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Aleksandar Vučić bei einer Pressekonferenz vor serbischer Flagge
Aleksandar Vučić ist als Präsident Serbiens zurückgetreten und will nun bei der vorgezogenen Parlamentswahl antreten.
Aleksandar Vučić ist als Präsident Serbiens zurückgetreten und will nun bei der vorgezogenen Parlamentswahl antreten.
APA-Images / AP / Darko Vojinovic

Serbiens Präsident Vučić tritt zurück: Das plant er jetzt

28.09.2026 um 08:54, Jovana Borojevic
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Aleksandar Vučić tritt als Präsident Serbiens zurück. Doch sein politischer Abschied ist es nicht: Schon bald will er zurück an die Regierungsspitze.

Politischer Paukenschlag in Serbien: Aleksandar Vučić ist als Präsident zurückgetreten. Der 56-Jährige verkündete seinen Rücktritt als serbischer Staatschef am Sonntagabend im staatlichen Fernsehen. Doch aus der Politik zieht sich Vučić nicht zurück: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Serbien am 25. Oktober will er als Spitzenkandidat seiner SNS antreten und anschließend wieder Ministerpräsident werden.

​Aleksandar Vučić tritt als Präsident zurück

„Heute ist der Tag, an dem ich zurücktrete“, erklärte Aleksandar Vučić am Sonntagabend in einer Ansprache im staatlichen Fernsehsender RTS. Der Rücktritt von Vučić kam nicht völlig überraschend. Seine zweite Amtszeit als Präsident Serbiens wäre regulär erst im kommenden Jahr ausgelaufen. Nach zwei Mandaten hätte der 56-Jährige allerdings nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren dürfen.

Für Aufsehen sorgte auch seine letzte Amtshandlung als Präsident. Nach eigenen Angaben begnadigte Vučić 49 Menschen beziehungsweise ließ deren Strafverfolgung einstellen. Darunter sollen sich 23 Personen befinden, die im Zusammenhang mit den oppositionellen Studentenprotesten ins Visier der Justiz geraten waren.

Proteste erhöhen den Druck auf Vučić

Der Rücktritt von Aleksandar Vučić erfolgt in politisch äußerst angespannten Zeiten. Seit dem Einsturz des Bahnhofsvordachs in Novi Sad am 1. November 2024, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen, erlebt Serbien eine massive Protestbewegung. Vor allem Studierende gehen seit Monaten auf die Straße.

Die Demonstranten werfen der Regierung Korruption und den Behörden Versäumnisse vor. Gleichzeitig richten sich die Proteste in Serbien immer stärker gegen Vučić selbst. Der politische Druck auf den langjährigen starken Mann der serbischen Politik ist damit erheblich gewachsen.

Aleksandar Vučić: Seine politische Karriere

Aleksandar Vučić gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Politikern Serbiens. Von 1998 bis 2000 war er Informationsminister unter dem damaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milošević. Später folgten weitere Spitzenämter: Von 2012 bis 2013 war Vučić Verteidigungsminister, von 2014 bis 2017 Ministerpräsident Serbiens.

2017 wechselte er schließlich ins Präsidentenamt, 2022 begann seine zweite Amtszeit. Mit dem Rücktritt als Präsident endet dieses Kapitel nun früher als vorgesehen. Politisch soll für Vučić damit allerdings noch lange nicht Schluss sein.

​Nach dem Rücktritt: Das plant Vučić jetzt

Denn der 56-Jährige hat bereits sein nächstes politisches Ziel vor Augen. Vučić will als Spitzenkandidat seiner Serbischen Fortschrittspartei SNS bei der vorgezogenen Parlamentswahl antreten. Sollte das Wahlergebnis eine entsprechende Regierungsbildung ermöglichen, will er erneut Ministerpräsident Serbiens werden.

Damit würde Aleksandar Vučić in ein Amt zurückkehren, das er bereits zwischen 2014 und 2017 innehatte. Experten interpretieren den geplanten Wechsel vom Präsidentenamt zurück an die Regierungsspitze als Versuch, seinen politischen Einfluss zu festigen.

Ana Brnabić übernimmt vorerst das Präsidentenamt

Nach dem Rücktritt von Vučić übernimmt Parlamentspräsidentin Ana Brnabić zunächst kommissarisch das Amt des Staatsoberhaupts. Die frühere Ministerpräsidentin gilt als langjährige politische Mitstreiterin Vučićs. Ein Termin für die Wahl eines neuen serbischen Präsidenten wurde zunächst nicht bekannt gegeben.

Damit ist die politische Neuordnung Serbiens aber noch längst nicht abgeschlossen. Denn schon in wenigen Wochen steht mit der Parlamentswahl in Serbien die nächste wichtige Entscheidung an.

Parlamentswahl in Serbien am 25. Oktober

Am 25. Oktober 2026 findet in Serbien die vorgezogene Parlamentswahl statt. Vučić hatte dafür bereits Anfang September das Parlament aufgelöst. Im Zentrum steht dabei auch die Frage, welche Rolle der zurückgetretene Präsident künftig in der serbischen Regierung spielen wird.

Fest steht bislang: Aleksandar Vučić ist als Präsident zurückgetreten, zieht sich aber nicht aus der Politik zurück. Sein erklärtes nächstes Ziel ist die Rückkehr an die Regierungsspitze. Ob es dazu kommt, hängt vom Ergebnis der Parlamentswahl am 25. Oktober und der anschließenden Regierungsbildung ab.

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