156 Gästetickets: Fan-Protest in Salzburg eskaliert
Vor dem Zweitliga-Schlager zwischen Austria Salzburg und Blau-Weiß Linz sorgt nicht nur die sportliche Ausgangslage für Gesprächsstoff. Die organisierte Fanszene der Violetten plant am Freitag einen zehnminütigen Stimmungsboykott. Hintergrund ist die angespannte Ticketsituation für die Gästefans und die seit längerem diskutierte begrenzte Kapazität des Max-Aicher-Stadions in Salzburg-Maxglan.
Zehn Minuten ohne organisierten Support
Die Fangruppe Curva Viola hat angekündigt, in den ersten zehn Minuten der Partie auf organisierten Support zu verzichten. Zusätzlich soll eine bereits geplante Choreografie nicht durchgeführt werden.
Die Aktion richtet sich nach Angaben aus der Fanszene nicht gegen die Mannschaft von Austria Salzburg oder die Spieler von Blau-Weiß Linz. Vielmehr soll damit auf die schwierige Stadionsituation und die eingeschränkten Möglichkeiten für Gästefans aufmerksam gemacht werden.
Nach Ablauf der ersten zehn Minuten soll die Unterstützung wieder aufgenommen werden. Es handelt sich damit nicht um einen vollständigen Stadionboykott, sondern um eine zeitlich begrenzte Protestaktion.
Nur 156 Tickets für Blau-Weiß-Fans
Auslöser für die aktuelle Diskussion ist vor allem das kleine Gästekontingent. Laut FC Blau-Weiß Linz stehen den Anhängern des Tabellenführers lediglich 156 Tickets für den Gästesektor zur Verfügung.
Die Nachfrage übersteigt dieses Kontingent deutlich. Deshalb gibt es keinen freien Verkauf für den Gästebereich. Die verfügbaren Karten sind nach Angaben des Linzer Vereins den eigenen Fanklubs vorbehalten.
Gerade bei einem Verein, der bei Auswärtsspielen regelmäßig von einer größeren Fanszene begleitet wird, sorgt diese Begrenzung für Unmut.
Stadionkapazität erneut im Fokus
Auch Austria Salzburg sieht die Situation als Folge der infrastrukturellen Grenzen in Maxglan. Obmann David Rettenbacher erklärte gegenüber Salzburg24, dass der Verein wiederholt an seine Kapazitätsgrenzen stoße. Diesmal seien davon nicht nur Heim-, sondern auch Auswärtsfans betroffen.
Die Curva Viola stellt sich deshalb solidarisch hinter die Kritik der Linzer Anhänger. Der Protest soll ein Zeichen dafür setzen, dass ein größeres Zuschauerinteresse mit den aktuellen Rahmenbedingungen im Stadion nur schwer abzudecken ist.
Ein ursprünglich angedachtes Public Viewing für Fans ohne Eintrittskarte kommt ebenfalls nicht zustande. Damit bleibt einem Teil der anreisewilligen Gäste voraussichtlich nur die Möglichkeit, das Spiel außerhalb des Stadions zu verfolgen.
Polizei richtet Sicherheitsbereich ein
Auch die Behörden bereiten sich auf das Spiel vor. Die Landespolizeidirektion Salzburg stuft die Partie als Sportgroßveranstaltung ein und hat rund um das Max-Aicher-Stadion einen Sicherheitsbereich eingerichtet.
Dieser gilt am Freitag, 23. Oktober, von 18 bis 24 Uhr. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Polizei Personen aus diesem Bereich wegweisen. Bei erkennbarem Bedarf ist zudem mobile Videoüberwachung vorgesehen.
Zusätzlich gelten besondere Sicherheitsauflagen im Stadion. Laut aktueller Berichterstattung darf dort lediglich Leichtbier ausgeschenkt werden. Der zentrale Grund für den angekündigten Fanprotest bleibt jedoch die begrenzte Kapazität und das kleine Gästekontingent.