Navi Pillay: Das ist die Friedensnobelpreisträgerin
- Vom Busfahrerkind zur ersten nichtweißen Richterin Südafrikas
- Einsatz gegen das Apartheid-Regime und Verteidigung Nelson Mandelas
- Internationale Karriere: Von Ruanda über Den Haag zu den Vereinten Nationen
- Unermüdlicher Einsatz für Menschenrechte bis ins hohe Alter
Navanethem „Navi“ Pillay wuchs unter dem Apartheid-Regime in Südafrika auf und stieg zu einer der einflussreichsten Juristinnen der Welt auf. Als Richterin an internationalen Strafgerichtshöfen und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte prägte die frischgebackene Friedensnobelpreisträgerin den weltweiten Kampf für Gerechtigkeit.
Vom Busfahrerkind zur ersten nichtweißen Richterin Südafrikas
Navanethem Pillay wurde 1941 im südafrikanischen Durban als Tochter eines indischstämmigen Busfahrers geboren. Trotz der mehrfachen Diskriminierung als Frau und Angehörige der tamilischen Minderheit erkämpfte sie sich ein Studium der Rechtswissenschaften und erwarb später mit einem Stipendium ihren Doktortitel an der renommierten Harvard University.
1967 eröffnete Pillay als erste Frau überhaupt in ihrer Heimatprovinz Natal eine eigene Anwaltskanzlei. 1995 schrieb sie erneut Geschichte, als sie von Nelson Mandela zur ersten nichtweißen Richterin am Obersten Gerichtshof Südafrikas ernannt wurde.
Einsatz gegen das Apartheid-Regime und Verteidigung Nelson Mandelas
In den Jahrzehnten der Apartheid vertrat Pillay mutig politische Gefangene, Anti-Apartheid-Aktivisten sowie Befreiungskämpfer des African National Congress (ANC) – darunter auch Nelson Mandela. Sie deckte systematische Folter in Gefängnissen auf und setzte grundlegende Haftrechte für politische Häftlinge durch.
Das Apartheid-Regime rächte sich für ihren juristischen Wiederstand, indem es ihr über viele Jahre hinweg die Ausstellung eines Reisepasses verweigerte. Diese Erfahrungen prägten Pillays unerschütterlichen moralischen Kompass dauerhaft.
Internationale Karriere: Von Ruanda über Den Haag zu den Vereinten Nationen
Ab Mitte der 1990er-Jahre verlagerte sich Pillays Wirkungskreis auf die globale Bühne. 1995 wurde sie als Richterin an das UN-Kriegsverbrechertribunal für Ruanda berufen, wo sie wegweisende Urteile fällte – unter anderem die Einordnung von sexueller Gewalt und Vergewaltigung als Straftatbestand des Völkermords.
Von 2003 bis 2008 diente sie als Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag. Anschließend übernahm sie von 2008 bis 2014 das Amt der Hoheitsvollen UN-Hochkommissarin für Menschenrechte in Genf.
Unermüdlicher Einsatz für Menschenrechte bis ins hohe Alter
Auch im hohen Alter blieb Pillay eine unermüdliche Mahnerin für das Völkerrecht. 2019 wirkte sie als Ad-hoc-Richterin im Völkermord-Verfahren gegen Myanmar vor dem Internationalen Gerichtshof mit. Später übernahm sie die Leitung der UN-Untersuchungskommission zu den besetzten palästinensischen Gebieten.
Seit 2017 amtiert Pillay als Präsidentin des Kuratoriums der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien. Mit dem Friedensnobelpreis 2026 findet ihr lebenslanger Kampf gegen Straflosigkeit und Unterdrückung seine höchste internationale Würdigung.
Steckbrief: Navanethem „Navi“ Pillay
- Geboren: 23. September 1941 in Durban, Südafrika
- Ausbildung: Studium der Rechte (University of Natal), Promotion in Harvard
- 1967: Erste eigene Anwaltskanzlei einer Frau in der Provinz Natal
- 1995: Erste nichtweiße Richterin am Obersten Gerichtshof Südafrika
- 1995–2003: Richterin am UN-Tribunal für Ruanda
- 2003–2008: Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH)
- 2008–2014: UN-Hochkommissarin für Menschenrechte
- 2026: Auszeichnung mit dem **Friedensnobelpreis**