Satellitenbild von Meeresströmung.
Wie El Niño Österreichs Winter beeinflusst.
Wie El Niño Österreichs Winter beeinflusst.
Rawpixel.com/Shutterstock

El Niño im Winter 2026/27: Was das für Österreich bedeutet

18.10.2026 um 15:56, Simone Reitmeier
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Erste Langfristmodelle zeigen, wie der Winter 2026/27 ausfallen könnte. Meteorologe Hohenwarter erklärt, was El Niño für Schnee und Temperaturen bedeutet.

Wie wird der kommende Winter? Das ist die Frage der Fragen, die sich jüngst wohl schon ganz Österreich gestellt hat. Der milde Herbst deutet im Moment noch auf keine kalten Winter hin, auch erste Langfristmodelle deuten für Europa auf eher milde Temperaturen hin. Beim Schnee zeigt sich für Österreich dagegen noch kein klares Bild.

El Niño: Kalte Winter sind Ausnahme

Meteorologe Hohenwarter verweist dabei auch auf El Niño. Welche Auswirkungen das Phänomen auf den Alpenraum hat, lässt sich aber nicht eindeutig vorhersagen. „Wenn es ein El-Niño-Winter ist, dann ist es bei uns schneereich, schneearm, da haben wir schon alles gehabt“, so der Experte. Eine Tendenz gebe es dennoch: „Kalte Winter hat es bei El Niño nur in absoluten Ausnahmefällen gegeben.“

Was hinter El Niño steckt

El Niño entsteht, wenn sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen tropischen Pazifik ungewöhnlich stark erwärmt. Hohenwarter erklärt, dass dadurch die üblichen Strömungs- und Zirkulationsmuster im Pazifik verändert werden. Vereinfacht gesagt strömt warmes Wasser stärker vom äquatorialen Bereich nach Süden. Das hat Auswirkungen auf großräumige Wetter- und Klimamuster. Bis sich diese Veränderungen jedoch auf den Alpenraum auswirken, spielen zahlreiche weitere Faktoren wie Meeresströmungen und andere Wetterphänomene eine Rolle. Deshalb lasse sich aus einem El-Niño-Ereignis für Österreich keine eindeutige Schneeprognose ableiten. Aktuell herrschen laut der US-Klimabehörde NOAA bereits El-Niño-Bedingungen. Das Ereignis hat sich zuletzt weiter verstärkt und dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit bis in das Frühjahr 2027 anhalten. Für Jänner bis März 2027 hält die NOAA sogar einen starken bis sehr starken El Niño für wahrscheinlich.

Frühwinter eher mild

Die derzeitigen Modelle zeigen für November, Dezember und Jänner relativ milde Temperaturen über weiten Teilen Europas. Hohenwarter rechnet deshalb im Frühwinter eher mit West- und Südwestwetterlagen. Im Februar könnte dagegen in Zentraleuropa mehr Niederschlag fallen. 

Auffällig ist auch eine Schneeprognose für den Alpenraum. Im Dreiländereck Österreich, Schweiz und Italien wird aktuell stellenweise mehr Schnee als im langjährigen Mittel berechnet. Betroffen wären unter anderem Vorarlberg, Tirol, Südtirol und angrenzende Teile der Schweiz. Hohenwarter warnt allerdings vor zu konkreten Schlüssen aus solchen Langfristmodellen. „Aus so groben globalen Modellen kann man da eigentlich nicht viel herausholen.“ Und warum sollte der Niederschlag "eigentlich am trockensten Punkt der Alpen auf einmal am größten sein"? Das sei ein bisschen fraglich, so der Meteorologe. "Aber es ist ein Zeichen dafür, dass die Prognosen noch nicht ganz gesettelt sind."

Trend: Unterdurchschnittlicher Niederschlag

Über den gesamten Winter betrachtet könnten die Niederschlagsmengen in weiten Teilen Mitteleuropas unter dem Durchschnitt bleiben. Für die Alpen zeigt sich im Frühwinter im Süden und im Spätwinter im Norden ein mögliches leichtes Plus. Fix ist die Prognose aber noch lange nicht. „Nächsten Monat kann das schon wieder ganz anders ausschauen. Die Prognosen vor einem Monat haben auch ganz anders ausgeschaut“, betont Hohenwarter.

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