In diesem Alter stirbt man an Corona

Die Wiener Statistiker haben Zahlen aus dem Mortalitäts-Monitoring, das seit April 2020 die wöchentlichen Todesfälle analysiert, veröffentlicht. Für die letzten beiden Kalenderjahre weisen die Daten-Experten ein „außergewöhnliches Sterbegeschehen“ aus, vergleichbar mit Kriegs- und anderen Krisenzeiten. Die Übersterblichkeit lag im Schnitt bei rund neun Prozent. Zahlen, die durchwegs auch im Rest des Landes feststellbar waren. Nur im Burgenland lagen die Spitzen mit fünf Prozent deutlich darunter.

Covid-Tote und „Kollateralschäden“?

Lässt sich das Mehr an Toten im Jahr 2020 zu 75 Prozent mit dem SARS-CoV-2-Virus in Verbindung bringen, tut sich der Landes-Statistiker Ramon Bauer mit der Interpretation der Wiener Zahlen aus dem letzten Kalenderjahr deutlich schwerer. „Wir sehen, dass es im Sommer eine erhöhte Sterblichkeit ohne Covid-Tote gegeben hat, ebenso im Herbst. Hier scheint Corona nur zu rund 50 Prozent an der Mortalitäts-Spitze beteiligt gewesen zu sein.

Um die kontrastierenden Zahlen erklären zu können, wollen die Experten noch weitere Analysen abwarten, wie beim Pressetalk zu erfahren war. Es könnte sich allerdings um Kollateralschäden infolge der Pandemie handeln: Ein starkes Plus bei den Sterbefällen konnte bereits im Jahr 2020 auf Herz-Kreislauferkrankungen zurückgeführt werden. Deutlich mehr Todesopfer als erwartet gab es im gleichen Jahr auch unter den Krebspatienten.

Corona: Tod erwischt Männer mit 82 Jahren

1.116 Patienten starben 2020 an oder mit Covid-19, wobei diese Verstorbenen im Schnitt deutlich älter waren als andere. Corona-Opfer waren im Schnitt 82 Jahre alt, männlich und im Ausland geboren. Der Tod ereilte sie zu 99 Prozent in einem Wiener Heim oder in einem Krankenhauszimmer.

Kaum Junge unter den Pandemie-Opfern

Nur vier Virusopfer waren im ersten Pandemie-Jahr zum Zeitpunkt ihres Todes jünger als 40 Jahre gewesen. Das durchschnittliche Todesalter ohne Covid-Erkrankung lag bei 77,4 Jahren.

Autor: Rudolf Grüner, 28.01.2022