VP Linz fordert spezielle Wohnformen für Alleinerziehende
Die Familienrealität hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Immer mehr Kinder wachsen heute nicht mehr in klassischen Zwei-Eltern-Haushalten auf. In Österreich ist bereits rund jede fünfte Familie mit Kindern eine Ein-Eltern-Familie. Insgesamt leben etwa 300.000 alleinerziehende Eltern mit ihren Kindern im Land.
Für VP-Gemeinderätin Theresa Ganhör ist daher klar: „Diese Entwicklung stellt auch Städte wie Linz vor neue wohnpolitische und soziale Herausforderungen. Eine moderne Stadtpolitik muss auf diese Veränderungen reagieren und entsprechende Wohnangebote schaffen.“
Alleinerziehende stärker im Wohnbau berücksichtigen
Rund 21 Prozent aller Familien mit Kindern sind Ein-Eltern-Familien. In etwa 302.000 Haushalten in Österreich lebt ein Elternteil alleine mit Kindern. Dabei sind rund 85 bis 90 Prozent der Alleinerziehenden Frauen, die meist sowohl die Hauptverantwortung für die Betreuung der Kinder als auch für das Einkommen tragen.
„Alleinerziehende sind längst keine Randgruppe mehr, sondern eine wachsende Zielgruppe im Wohnbau. Eine zukunftsorientierte Wohnpolitik muss diese Familienform aktiv mitdenken“, betont Ganhör.
Hohes Armutsrisiko durch steigende Wohnkosten
Alleinerziehende gehören zu den sozial am stärksten belasteten Familienformen. Mit nur einem Einkommen, gleichzeitig hohen Betreuungspflichten und steigenden Wohnkosten geraten viele Familien rasch unter finanziellen Druck. Studien zeigen, dass gerade Wohnkosten ein zentraler Faktor für Armutsgefährdung sind.
„Gerade deshalb braucht es Wohnmodelle, die leistbaren Wohnraum sichern, gegenseitige Unterstützung ermöglichen und soziale Isolation verhindern“, so Ganhör.
Wohnprojekte für Alleinerziehende als Chance für Linz
Ein mögliches Vorbild sieht die VP Linz in Wohnprojekten für Alleinerziehende, wie sie etwa in Wien umgesetzt wurden. Dort kombinieren Projekte wie das JUNO-Wohnprojekt leistbare Wohnungen mit Gemeinschaftsräumen, sozialer Vernetzung und einer familienfreundlichen Infrastruktur.
Solche Modelle bringen zahlreiche Vorteile: gegenseitige Unterstützung im Alltag, etwa bei der Kinderbetreuung, mehr soziale Stabilität für Kinder sowie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Gerade für Kinder von Alleinerziehenden ist ein stabiles Umfeld besonders wichtig. Gemeinschaftliche Wohnformen können hier einen wertvollen Beitrag leisten“, erklärt Ganhör.
Wohnbau ist auch Familienpolitik
Für die VP Linz ist klar, dass Wohnpolitik immer auch Familienpolitik ist. Leistbarer Wohnraum entscheidet wesentlich darüber, ob Familien langfristig in der Stadt bleiben können.
„Wenn wir Linz als familienfreundliche Stadt weiterentwickeln wollen, müssen wir auch neue Wohnformen ermöglichen. Gemeinschaftliche Wohnprojekte für Alleinerziehende sind aktive Armutsprävention, eine wichtige Unterstützung für Familien und gleichzeitig ein moderner Ansatz in der Stadtentwicklung“, so Ganhör abschließend.
Die VP Linz fordert daher, bei zukünftigen Wohnbauprojekten gezielt auch spezielle Wohnformen für Alleinerziehende zu prüfen und entsprechende Pilotprojekte in Linz zu ermöglichen.