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Nach der tödlichen Kollision eines ICE mit einem Lkw in Hamburg erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 36-jährigen Lastwagenfahrer.
Ein ICE kollidierte im Februar 2025 in Hamburg mit einem Sattelzug.
Ein ICE kollidierte im Februar 2025 in Hamburg mit einem Sattelzug.
MihailC95 / Shutterstock.com

ICE kracht in Lkw: Fahrer muss sich nun verantworten

14.09.2026 um 09:12, Yunus Emre Kurt
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Bahnübergang: Nach der tödlichen Kollision eines ICE mit einem Lkw in Hamburg erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 36-jährigen Lastwagenfahrer.

Rund eineinhalb Jahre nach dem tödlichen Zusammenstoß eines ICE mit einem Lastwagen in Hamburg hat der Unfall ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den 36-jährigen Fahrer des Sattelzugs erhoben. Bei der Kollision am 11. Februar 2025 kam ein 55-jähriger Fahrgast ums Leben, zwölf weitere Passagiere wurden verletzt. Auch der Sachschaden war enorm.

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Dem 36-jährigen Kraftfahrer werden nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung sowie ein gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr vorgeworfen.

Ob und wann es zu einem Prozess kommt, hängt nun von der Entscheidung des zuständigen Gerichts über die Zulassung der Anklage ab. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wäre die Kollision vermeidbar gewesen, wenn der Fahrer den Bahnübergang mit der erforderlichen Sorgfalt und ohne längeren Aufenthalt überquert hätte.

ICE kollidiert mit Sattelzug

Der folgenschwere Unfall ereignete sich am 11. Februar 2025 am beschrankten Bahnübergang Reller im Hamburger Stadtteil Rönneburg. Der 36-Jährige soll dort mit einem Sattelzug samt Auflieger unterwegs gewesen sein.

Nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis habe der Fahrer auf dem Bahnübergang mehrfach rangiert und angehalten. Während sich das Fahrzeug noch im Bereich der Gleise befand, näherte sich der ICE 613.

Der Zug konnte nicht mehr rechtzeitig stoppen und prallte gegen den Sattelzug. Die Wucht des Zusammenstoßes führte zu erheblichen Schäden an Zug, Lastwagen und Bahnanlagen.

Ein Toter und zwölf Verletzte

Für einen 55-jährigen Bahnreisenden endete der Unfall tödlich. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der Mann bei der Kollision gegen einen Tisch in einer Sitzgruppe geschleudert.

Dabei erlitt er ein schweres stumpfes Bauchtrauma. Der Fahrgast starb später an den Folgen seiner Verletzungen.

Zwölf weitere Passagiere wurden unterschiedlich schwer verletzt. Mehrere Menschen erlitten Prellungen und Wunden, bei einer Frau wurden unter anderem Rippenbrüche festgestellt.

Feuerwehr und Rettungskräfte waren damals mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die beschädigten Waggons mussten geräumt und Verletzte medizinisch versorgt werden.

Millionenschaden bei der Deutschen Bahn

Neben den menschlichen Folgen entstand bei dem Unfall auch ein hoher Sachschaden. Der ICE und weitere Einrichtungen der Deutschen Bahn wurden erheblich beschädigt.

Die Staatsanwaltschaft beziffert die Schadenssumme auf rund 3,5 Millionen Euro. Damit zählt die Kollision auch wirtschaftlich zu den schwerwiegenderen Bahnunfällen der vergangenen Jahre in Hamburg.

Im Mittelpunkt des nun folgenden juristischen Verfahrens steht vor allem die Frage, ob und in welchem Ausmaß der Fahrer seine Sorgfaltspflichten verletzt hat. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass sich der Unfall bei einem zügigeren Überqueren des Bahnübergangs hätte verhindern lassen.

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