Naturkatastrophen: so ist die Feuerwehr Kärnten aufgestellt

Der diesjährige Sommer hat gezeigt, dass Naturkatastrophen auch in Kärnten ein zunehmendes Thema sind. Wie geht die Feuerwehr damit um? Ist sie für die Einsätze ausreichend ausgestattet? Mit welchen Herausforderungen hat sie zu kämpfen?
Autor: Pia Kulmesch, 26.08.2022 um 12:12 Uhr

Der Klimawandel und die damit verbundenen Anforderungen sind mittlerweile zu einer großen Herausforderung für die Feuerwehrkräfte geworden. Das Jahr 2022 war bis jetzt ein schwieriges für die Feuerwehrleute im südlichsten Bundesland. Bereits im Jänner gab es zahlreiche gefährliche Schneeeinsätze.
Im Juni suchten das Land Extremwetterereignisse heim – Starkregen, Hagel, Sturm und Überschwemmungen. Erstmals mussten alle fünf Katastrophenhilfszüge der Feuerwehr nach Treffen/Arriach ausrücken. Rund 4.500 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz! Aber auch Mitte August wurden in Kärnten 700 Einsätze von 2.500 Feuerwehrleuten abgearbeitet.
Weiteres fordern die technologischen Veränderungen oder Gefahrenquellen bei den Anlagen zur Erzeugung und Speicherung von erneuerbaren Energien die Einsatzkräfte – insbesondere im Bereich der Ausbildung und der zeitgemäßen Ausrüstung.

Wie ist die Feuerwehr für die Einsätze ausgestattet?

Wie Rudolf Robin, Feuerwehrvizepräsident und Landesfeuerwehrkommandant, informiert, basiert das Katastrophenschutzsystem der Feuerwehrorganisation in Kärnten auf der Basisausrüstung: Fahrzeug und Gerät. Mit dieser Basisausrüstung der 429 Feuerwehren kann der größte Teil der Einsätze in Angriff genommen werden. Bei besonders umfangreichen Einsätzen besteht die Möglichkeit, einen der fünf Katastrophenhilfszüge (KAT Züge) des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes anzufordern. Die KAT Züge bestehen aus rund 1.000 Feuerwehrkräften, die innerhalb von 24 Stunden in Form eines Zuges mit 60-80 Helfern zum Einsatzort ausrücken können.
Generell zeigte eine durchgeführte Gefahrenabwehr und Ausrüstungsplanung bei den Feuerwehren in Kärnten, dass die Florianis hierzulande für die aktuellen Einsätze sehr gut ausgerüstet und ausgebildet sind. Anpassungen müssen aber dennoch laufen durchgeführt werden. Und auch um den Nachwuchs ist es gut bestellt. Die Feuerwehrjugend (10- bis 15-Jährige) wird mit Ausbildung, Spaß, Wettbewerben sowie dem Erlernen von Soft Skills auf den Dienst vorbereitet. In Kärnten sind rund 1.500 Jugendliche in 170 Feuerwehrjugendgruppen gemeldet. Der Anteil der Mädchen beträgt stolze 20 Prozent.

Naturkatastrophe

Kein Grund zur Sorge

Wenngleich man der Natur in puncto Naturkatastrophen völlig ausgeliefert ist, darf man auf den Schutz und die Hilfe von Einsatzkräften vertrauen. Robin richtet sich mit einem Appell an die Bevölkerung: diese könne sehr dankbar sein, in einem derart sicheren Land leben zu dürfen. „Das Sicherheitssystem in Kärnten ist einzigartig. Jede Einsatzorganisation arbeitet sehr motiviert auf dem höchstmöglichen Standard. Die Kooperation im Zuge eines Katastrophenereignisses unter den Einsatzorganisationen mit den Verantwortlichen der Politik und den Behörden funktioniert problemlos.“