E-Scooter-Unfälle: Schon über 10.000 Verletzte, KFV schlägt Alarm
- Zahl der Verletzten explodiert
- Jeder zweite E-Scooter mit Mängeln
- Helmpflicht vielen unbekannt
- KFV fordert Tempo 20
10.200 Verletzte, mindestens fünf Tote im laufenden Jahr: Die Bilanz der E-Scooter-Unfälle in Österreich ist alarmierend. Eine aktuelle Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zeigt, dass zahlreiche Fahrzeuge mangelhaft ausgestattet sind und viele Lenker grundlegende Verkehrsregeln nicht kennen.
Zahl der Verletzten explodiert
Die Zahl der Menschen, die nach einem E-Scooter-Unfall im Krankenhaus behandelt werden mussten, hat sich seit 2019 mehr als verachtfacht. Im vergangenen Jahr mussten 10.200 Menschen wegen Verletzungen in Folge eines E-Scooter-Unfalls ins Spital.
2025 kamen sechs Menschen bei E-Scooter-Unfällen ums Leben. 2026 steht die traurige Bilanz bereits bei fünf Todesopfern.
E-Scooter-Unfälle: Die alarmierenden Zahlen
- 10.200 Verletzte: So viele Menschen mussten 2025 nach E-Scooter-Unfällen im Spital behandelt werden.
- 8,5-facher Anstieg: 2019 waren es noch 1.200 Verletzte.
- 6 Todesopfer: So viele Menschen starben 2025 bei E-Scooter-Unfällen.
- Mindestens 5 Todesopfer: Diese Bilanz verzeichnet das KFV bereits für 2026.
Quelle: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), Stand: 14. Oktober 2026
Jeder zweite E-Scooter mit Mängeln
Bei einer Beobachtungserhebung zwischen Juni und Anfang September stellte das KFV fest, dass 49 Prozent der untersuchten privaten E-Scooter nicht vorschriftsmäßig ausgestattet waren.Am häufigsten mangelte es an Blinkern (33 Prozent), gefolgt von Rückstrahlern (23 Prozent). Elf Prozent der Fahrzeuge waren zudem ohne die vorgeschriebene Glocke oder Hupe unterwegs.
Auch beim Fahrverhalten registrierten die Experten Verstöße. Acht Prozent waren zu zweit oder zu dritt auf einem E-Scooter unterwegs, obwohl das verboten ist. Weitere zwölf Prozent transportierten Gepäck auf unzulässige Weise.
Helmpflicht vielen unbekannt
Besonders kritisch fällt die Bilanz beim Kopfschutz aus: 83 Prozent der beobachteten Lenker trugen keinen Helm. Bei Leih-Scootern lag der Anteil sogar bei 96 Prozent.
Unter den beobachteten unter 16-Jährigen, deren Alter geschätzt wurde, fuhren rund 70 Prozent ohne Helm. Für diese Altersgruppe besteht eine gesetzliche Helmpflicht.
Eine repräsentative Befragung von 1.210 E-Scooter-Fahrern zeigte zudem, dass 76 Prozent diese Vorschrift nicht einmal kannten. Mehr als die Hälfte wusste zudem nichts von der seit Mai geltenden Alkoholgrenze von 0,5 Promille. Auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h war 44 Prozent der Befragten unbekannt.
E-Scooter: Diese Regeln gelten in Österreich
- Höchstgeschwindigkeit: Maximal 25 km/h Bauartgeschwindigkeit.
- Helmpflicht: Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.
- Alkoholgrenze: Maximal 0,5 Promille.
- Motorleistung: Höchstens 600 Watt.
- Mitfahrer: Die Beförderung weiterer Personen ist verboten.
- Gehsteige: Das Fahren ist grundsätzlich nicht erlaubt.
Quelle: KFV, Rechtsstand laut Aussendung vom 14. Oktober 2026
KFV fordert Tempo 20
Das KFV drängt auf strengere Sicherheitsstandards. Die zulässige Bauartgeschwindigkeit soll von 25 auf 20 km/h sinken. Außerdem fordert das Kuratorium ein höheres Mindestalter für E-Scooter-Fahrer sowie zwei voneinander unabhängige Bremsen.
FAQ: E-Scooter-Regeln in Österreich
Ist ein Helm auf dem E-Scooter in Österreich Pflicht?
Ja, für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gilt auf E-Scootern eine gesetzliche Helmpflicht. Erwachsenen wird das Tragen eines Helms aus Sicherheitsgründen empfohlen.
Wie schnell darf ein E-Scooter in Österreich fahren?
Die zulässige Bauartgeschwindigkeit beträgt 25 km/h. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) fordert eine Senkung auf 20 km/h, um das Unfallrisiko zu reduzieren.
Ab welchem Alter darf man in Österreich E-Scooter fahren?
Kinder dürfen ab zwölf Jahren ohne Radfahrausweis selbstständig E-Scooter fahren. Mit einem gültigen Radfahrausweis ist das bereits ab neun Jahren möglich. Das KFV fordert eine Anhebung des Mindestalters.
Quelle
KFV: E-Scooter-Unfälle – alarmierende Entwicklung der Unfallzahlen (APA-OTS, 14. Oktober 2026)