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v.l.: Erich Fenninger, Thomas König und Katharina Csencsits
v.l.: Erich Fenninger, Thomas König und Katharina Csencsits
Volkshilfe Burgenland

Volkshilfe Burgenland: Hilfe in schwierigen Lebenssituationen

09.06.2026 um 08:25, Manfred Vasik
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Mit rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt die Volkshilfe Burgenland mit ihrem vielfältigen Angebot Menschen in schwierigen Lebensphasen

Armut nimmt zu – jedes vierte Kind betroffen

Die aktuellen EU-SILC-Zahlen zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Die Zahl der armutsgefährdeten Menschen in Österreich ist um nahezu 17 Prozent gestiegen. Mittlerweile sind fast 400.000 Kinder und Jugendliche armutsgefährdet. Das entspricht rund 24 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Österreich – beinahe jedes vierte Kind ist betroffen. Im Rahmen einer Pressekonferenz gaben nun der Präsident der Volkshilfe Burgenland, Thomas König, der Direktor der Volkshilfe Österreich, Erich Fenninger, sowie die Pflegedienstleitung der Volkshilfe Burgenland, Karin Csencsits, einen umfassenden Einblick in die aktuellen Entwicklungen, die zentralen Arbeitsschwerpunkte und die zukünftigen Vorhaben der Organisation. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf den Maßnahmen, mit denen die Volkshilfe Burgenland Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt.

Erich Fenninger betont: „Armut ist keine Eigenschaft eines Menschen. Armut bedeutet massiven Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe und ist ein Skandal unserer Zeit. Es ist beschämend, dass ein wohlhabendes Land wie Österreich es nicht schafft, Armut wirksam zu bekämpfen. Besonders alarmierend ist die Situation von Kindern und Jugendlichen. Kein Kind darf aufgrund der finanziellen Situation seiner Familie benachteiligt werden. Als Volkshilfe arbeiten wir im Namen der Betroffenen und aus deren Perspektive. Deshalb erwarten wir von der Bundesregierung, dass die finanziellen Mittel im Sozialbereich zumindest auf dem bestehenden Niveau abgesichert werden. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten braucht es starke soziale Sicherungssysteme.“

Burgenland setzt erfolgreiche Maßnahmen gegen Armut

Während die Armutsgefährdung österreichweit bei rund 15 Prozent liegt, weist das Burgenland mit einer Quote von 8 Prozent den niedrigsten Wert aller Bundesländer auf. Thomas König dazu: "„Die Zahlen im Burgenland zeigen, dass soziale Maßnahmen wirken können, wenn man mutige Entscheidungen trifft. Das Burgenland setzt seit Jahren gezielt Schritte gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Der Mindestlohn, der kostenlose Kindergarten sowie zahlreiche weitere Unterstützungsmaßnahmen tragen wesentlich dazu bei, die Lebenssituation vieler Menschen zu verbessern. Deshalb liegt die Armutsgefährdungsquote im Burgenland deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt.“

Die Volkshilfe Burgenland unterstützt armutsgefährdete Menschen durch zahlreiche Angebote und Projekte. Dazu zählen unter anderem individuelle Soforthilfen, Spendenaktionen für Familien in Not, die Unterstützung im Rahmen des Wohnschirms Miete und Energie, das Projekt „Mit.Chancen.Wachsen“, die Schulstartaktionen, die Christbaumpatenschaft sowie die Initiative „Tour de Chance – Radeln gegen Kinderarmut“.

Pflege als zentrale Zukunftsaufgabe

Ein besonderer Schwerpunkt der Volkshilfe Burgenland liegt in der Pflege und Betreuung älterer Menschen. Im Zuge der Einführung des burgenländischen Pflegestützpunktsystems erhielt die Volkshilfe den Zuschlag für zehn von insgesamt 28 Versorgungsregionen und ist damit größter Anbieter in diesem Bereich im Burgenland. Allein im April 2026, nach dem Start des neue Pflegesystems, absolvierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als 16.000 Einsätze im Bereich Hauskrankenpflege und Heimhilfe. Karin Csencsits erklärt: „Der demografische Wandel stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig die richtigen Strukturen aufzubauen. Das neue Pflegestützpunktsystem schafft wohnortnahe Unterstützung und stärkt die Versorgungssicherheit für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten dabei täglich einen unverzichtbaren Beitrag.“ Bereits in Betrieb sind Pflegestützpunkte in Deutsch Jahrndorf, Müllendorf und Stinatz. Weitere Standorte in Gols, Rehgraben, Frauenkirchen und Olbendorf folgen in den kommenden Monaten.

Starke soziale Angebote und erfolgreiche Beschäftigungsprojekte

Neben der Pflege engagiert sich die Volkshilfe Burgenland intensiv im Bereich der Sozialökonomischen Betriebe. Gemeinsam mit dem Land Burgenland und dem AMS Burgenland werden Menschen unterstützt, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind.

Zu den erfolgreichen Projekten zählen:

  • Mamas Küche/S'Kekserl, wo jährlich rund neun Tonnen Feingebäck produziert werden,

  • die Schatzgrube Großpetersdorf, in der jährlich rund 120 Tonnen Waren gespendet und wiederverwertet werden,

  • sowie die drei Sonnenmärkte in Oberwart, Güssing und Oberpullendorf.

Die Sonnenmärkte verzeichnen mittlerweile mehr als 60.000 Einkäufe pro Jahr und bieten Menschen mit geringem Einkommen hochwertige Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs zu stark vergünstigten Preisen.

Zukunftsfit

Die Volkshilfe Burgenland wird ihren erfolgreichen Weg konsequent fortsetzen und ihre Angebote laufend weiterentwickeln. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Pflege und Betreuung, soziale Unterstützungsleistungen, die Sozialarbeit, der Spendenbereich sowie die Begleitung und Integration von langzeitarbeitslosen Menschen.

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