Eigentum: Quadratmeter ab 5.000 Euro

Urbane Kleinstwohnungen für den Single und temporäre Bleiben im Mikroformat sind nicht mehr der große Renner am Wiener Immobilienmarkt. Zu diesem Schluss kommen die Experten von EHL Immobilien. Ins Suchradar geraten gerade vielmehr Drei- und Vierzimmerwohnungen, wobei auch hier auf effiziente und platzsparende Raumaufteilung geachtet werde, sagt Geschäftsführerin Karina Schunker. Der Wunsch nach mehr Zimmern würde sich daher nicht zwangsläufig in größeren Wohnungen widerspiegeln. Gesucht und gebraucht werden das eine oder andere Extrazimmer ­– für Homeoffice oder Homeschooling ­– mit möglichst wenig Zusatzfläche, wie sie sagt. Einerseits, um die eigenen Wohnbedürfnisse besser zu erfüllen. Andererseits, um die Höhe der Miete möglichst gering zu halten.

Mieter haben leicht bessere Karten

Dank hoher Fertigstellungsrate ist auch genug Angebot am Miet-Markt vorhanden, wie die EHL-Expertin ausführt. Die Preise steigen zwar weiter, wenn auch moderater. Knapp unter 13 Euro kostete 2021 der Quadratmeter in einem durchschnittlichen Neubau. Die Kurve dürfte auch im heurigen Jahr ansteigen, wenn auch flacher als zuletzt. Was Suchende indes freuen dürfte: Um die Wohnungen schneller an den Mann oder die Frau zu bringen, sind zuletzt die Laufzeiten bei befristeten Mieten gestiegen.

Prognose: Eigentumspreise steigen bis zu sieben Prozent  

Beim Eigentum zündet indes weiter der Preis-Turbo. Im letzten Jahr stiegen die Quadratmeterpreise im Schnitt um 6,5 Prozent. Und auch im neuen Jahr soll es in gleichem Tempo weitergehen. EHL geht von einer weiteren Teuerung zwischen 5,5 und 7 Prozent aus. Schuld seien der Preisdruck bei Baukosten und Grundstücken, die das Angebot knapphalten werden.

Die Quadratmeterpreise für Wohnungen im Erstbezug beginnen mittlerweile bei rund 5.000 Euro, die stärkste Nachfrage liegt bei einem Gesamktkaufpreis von rund 300.000 Euro. Karina Schunker, Geschäftsführerin EHL Wohnen GmbH

Viele müssen kleiner kaufen

Wer in Wien in Eigentum investieren will, muss im Neubausegment aktuell mit einer Umtergrenze von 5.000 Euro je Quadratmeter rechnen. Die Wunsch-Wohnung mit separatem Platz für ein Extrabüro wird damit für viele kaum mehr finanzierbar. Kaufen wollen die meisten um „nur“ 300.000 Euro. „Dreizimmerwohnungen mit den heute praktisch unverzichtbaren Freiflächen sind um diesen Preis nur sehr selten zu bekommen“, sagt Schunker. Viele müssen daher mit einem Zweizimmer-Objekt das Auslangen finden.

Autor: Rudolf Grüner, 19.01.2022