Aus Alt mach Neu - Retro-Möbel selbst de­signt

Habt ihr auch das eine oder andere Möbelstück, das ihr lieber auf den Sperrmüll verfrachten würdet als im Wohnzimmer stehen zu haben? Die Farbe passt nicht mehr zur Couch, man hat sich satt gesehen oder der Stil ist schlicht und einfach nicht mehr aktuell? Stopp – es gibt einige Möglichkeiten, diesen alten Zeitgenossen neues Leben einzuhauchen! Mit ein bisschen Fantasie, handwerklichem Geschick und Zeit lässt sich aus fast allem etwas Einzigartiges zaubern! Lust, mich auf meinem Experiment - neues Schlafzimmer-Sideboard - zu begleiten?

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Foto: Katrin Ostleitner

Nach den groben Umbauarbeiten unseres kleinen Heims kann ich mich endlich dem widmen, was mir richtig Freude bereitet. Es geht ans Dekorieren und Gemütlich-Einrichten. Also was haben die Möbelhäuser so zu bieten? Der aktuelle Vintage- und Shabby-Look trifft genau meinen Geschmack – die Preise allerdings weniger. Das muss doch auch günstiger gehen.

Gesagt – getan

Die alte Vollholzkommode mit Buchendekor wird mein Versuchsobjekt. Mehr als dass ich sie nachher entsorgen muss, kann ja nicht passieren.  Als erstes mache ich mich an die grobe Planung. Welche Möglichkeiten gibt es, um dem guten Teil ohne großen Aufwand ein neues Farbmäntelchen zu verpassen?

Nach ein paar DIY-Anleitungen gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten, die in Frage kommen: Lackieren oder Lasieren. Da ich die Maserung des Holzes erhalten möchte, entscheide ich mich für die Lasur. Um die Haltbarkeit zu gewährleisten, ist ein Anschleifen der Oberfläche unumgänglich. Erstaunlicherweise ist das auch bei furnierten Möbeln kein Problem. Um die Schicht aber nicht ganz abzutragen, benötigt man ein feines Schleifpapier, am besten 240 Körnung.

Nach der Vorbereitung kann es auch schon losgehen. Mit einem Pinsel wird die Holzlasur möglichst dünn und gleichmäßig aufgetragen. Falls man das Regal vorher nicht ganz zerlegt hat, ist bei Ecken und Kanten Vorsicht geboten. Hier kann es schnell mal zu unschönen Flecken kommen. Am besten mit dem Pinsel von der Kante weg streichen.  Durch die Borsten entsteht zusätzlich eine  ansprechende Holzmaserung. Wem der Farbton noch nicht satt genug ist, der kann nach 12 Stunden Trocknungszeit eine weitere Schicht auftragen. Anschleifen nicht vergessen!  

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Foto: Katrin Ostleitner

Der Hauptteil ist damit geschafft! Als nächstes ist die Dekoration an der Reihe. Mit ein paar kleinen Handgriffen kann man auch hier schon tolle Resultate erzielen. Bei Nanu - Nana, Amazon oder dem Dänischen Bettenlager gibt’s für ein paar Euro unterschiedlichste Ladenknäufe im Vintage-Look. Sei es aus Holz, Metall oder Keramik, bunt oder unifarben – ihr findet bestimmt etwas Passendes.

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Foto: Katrin Ostleitner

Serviettentechnik

Diese Veränderungen alleine reichen mir - von meinem Freund Niko als Perfektionistin betitelt - allerdings noch lange nicht aus. Es muss schon was Extravagantes sein! Was eignet sich da besser als die Serviettensammlung aus der Küchenschublade? Zum Mundabwischen sowieso viel zu schade haben sie ein Leben als Deko-Element mehr als verdient.

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Foto: Katrin Ostleitner

Hier zählt auf jeden Fall eine gründliche Vorbereitung. Die gewünschten Motive aus der Serviette ausschneiden oder reißen (ergibt einen nahtloseren Übergang) und alle Schichten - bis auf die oberste - entfernen. Da beim Auftragen der Bilder mittels Serviettentechnik-Kleber der Untergrund durchscheint, kann man sich überlegen, ob man diesen nicht noch farblich anpassen möchte. Das geht am leichtesten mit Acrylfarben. Durch Mischen verschiedener Töne oder Aufbringen mittels Pinsel, Schwamm, Tuch, Rolle etc. kann man tolle Effekte erzielen, die das Endergebnis noch interessanter wirken lassen. Um gerade Linien zu erhalten, den gewünschten Bereich einfach mit Malerkrepp abkleben, das sich nach getaner Arbeit rückstandslos  abziehen lässt.

Ist die Farbe erstmal getrocknet, werden die einzelnen Serviettenteile an Ort und Stelle gelegt, um sie dann mit dem Kleber, der übrigens auch als Lack fungiert (ca. 8 Euro) zu fixieren. Mit einem Pinsel die Motive von innen nach außen bestreichen, damit keine Blasen entstehen. Nun noch trocknen lassen, und schon habt ihr eine dekorative sowie widerstandsfähige Oberfläche geschaffen. Wer will, kann dem Ganzen noch einen Glanzlack-Anstrich verpassen.

Mit dieser Methode lassen sich nicht nur Möbel aufwerten, ihr könnt natürlich auch Schatullen, Vasen, Schneidbretter und vieles mehr verzieren. Der Fantasie sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt!

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Foto: Katrin Ostleitner

Fazit

Bevor man Geld für teure  Möbel ausgibt, lohnt es sich auf jeden Fall, einen Blick in die eigenen Vier Wände zu werfen. Auch Omas Keller, Flohmärkte oder Online-Tauschbörsen lassen so manchen Schatz zum Vorschein kommen, der mit etwas handwerklichem Geschick schnell zum neuen Lieblingsstück umgestylt werden kann.  Ich bin mit dem Ergebnis auf jeden Fall sehr zufrieden. Die kreative Tätigkeit macht Freude, und das dabei Ersparte kann gleich in die Reisekasse fließen. Denn: Das nächste Abenteuer kommt bestimmt!

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Foto: Katrin Ostleitner

 

Weekend-Bloggerin Katrin und ihr Freund Niko sind die meiste Zeit des Jahres in ihrem Transporter unterwegs, den sie zu einem Wohnmobil umgebaut haben. Von ihren Eindrücken und Erlebnissen, die die Burgenländerin unterwegs sammelt, berichtet sie regelmäßig auf weekend.at.

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