Über Elf Millionen Schulden: Bekannter Gastrobetrieb ist pleite
Die Fürgast Betriebsgastronomie GmbH, bekannt durch den Betrieb des Hotels und Restaurants Das Grambacher, in der Umgebung von Graz, hat am heutigen Montag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht Graz beantragt. Trotz der modernen Ausrichtung des 2023 eröffneten Hauses drückt eine Schuldenlast von rund 11,4 Millionen Euro das Unternehmen in die Pleite.
Insolvenz-Fakten: Passiva von 11,4 Millionen Euro
Die Fürgast Betriebsgastronomie GmbH mit Sitz in der Feldkirchner Straße in Seiersberg-Pirka steht vor massiven finanziellen Herausforderungen. Laut KSV1870 sind von der Insolvenz rund 100 Gläubiger und 47 Dienstnehmer betroffen. Während die Aktiva zu Liquidationswerten mit circa 7,4 Millionen Euro beziffert werden, stehen dem Verbindlichkeiten (Passiva) in Höhe von etwa 11,4 Millionen Euro gegenüber.
Ursachen: Baustellen und Kostenexplosion
Als Hauptgründe für den finanziellen Rückschlag nennt das Unternehmen hohe Finanzierungsaufwendungen sowie Umsatzrückgänge durch Infrastrukturprojekte im direkten Umfeld des Standorts Grambach. Straßensperren unmittelbar nach der Hoteleröffnung sowie gestiegene Personalkosten und sinkende Deckungsbeiträge in der Kantinenbelieferung führten zur Zahlungsunfähigkeit.
Das Grambacher: Hotel-Konzept und Zimmer
Trotz der aktuellen Krise bleibt der Betrieb des 2023 fertiggestellten Prestigeprojekts vorerst aufrecht. Das Unternehmen wirbt auf der Website weiterhin mit der hohen Qualität des Standorts: „Unser 2023 errichtetes Hotel bietet 52 moderne stilvolle Zimmer mit Balkon, in vier verschiedenen Zimmerkategorien. Egal ob Klassik oder Deluxe, eines haben alle gemeinsam – nach einem anstrengenden Seminartag oder nach Rückkehr eines Stadtbesuches, laden die Zimmer zum Wohlfühlen und Erholen ein.“
Das Hotel in Grambach wird durch ein Restaurant und Seminarräumlichkeiten ergänzt, wobei laut Geschäftsführung alle Teilbereiche positive Deckungsbeiträge erwirtschaften, was eine Fortführung rechtfertigen soll. "Der zu bestellende Insolvenzverwalter wird nunmehr zu prüfen haben, ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger liegt und der vorgelegte Sanierungsplan eingehalten werden kann“, so Julia Liszt vom KSV1870.
Sanierungsplan: 20 Prozent Quote für Gläubiger
Ziel des Verfahrens ist die Entschuldung. Der vorgelegte Sanierungsplan sieht die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent vor, zahlbar innerhalb von 24 Monaten. Zum Insolvenzverwalter wurde Dr. Arno Lerchbaumer (Lerchbaumer Schlager Rechtsanwälte GmbH) bestellt. Die entscheidende Sanierungsplan-Tagsatzung findet am 23.07.2026 statt.