Der ganz normale Valentinstags-Wahnsinn!

Egal, ob ihr den Valentinstag liebt oder hasst - er ist zu einem jährlichen Fixpunkt wie Ostern oder Weihnachten geworden. Tatsächlich geht es beim Tag des Valentins allerdings nicht um die Liebe, sondern um das Gedenken an den Märtyrer Valentinus, der enthauptet wurde. Wie? Wo bleibt denn da die Romantik? Hier ein paar Tipps, wie ihr den Valentinstag auch ohne großes Tamtam in Graz schön verbringen könnt.

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Foto: SaLe

Rosa, rote und pinkfarbene Herzen in allen Schaufenstern lassen kaum Spielraum, um den wichtigsten Tag im Jahr eines verliebten Pärchens zu übersehen oder gar komplett zu vergessen. Wenn er doch zumindest ein gesetzlicher Feiertag wäre, dann hätten alle etwas zu feiern, aber nein: Die christliche, religiöse Komponente des Valentinstags hat sich heutzutage in Luft aufgelöst. Ich traue mich zu behaupten, dass auch in unserer modernen Informationsgesellschaft, in der wir selbst das 1x1 googeln, kaum jemand weiß, warum dem Valentinstag so viel Beachtung geschenkt wird. Wobei sich die Geschenke sehr wohl häufen. Blumensträuße werden an Frau und Geliebte verschickt und mit Parfüms wird versucht, dem abgestandenen Duft eines kräfteraubenden Alltags ein süßeres Aroma zu geben. Apropos süß: Was natürlich an einem so herzerwärmenden Tag nicht fehlen darf, ist das leibliche Wohl, da die Liebe ja bekanntlich durch den Magen geht. Somit werden Diäten und Entschlackungskuren mal einen Tag ausgesetzt, und eine Praline nach der anderen findet ihren Weg aus der Schachtel heraus und zack - in den Mund. Bleibt zu hoffen, dass diese nur eintägige Aufmerksamkeit der Männer keinen bittersüßen Nachgeschmack hat.

Wobei man natürlich nicht alle Männer in denselben Topf werfen darf. Bestimmt gibt es einige Ausnahme-Sensationen, die ihre Freundin auch an anderen Tagen im Jahr (und wir reden hier nicht von Geburtstag, Weihnachten oder Ostern) mit einer persönlichen süßen Kleinigkeit überraschen. Wer der Liebsten oder dem Liebsten (ja liebe Mädels, ihr dürft auch die Initiative ergreifen!) nicht den x-ten Teddybären oder ein Kuschelpolster schenken möchte, kann auch mal kreativ werden. Was spricht gegen eine Einladung zu jenem Platz, an dem ihr euch kennengelernt habt? Wer sich von Tinder oder einer anderen App kennt, kann natürlich auch den Ort des ersten Dates besuchen oder händchenhaltend von einem zum nächsten Café schlendern.

Seid ihr noch in der größten Verliebtheitsphase und wollt ein Zeichen eurer Liebe setzen? Einige vor euch haben dies schon mit einem hängenden Schloss an der Grazer Erzherzog-Johann-Brücke getan, was sie zu einem bunt glänzenden Schmuckstück gemacht hat. Bei der Gelegenheit könntet ihr euch ein paar Meter weiter auch gemeinsam eine Ausstellung im Kunsthaus ansehen. Alle Sportskanonen und Kulturbanausen sei ein Schneespaziergang auf die Grazer Platte oder den Plabutsch ans Herz gelegt. Oder: Wie wär's einfach nur den Schlossberg in der Innenstadt erklimmen und dort auf den versteckten Bänken heimlich schmusen?

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Foto: SaLe

Ein Spaziergang ist euch nicht genug? Dann traut euch doch in die Höhe und geht in einen der Grazer Boulderclubs, zum Schwimmen ins Bad zur Sonne oder die Auster (und danach vielleicht in die Sauna?) oder düst gemeinsam übers Eis.

Seid ihr von so viel Bewegung hungrig geworden? Dann solltet ihr den Tag der Tage nutzen und wieder einmal fein Essen gehen. In schönem Rahmen à la Landhauskeller, El Gaucho oder der Steak Boutique könnt ihr einen noblen Abend verbringen. Genauso nett kann es aber auch sein, gemeinsam einzukaufen und sich mit selbstgemachten Köstlichkeiten zu verwöhnen. Wer es gerne ruhig angeht, kann die Gelegenheit auch nutzen, um im dunklen Kinosaal beim neuen "Fifty Shades of Grey"-Teil zu kuscheln und sich Anregungen für den restlichen Abend holen.

Fest steht, dass es am Valentinstag nicht mehr um den geköpften Valentinus geht, sondern leuchtende Mädchenaugen mit den weißen Zähnen der grinsenden Wirtschaftsbosse um die Wette strahlen. Mein Fazit des Valentinstags-Wahnsinns: Hauptsache, ihr unternehmt etwas und verbringt Zeit miteinander. Nutzt die Gelegenheit, um auch mal eure Smartphones auszumachen und euch voll und ganz auf euren Schatz zu konzentrieren. Schenkt euch gegenseitig eure Aufmerksamkeit, denn sie ist ein größeres Geschenk als alles, was man kaufen kann.

 

Sandra Leitner ist gerne und viel unterwegs. Auf ihren Reisen erlebt sie so manches Abenteuer. In ihrem Blog auf weekend.at lässt sie die Leser an ihrem abwechslungsreichen Alltag teilhaben.

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