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Außenansicht eines Supermarktes in Frankreich, dessen Betreiber vom Cyberangriff betroffen war
Sabotage im Supermarkt: Ein gezielter Cyberangriff manipulierte Kühlanlagen in ganz Frankreich.
Sabotage im Supermarkt: Ein gezielter Cyberangriff manipulierte Kühlanlagen in ganz Frankreich.
Aygul Bulte / Shutterstock.com

Hacker-Attacke: Kühlschränke von Supermärkten manipuliert

13.10.2026 um 12:27, Marcel Toifl
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Großangelegter Cyberangriff auf französische Supermärkte: Hacker heizten Kühlanlagen auf 50 Grad auf. Hunderte Filialen sind betroffen.

Ein beispielloser Cyberangriff hat am Montag den Lebensmitteleinzelhandel in Frankreich und weiteren Teilen Westeuropas erschüttert. Hacker manipulierten gezielt vernetzte Kühlanlagen in zahlreichen Supermärkten, steuerten die Geräte aus der Ferne an und lösten einen dauerhaften Auftaumodus aus, was zu massiver Lebensmittelverschwendung und Millionenschäden führte.

​Sabotage aus der Ferne: Kühlanlagen stundenlang auf 50 Grad erhitzt

In der Nacht auf Montag verschafften sich bislang unbekannte Täter Zugriff auf die digitalen Steuerungssysteme der Kälteanlagen. In landesweit rund 150 Filialen von Intermarché, etwa 100 Märkten von Coopérative U sowie bei weiteren großen Ketten wie Carrefour und E.Leclerc wurden die Kühl- und Gefriergeräte massiv manipuliert. Die Hacker aktivierten die automatische Abtaufunktion und stellten die Temperaturen über Stunden hinweg auf bis zu 50 Grad Celsius ein. In einigen Märkten brachen infolge der extremen Hitzeentwicklung sogar Brände aus.

​Millionenschaden und Lebensmittelverschwendung in Hunderten Filialen

Die Folgen für die betroffenen Handelsketten sind verheerend: Unzählige Tonnen an Frisch- und Tiefkühlwaren verdarben über Nacht und mussten vollständig entsorgt werden. Handelsvertreter verurteilten die Attacke scharf als inakzeptablen Angriff auf die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung. Neben dem physischen Schaden stehen die Betreiber vor ungeklärten Haftungsfragen, da unklar ist, ob Versicherungen für die entstandenen Schäden im Millionenbereich aufkommen.

​Hersteller verweist auf veraltete Software und fehlende Updates

Ziel des Cyberangriffs waren Steuerungssysteme des dänischen Kältetechnik-Herstellers Danfoss. Das Unternehmen erklärte, dass es sich bei den betroffenen Geräten größtenteils um ältere Produkte handle, die keine Sicherheitsupdates mehr erhielten. Danfoss betonte, Kunden seit Langem zu regelmäßigen Systemaktualisierungen und der Umstellung auf modernere Lösungen zu raten. Parallel dazu meldete auch der niederländische Handelsriese Ahold Delhaize IT-Sicherheitsprobleme, sieht nach aktuellem Stand jedoch keinen direkten Zusammenhang mit den Vorfällen in Frankreich.

​Staatsanwaltschaft und Cybersicherheitsbehörde ermitteln landesweit

Angesichts des Ausmaßes der Attacke hat die Pariser Staatsanwaltschaft mit einer spezialisierten Abteilung für Cyberkriminalität die Ermittlungen aufgenommen. Auch Premierminister Sébastien Lecornu schaltete sich ein und beauftragte die nationale Cybersicherheitsbehörde ANSSI damit, den Fall aufzuklären und weitere gefährdete Unternehmen frühzeitig zu warnen. Die Aufarbeitung der Hintergründe und die Ermittlung der Täterschaft laufen auf Hochtouren.

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