Hochkönig setzt auf KI: Das kann der digitale „Alois“
Die Region Hochkönig setzt künftig auf künstliche Intelligenz in der Gästekommunikation. Mit „Alois“ wurde in Maria Alm ein sprechender digitaler Urlaubsbegleiter vorgestellt, der BBesucher rund um die Uhr in mehr als 100 Sprachen beraten kann.
Was „Alois“ alles kann
Vorgestellt wurde das neue System bei einem Pressegespräch im Hotel Eder in Maria Alm. „Alois“ soll deutlich mehr können als ein klassischer Chatbot. Der digitale Gastgeber führt Gespräche, berücksichtigt persönliche Wünsche und verbindet diese mit aktuellen Informationen aus der Region.
Dabei kann er Gäste bereits vor der Anreise bei der Urlaubsplanung unterstützen, während des Aufenthalts Ausflugstipps liefern oder kurzfristig auf geänderte Pläne reagieren. Auch Informationen zu Unterkünften, Gastronomie, Veranstaltungen, Bergbahnen, Mobilität oder Betriebszeiten fließen in die Beratung ein.
„Alois zeigt, wohin sich Gästekommunikation entwickelt: weg von der reinen Auskunft, hin zum persönlichen digitalen Urlaubsbegleiter“, erklärt Christine Scharfetter.
KI erstellt persönliche Tagesprogramme
Eine zentrale Funktion ist der sogenannte Dayplanner. Das System kombiniert Wünsche der Gäste mit Wetter, Aufenthaltsort, Alter, Öffnungszeiten, Veranstaltungen und verfügbaren Angeboten.
So kann „Alois“ beispielsweise für eine Familie ein Programm erstellen, das am Vormittag eine Aktivität in der Natur, mittags regionale Küche und am Nachmittag ein ruhigeres Angebot vorsieht. Ändert sich das Wetter, kann der Ablauf direkt angepasst werden.
Die KI greift dabei nach Angaben der Region nicht frei auf beliebige Internetquellen zurück, sondern arbeitet mit einer strukturierten Wissensbasis und definierten touristischen Daten. Über ein eigenes Dashboard können auch kurzfristige Sperren, Änderungen oder Sicherheitshinweise berücksichtigt werden.
Auch bei der Unterkunftssuche soll „Alois“ unterstützen. Reisezeitraum, Ausstattung, Budget und persönliche Wünsche werden berücksichtigt, bevor passende verfügbare Angebote bis hin zum offiziellen Buchungslink vorgeschlagen werden.
„Alois“ gibt es auch für die Hosentasche
Zusätzlich wurde eine rund acht Zentimeter große „Alois“-Figur entwickelt. Mit Hut und Lederhose soll sie den digitalen Gastgeber auch physisch sichtbar machen. Im Sockel befindet sich ein NFC-Chip.
Wer ein Smartphone an die Figur hält, gelangt direkt zur entsprechenden Landingpage. Eine eigene App oder Registrierung ist dafür nicht erforderlich. Neben der Sprachfunktion steht auch ein klassischer Chat zur Verfügung. Für Kinder kann „Alois“ zudem Sagen und Geschichten aus der Region erzählen.
Auch Hotels können eigene digitale Gastgeber entwickeln. Für die Eder Hotels in Maria Alm entsteht etwa „TaNte FriDa“, die auf die Leistungen der Häuser spezialisiert wird und bei regionalen Fragen mit „Alois“ zusammenarbeiten soll.
Modell für weitere Tourismusregionen
Umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit Butterseite Media. Die technische Architektur ist so angelegt, dass sie auch auf andere Destinationen übertragen und an deren Angebote und Marken angepasst werden kann.
Weitere Projekte befinden sich laut den Verantwortlichen bereits für den Südharz und Bad Orb in Umsetzung. Am Hochkönig soll so der Ausgangspunkt für ein Netzwerk digitaler Gastgeber entstehen.