Direkt zum Inhalt
Mutter und Tochter die diskutieren| Credit: StockPhotoDirectors/Shutterstock
StockPhotoDirectors/Shutterstock
Promotion

Gleich oder doch anders

23.09.2026 um 09:50, Online Promotion
min read
Kinder- und Jugendanwaltschaft. Die 13-jährige Sana hat die Diagnose „Aufmerksamkeitsdefizit (ADS)“ erhalten. Sie schwankt zwischen Erleichterung und Sorgen.

Die Diagnose eines „Aufmerksamkeitsdefizits“ (ADS) hat Sana Erleichterung verschafft, da sie dadurch besser versteht, weshalb sie der Schulalltag stärker belastet als viele ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. Trotzdem sorgt sie sich um ihre Zukunft. Sie möchte die Matura machen und studieren, hat jedoch das Gefühl, von ihren Eltern nicht ausreichend unterstützt zu werden.

Daher empfiehlt ihr eine Vertrauenslehrerin, sich an die Kinder- und Jugendanwaltschaft Steiermark (kija) zu wenden und sich über ihre Rechte zu informieren. Dort schildert Sana ihre Situation und den Standpunkt ihrer Eltern. Die kija lädt Sana und ihre Eltern zu einem Gespräch ein, um die unterschiedlichen Sichtweisen zu verstehen. In diesem Artikel erfährst du, wie wir Sana und ihre Eltern unterstützen konnten.

Recht auf Bildung 

Kinder und Jugendliche haben das Recht auf bestmögliche Bildung und bestmögliche Unterstützung. Mädchen und Burschen sollen die gleichen Chancen haben. Die Interessen der Kinder und Jugendlichen sollen beachtet werden.

Im Fall von Sana bedeutet dieses Recht, dass Sanas Wunsch, die Matura zu machen, von den Eltern unterstützt werden soll. Im Gespräch erfahren wir, dass es für Sana anstrengend ist, sich über einen längeren Zeitraum ausreichend konzentrieren zu können. Auch die Organisation des schulischen Alltags fällt ihr schwer.

Die kurzen Pausen zwischen den Unterrichtsstunden und die damit teilweise verbundenen Raumwechsel sind für Sana eine große Herausforderung. Der Vormittag in der Schule fordert Sana so sehr, dass sie an den Nachmittagen und Wochenenden ganz erschöpft ist und keine Kraft hat, um sich mit Freundinnen und Freunden zu treffen. Die Eltern wünschen sich aber, dass Sana ihre Freizeit genießen kann.

Mädchen, welches sich an den Kopf greift und ihr Gesicht verzerrt | Credit: fotosparrow/Shutterstock

Recht auf Spiel und Freizeit 

Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Ruhe, Freizeit, Spiel, altersgemäße, aktive Erholung und freie Teilhabe am kulturellen und künstlerischen Leben. Im Fall von Sana bedeutet dieses Recht, dass sie mit Freundinnen und Freunden am Nachmittag und auch am Wochenende Zeit verbringen und Spaß haben soll. Auch ihre Eltern möchten gerne etwas mit ihr unternehmen. Sana sollte Kraft und Zeit für einen Besuch im Kino oder im Schwimmbad haben, sich im Park mit Freundinnen und Freunden zum Chillen treffen können, eine Radtour machen und so weiter.

Sana hört gut zu, und ihre Eltern erklären uns und ihr, dass es ihnen wichtig ist, dass Sana Zeit für sich selbst hat, aber auch ausreichend Kraft, um etwas zu unternehmen. Sie sehen, wie viel Kraft Sana für den Schulbesuch aufbringt, und aus diesem Grund möchten sie, dass Sana keine weiterführende Schule besucht.

Die Eltern machen sich Sorgen, aber Sana wirkt verzweifelt. Wir von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Steiermark können Sanas Wunsch, aber auch die Sorgen der Eltern nachvollziehen und erzählen vom Recht auf Gleichheit und dem Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung.

Recht auf Gleichheit 

Alle Kinder und Jugendlichen haben das Recht auf alle Rechte, egal, wo sie leben, wo sie herkommen, welche Hautfarbe oder Religion sie haben, welche Sprache sie sprechen, welches Geschlecht sie haben, ob sie eine Behinderung haben und ob sie arm oder reich sind.

Im Fall von Sana bedeutet dies, dass wir ihre Diagnose berücksichtigen müssen und versuchen, den schulischen Alltag so zu gestalten, dass er für sie weniger kräfteraubend wird. Dazu benötigen wir Informationen und Mithilfe von Sana, ihren Eltern und ihren Lehrerinnen und Lehrern. Ziel ist es, Sana bestmöglich zu begleiten, damit sie dieselben Bildungschancen erhält wie Jugendliche ohne ADS.

Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung 

Kinder und Jugendliche haben das Recht, in allen Belangen, die sie betreffen, ihre Meinung zu sagen. Diese Meinung muss dem Alter und der Reife des Kindes/dem Jugendlichen entsprechend berücksichtigt werden. Im Fall von Sana bedeutet dies, dass wir gemeinsam herausfinden, welche Situationen für sie in der Schule besonders herausfordernd sind und durch welche Maßnahmen für Entlastung gesorgt werden kann.

Dazu nehmen wir ihren Stundenplan zu Hilfe und überlegen mit ihr und ihren Eltern, welchen Beitrag die Eltern leisten können und in welchen Bereichen wir die Lehrerinnen und Lehrer von Sana um Unterstützung bitten müssen. Sana schöpft Hoffnung, und ihre Eltern beginnen zu verstehen, wie wichtig es für Sana ist, sie in ihren Zukunftsplänen zu unterstützen und an sie zu glauben.

Wir nehmen auch Kontakt mit Sanas Lehrerinnen und Lehrern auf, sensibilisieren diese für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit ADS und besprechen, welche Unterstützungen im schulischen Alltag hilfreich sein könnten.

Einige Wochen später sprechen wir wieder mit Sana, ihren Eltern und den Lehrerinnen und Lehrern. Wir erfahren, dass Sana nun auf einem guten Weg ist, den schulischen Alltag zu meistern. Sie selbst ist sehr stolz auf sich und ihre Eltern machen sich weniger Sorgen. Auch die Lehrerinnen und Lehrer zeigen sehr viel Verständnis und Entgegenkommen für Sanas Situation.

Zwei Frauen im Gespräch | Credit: VH-studio/Shutterstock

Kontakt

Kinder- und Jugendanwaltschaft Steiermark 
Paulustorgasse 4/EG
8010 Graz 
Mobbingtelefon: 0676 / 8666 3131 
Tel: 0676 / 8666 0609 
Mail: kija@stmk.gv.at
Web: www.kija.steiermark.at

KIJA Logo

more