So klappt es mit dem Lernen neuer Sprachen

Nicht alle Kärntner sind mit einer zweiten Umgangssprache gesegnet. Dass es sich aber lohnt, über den Tellerrand zu hören, erklärt der Linguist Alexander Onysko in einem Interview mit dem AAU-Magazin "ad astra": "Studien zeigen, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder besser von einer Aufgabe zu einer anderen umschalten können, beispielsweise davon, Bilder nach einer Farbe und später nach ihrer Form zu sortieren. Da sind sie schneller. Sie scheinen eine höhere kognitive Flexibilität zu haben; etwas also, das sich auch im Zusammenleben mit anderen äußert." Mehrsprachigkeit kann sich also auch positiv auf das berufliche Leben auswirken. Wir haben ein paar Tipps für Sie, wie Sie einfacher eine fremde Sprache lernen und Ihr Kind dabei unterstützen können.

Partner finden

Zu zweit geht alles einfacher – beim Sport und beim Sprachenlernen. Suchen Sie sich einen Partner mit dem Sie üben können, in dem Sie einfach über Alltägliches reden, sich Gesprächssituationen ausdenken oder einfach über tagesaktuelle Themen diskutieren. Auch im Freundeskreis Ihres Kindes lässt sich sicherlich jemand finden, vielleicht sogar ein Native Speaker.

Zuhören entscheidend

Um die Aussprache der Wörter und die Melodie der neuen Sprache zu verinnerlichen, sind Videos oder Hörbücher empfehlenswert. Man kann sie via Smartphone und Kopfhörer nebenbei beim Kochen, Putzen, auf dem Weg zur Arbeit/ Schule oder während des Spaziergangs hören. Wichtig: Lernt man ein neues Wort oder einen neuen Satz kennen, sollte man sich den nicht nur öfter anhören, sondern auch selbst (laut) wiederholen. Fremdsprachige TV- oder Radiosendungen können hier auch helfen.

Raus aus der Komfortzone

Trauen Sie sich und sprechen Sie (fremde) Menschen in der neuen Sprache an. Fragen Sie nach dem Weg oder starten Sie einen Small-Talk. Je öfter Sie das machen, umso leichter wird es Ihnen fallen. Sollten Sie einen Fehler machen, dann erklären Sie dem Gegenüber einfach, dass Sie ein "Sprachneuling" sind.

Kreativ sein

Kleben Sie Notizzettel mit den entsprechenden Begriffen oder gar vollständigen Sätzen auf Ihre Möbel. "Das ist eine Couch", "Diese Couch ist rot" oder "Ich muss dringend den Seifenspender auffüllen". Benennen Sie beim Kochen alles was Sie in die Hand nehmen mit den richtigen Vokabeln. Oder kommentieren Sie Ihre Arbeitsschritte laut.

Selbstgespräche

Sie haben grad keinen Partner zur Hand, mit dem Sie die Sprache üben können? Kein Problem, schlüpfen Sie einfach in die verschiedenen Rollen und führen Sie mit sich selbst ein Gespräch. Diskutieren Sie beispielsweise mit sich selbst, was es heute zum Abendessen gibt, welches Fleisch, welche Beilage, welche Sauce und was Sie noch aus dem Supermarkt dafür brauchen

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 28.12.2020