Richtig viel wert: Schätze aus der Kindheit

Ob Tamagotchi, Disney VHS-Kassetten oder Polly Pocket – manche Spielsachen aus den 80ern und 90ern sind heute ein kleines Vermögen wert.
Autor: Simone Reitmeier, 16.12.2022 um 11:00 Uhr

Verstaubt im Dachboden oder Keller noch altes Spielzeug, lohnt sich ein genauer Blick darauf. Manche – auf den ersten Blick unnütze – Dinge aus Kindheitstagen lassen sich heute gut zu Geld machen. Insbesondere dann, wenn sie als begehrt unter Sammlern gelten.

Game Boy-Spiel

Hellgrau, klobig und mit zwei pinken Tasten: Für einen funktionsfähigen Game Boy Classic – im besten Fall inklusive Kultspiele – aus den 90ern erhält man auf gängigen Verkaufsplattformen zwischen 70,– und 150,– Euro. Ordentlich Schotter bringt hingegen das seltene Game Boy-Spiel „Spud‘s Adventure“ (1991): Auf Ebay wird mit Preisen zwischen etwa 500,– und 700,– Euro gehandelt. Eine original verpackte Version des Games inklusive Handbuch wird sogar für knapp 25.000,– Euro angeboten.

Tamagotchi Music Star V6

Das digitale Haustier „Tamagotchi“ – im Original ein virtuelles Küken – wurde in den 90ern weltweit populär und war in allen erdenklichen Farben und Versionen zu haben. Mehrere Hundert bis knapp 1.000,- Euro wert sind „Music Star V6“-Modelle von Bandai aus den Jahren 1996 und 1997, vor allem original verpackte.

Tamagotchi | Credit: Kay Nietfeld / dpa / picturedesk.com

Disney VHS-Kassetten

Wer eine Disney-VHS-Sammlung zuhause hat, könnte womöglich bald schon um einige Tausend Euro reicher sein. Allerdings nur dann, wenn es sich um „Black Diamond“-Versionen handelt, die zwischen 1984 und 1993 veröffentlicht wurden – sie sind in der Regel vierstellige Beträge wert. Diese erkennt man an einem schwarzen Diamanten-Symbol am Cover sowie an der Aufschrift „A Walt Disney Classic“ oder „Walt Disneys Meisterwerk“. Bei Sammlern heiß begehrt sind zum Beispiel „Aladdin“, „Die Schöne und das Biest“ sowie „Die kleine Meerjungfrau“ in englischer Originalfassung.

Furby

Mit bunten Farben, großen Ohren und Kulleraugen eroberte ab 1998 das elektronische Spielzeug „Furby“ die Kinderzimmer. Seltene oder limitierte Auflagen des Plüschtiers in Originalverpackung können für bis zu 1.000,– oder mehr verkauft werden.

Furby | Credit: iStock.com/cafe-de-art

Polly Pocket

Kleine Schatullen in Blumen- oder Herzform mit winzig kleinen Figürchen – in den 90ern hatte wohl jedes Mädchen ein Polly Pocket-Spielzeug im Kinderzimmer. Wer noch eines der Bluebird-Modelle (1989 bis 1998) zuhause hat, kann das zu Geld machen. Die Miniaturwelten bringen im besten Fall bis zu 1.000,– Euro ein, seltene und originalverpackte das doppelte. Sogar die einzelnen, etwa einen Zentimeter großen, Figuren finden unter Sammlern Abnehmer.

Figuren aus Ü-Eiern

In einer alten Überraschungseier-Figuren-Sammlung könnten sich kleine Schätz befinden: Besonders wertvoll sind Schlümpfe, die vor 1983 produziert wurden. Die blauen Männchen bringt man für 200,– bis 300,– Euro unter den Hammer. Mehrere Tausend Euro wert sind Raritäten, zum Beispiel der „Nachtwächterschlumpf“ oder der Zwerg „Ferdi Fallobst“. Zu Geld machen lassen sich ebenfalls alte Asterix- und Pumuckel-Figuren.

Zwerge aus Überraschungsei | Credit: Uta Rademacher / dpa / picturedesk.com

Lego-Bausätze

Wer früher gerne Star Wars-Raumschiffe aus Lego zusammengebaut hat, sollte sich die Bausätze im Keller oder Dachboden genauer ansehen. Mit etwas Glück schlummert dort ein kleines Vermögen. Bei Sammlern gefragt ist beispielsweise der „Millenium Falke“ aus 2007. Die Preise auf Ebay bewegen sich in etwa zwischen 1.000,– und 4.000,– Euro. Wertvoll sind auch der blaue „VW Beetle“ und der Bausatz „Taj Mahal“ von Lego Creator aus dem Jahr 2008. Einen Überblick über seltene Sets, die in einigen Jahren womöglich um einiges mehr wert sind,  gibt es hier.

Star Wars-Figuren

1977 flimmerte der erste Star Wars-Film über die Leinwände und begeistert seither ein Millionenpublikum. Unter Fans tummeln sich auch viele Sammler, die für spezielle Spielzeugfiguren ein kleines Vermögen hinblättern. Zu den begehrtesten zählen der 1978er-Darth Vader mit ausfahrbarem Lichtschwert oder die Jawa-Figur mit Vinyl-Cape, die auf Ebay für einen vierstelligen Betrag angeboten wird. 

Asterix Comics

Auch Erstausgaben der ersten drei Abenteuer von Asterix und Obelix sind mittlerweile einiges wert. Für den Band „Asterix, der Gallier“ bekommt man laut comicguide.de mit Softcover (SC) bis zu 180,– Euro  und mit Hardcover (HC) bis zu 250,– Euro. „Asterix und Kleopatra“ (Band 2) ist bis zu 150,– (SC)/200,– (HC) Euro wert, der dritte Band „Asterix als Gladiator“ in etwa 60,– (SC)/120,– (HC) Euro. Manche Hefte werden auf Ebay aber um bedeutend mehr gehandelt.

Asterix Comics | Credit: Teutopress / SZ-Photo / picturedesk.com

Lustige Taschenbücher

Das erste „Lustige Taschenbuch“ erschien 1967 unter dem Titel „Der Kolumbusfalter“ – für ein Exemplar in gutem Zustand machen leidenschaftliche Sammler um die 1.000 Euro locker. Etwa 300,– Euro wert ist die Erstausgabe des Bands Nr. 7. „Donald in 1000 Nöten“.

Panini-Sammelhefte

Fußballfans kennen sie alle: die Panini-Sticker-Hefte, die seit 1970 regelmäßig zu jeder WM erscheinen. Für ein vollständiges Heft aus 1970 sollen Sammler zwischen 2.000,– und 4.000,– Euro zahlen, auf Ebay finden sich sogar noch teurere Exemplare. Jenes von der WM in Frankreich 1998 ist in etwa 300,– bis 350,– Euro wert – Tendenz steigend.

Panini-Sammelheft | Credit: PIERO CRUCIATTI / AFP / picturedesk.com