Energiestadt Wels: Der Weg stimmt

Vor 13 Jahren wurde das Projekt „Energiestadt Wels“ ins Leben gerufen. Nun wurde eine Zwischenbilanz über die insgesamt 32 Maßnahmen gezogen. Ergebnis: Sehr vieles ist bereits umgesetzt.

Wärme

Seit dem Beschluss des Projektes im Jahr 2008 hat die eww Gruppe das Netz und die Zahl der versorgten Haushalte stetig ausgebaut; alleine zwischen 2014 und 2019 ist die Länge der Leitungen um über 20 Prozent gestiegen. Auch der Anteil der Abfallverbrennung der Energie AG Umweltservice hat sich auf 78 Prozent gesteigert, heuer soll die 80-Prozent-Marke geknackt werden.

Strom

Die Erneuerung des Wasserkraftwerkes Traunleiten, die vor ziemlich genau einem Jahr abgeschlossen worden ist, ermöglichte eine Leistungssteigerung von rund 80 Prozent und eine Einsparung von 85.000 Tonnen CO₂ pro Jahr. „Der Anteil an erneuerbarer Energie am gesamten Stromangebot der Wels Strom GmbH hat 100 Prozent erreicht“, so Umweltreferentin Silvia Huber, und auch die Zahl der Photovoltaik-Anlagen hat sich von 2014 bis 2019 um über 70 Prozent erhöht.

Mobilität

Hier findet sich ein Punkt, der, wie es formuliert wird, „sinngemäß umgesetzt“ worden ist. So wurde statt dem eigentlich geplanten Leihrad-System nun ein E-Scooter-Betrieb installiert. In der Stadt gibt es aktuell 30 Stromtankstellen und in den letzten sieben Jahren sind 60 Kilometer an neuen Radwegen dazugekommen. „In der Stadtregionalen Strategie ist das Fahrrad als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel ein zentraler Bestandteil“, betont Huber.

Bewusstsein schaffen

Ein ganz zentraler Punkt, wenn nicht womöglich sogar der wichtigste, ist das Steigern einer Bewusstseinskultur: Dass es nämlich für alle wichtig ist, auf die Umwelt zu achten und sorgsam mit den Ressourcen umzugehen. So wurde die Flurreinigungsaktion „Sauberes Wels“ geschaffen, der Umweltschutzpreis der Stadt ins Leben gerufen und 2019 das Ziel proklamiert, eine plastikfreie Stadt zu werden. Es gibt Schwerpunkt- Projekte der städtischen Bildungseinrichtungen und auch die Energiesparmesse trägt zur öffentlichen Sichtbarkeit des Nachhaltigkeitsgedankens bei.

Management

Was die Organisation betrifft, verweist die Stadt auf die „Aufnahme von Energieeffizienzkriterien im Beschaffungswesen der Dienstsstelle Zentraler Einkauf“, wie es heißt. Mit Birgitt Wendt gibt es eine städtische Umweltbeauftragte, die gleichzeitig Klimaschutzbeauftragte ist. Nicht zuletzt wurde auch bei städtischen Ausspeisungen vermehrt auf Nahrungsmittel aus regionaler und biologischer Herkunft gesetzt.

Weitere Projekte in petto

„Mit der Umsetzung des Energiestadt-Projektes gestalten wir eine nachhaltige Zukunft für unsere Kinder“, so Bürgermeister Andreas Rabl. „Wir haben in den vergangenen Jahren vieles geschafft und auch für die nächste Zeit stehen bereits Projekte auf dem Programm!“

Autor: Philipp Eitzinger, 19.03.2021