Katzen aus Qualzucht: Illegaler Handel aufgeflogen

Der Verkauf von illegal gezüchteten Katzenbabys wurde vereitelt. Die Samtpfoten haben im TierQuarTier Wien Unterschlupf gefunden.
Autor: Rudolf Grüner, 04.10.2022 um 11:02 Uhr

Ein Mann wollte Ende September in einem Margaretner Park vier kleine Kätzchen verschachern. Die vier Samtpfoten und ihre Scottisch Fold Kitten-Mama wurden dabei beschlagnahmt. Besonders perfide: Diese Katzenrasse zählt zu Qualzuchten, die in Österreich per Tierschutzgesetz verboten sind. Zusätzlich machte sich der Mann strafbar, indem er viel zu junge Kätzchen illegal an vermeitliche Tierliebhaber verkaufen wollte.

Die Jungfamilie wurde in die Obhut des TierQuarTiers gegeben und medizinisch versorgt. Der Jungfamilie geht es den Umständen entsprechend, wie die Pflegestation meldet.

Scottish Fold Katzen erkennt man vor allem an ihren Faltohren. Verantwortlich dafür ist ein Gendefekt, der auch zu schweren Knorpel- und Knochenschäden führt. Die Tiere erkranken häufig an Osteochondrodysplasie (OCD) und leiden an Gelenksschwellungen, verdickten Gliedmaßen sowie einer unnatürliche Körperhaltung

Unheilbar krank, lebenslange Schmerzen

„Vor Katzenmama Lolo und ihren Kitten liegt ein Leben voller Leid. Die unheilbare Erbkrankheit, die alle Scottish Fold Katzen in sich tragen, bereitet den Katzen unfassbare Schmerzen“, sagt TierQuarTier-Betriebsleiter Thomas Benda. Der aktuelle Aufgriff ist leider kein tragischer Einzelfall. Während im Jahr 2021 insgesamt 15 Scottish Fold Katzen aufgenommen haben, waren es seit Jahresbeginn bereits 46 Tiere. Eine Entwicklung, die Benda beunruhigt. Das Geschäft mit dem Leid der Tiere nimmt zu, Tierquälerei wird unterstützt.

Qualzucht: Hohe Geldstrafen drohen

Auch die Tierschutzombudsstelle Wien registriert verstärkt illegale Anfragen. Beinahe wöchentlich würden Inserate aus den sozialen Medien, in denen solche Tiere zum Kauf angeboten würden, gemeldet.  „Das Tierschutzgesetz ist hier ganz eindeutig: Es ist verboten, Tiere mit Qualzuchtmerkmalen zu importieren, zu erwerben, zu vermitteln, weiterzugeben oder auszustellen“, klärt Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien auf. Seit September ist auch die Bewerbung beziehungsweise werbliche Abbildung verboten. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 7.500 Euro rechnen.