Nach 56 Jahren: Kult-Diskothek vor dem Aus
- Kult-Disco „Blow Up“ in Pottendorf steht vor dem Aus
- 35.000 Euro Fehlbetrag und hohe Auflagen bei Überprüfung
- Emotionaler Spendenaufruf auf GoFundMe soll Rettung bringen
Die legendäre Diskothek „Blow Up“ in Pottendorf (Bezirk Baden) kämpft nach 56 Jahren Bestehen ums Überleben. Wegen hoher behördlicher Auflagen und Investitionskosten von mindestens 35.000 Euro steht die Schließung im Raum.
Kult-Disco „Blow Up“ in Pottendorf steht vor dem Aus
Seit 1970 wird in den Räumlichkeiten gefeiert. Generationen von Nachtschwärmern verbrachten hier unvergessliche Abende. Da die goldenen Discozeiten längst vorbei sind, hatte man den Betrieb des "Blow Up" in den letzten Jahren auf ein- bis zweimal monatliche Veranstaltungen reduziert. Diese deckten zwar die laufenden Kosten, doch für die nun anstehenden finanziellen Hürden reicht das Geld bei Weitem nicht mehr aus.
35.000 Euro Fehlbetrag und hohe Auflagen bei Überprüfung
Bereits im September musste eine geplante Revival-Night aufgrund einer strengen Betriebsanlagenüberprüfung kurzfristig abgesagt werden, seither bleiben die Türen verschlossen. Während im benachbarten Lokal Carambol unter Auflagen teilweise geöffnet werden darf, stehen die Betreiber vor gewaltigen Kosten. Mehr als 15.000 Euro flossen in den letzten Monaten bereits in unsichtbare Instandsetzungsarbeiten, hinzu kamen Tausende Euro für Prüfberichte und eine unerwartet defekte Kühlanlage. „Da wir nun ungefähr abschätzen können, welche Kosten noch weiter auf uns zukommen würden, bleibt uns leider nur zu sagen – das schaffen wir nicht!“, erklären die Betreiber in ihrem Spendenaufruf.
Emotionaler Spendenaufruf auf GoFundMe soll Rettung bringen
Um die geforderten Investitionen von mindestens 35.000 Euro zu stemmen, wagen die Betreiber nun den Schritt an die Öffentlichkeit und bieten auf GoFundMe um Hilfe. „Wir haben im Augenblick tatsächlich nichts mehr zu verlieren. Uns ist bewusst, dass es ungewöhnlich ist, um Unterstützung für ein Unternehmen zu bitten, aber wir möchten lieber offen und ehrlich mit unserer Situation umgehen, als still aufzugeben“, heißt es im Spendenaufruf. Oft hätten Gäste zu ihnen gesagt: „Bitte, schauts, dass das Blow Up noch ewig gibt!“ Ob sich dieser Herzenswunsch erfüllt, bleibt offen.