Aragon allein zu Haus

Nun habe ich in den vergangenen Beiträgen viel von Aragons und meinen Lieblingshundezonen erzählt. Man könnte fast meinen, unser Leben ist ein einziger Spaziergang. Leider - oder zum Glück - muss ich auch manchmal arbeiten oder habe Termine, zu denen Aragon mich nicht begleiten kann. Dann kann es sein, dass er ein paar Stunden alleine zuhause verbringen muss.

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Am Liebsten bin ich draußen. Allein zu Haus ist's aber auch cool! Foto: SMc

Schon oft habe ich mir gedacht, die Aufzeichnungen einer "Babysitter-Cam" (vielleicht sogar mit Live-Übertragung aufs Handy), die es heutzutage bei manchen jungen modernen Familien mit High-Tech-Haushalt gibt, könnten sehr aufschlussreich sein, wenn Aragon alleine ist. Was er wohl in den paar Stunden, in denen sonst keiner da war, erlebt hat? Wie hat er sich die Zeit vertrieben? War er froh (wie unsere Kinder), mal "sturmfreie Bude" zu haben? Wenn ich von meinen Buben auf Aragon schließe (der ja - wie bereits in einem früheren Blog-Beitrag erwähnt - unser "3. Kind" ist), hat er die Zeit ganz sicher ausgiebig genutzt!

Es könnte vielleicht so gewesen sein:

Also zuerst einmal geht er an den Kühlschrank und holt sich etwas zum Knabbern. "Der Schinken wäre lecker, aber das würde Mama gleich merken", dachte er sich. Die dickste und größte Karotte im Sackerl sucht er jetzt als Beute heraus und schleppt sie zu seiner Decke. Dann, als er sicher ist, dass ihn niemand beobachtet, verspeist er sie genüsslich Stück für Stück.

"O, heute Morgen hat jemand vergessen, den Futtersack zu verschließen. Welch ein Glück!", das Hundeherz klopft aufgeregt. Eine Nachspeise wäre nämlich auch nicht schlecht. Also gönnt sich Aragon ein paar Schnauzen voll "Lachs mit Huhn", wobei die Nase tief im Trockenfutter wühlt. Frisch gestärkt und voller Tatendrang geht er durch die Wohnung, von Zimmer zu Zimmer, schnuppert hier und da.

Na sowas, die Fernbedienung vom Fernseher liegt noch auf der Couch. Wenn Aragon sich für Netflix interessieren würde, hätte er jetzt die Auswahl zwischen einigen unterhaltsamen Hundefilmen und Tierdokumentationen.

Unser Hund steht aber nicht so auf Filmeschauen, deshalb erkundet er Alexanders Zimmer. "Super, das Bett ist noch nicht gemacht! Da merkt keiner, wenn ich es mir hier für eine Weile gemütlich mache", und schon rollt er sich auf dem Kissen zusammen. "Mmh, das riecht gut nach meinem Alex", denkt er, schließt die Augen und träumt schon von seinem Spielgefährten.

Gut ausgeruht findet Aragon seine Spielsachen. Am liebsten mag er den Ball, stupst ihn durchs Zimmer, jagt ihn, fängt ihn immer wieder mit dem Maul, lässt ihn nicht weit entkommen und schlägt dann mit seinen Pfoten nach ihm. Fast wie bei der echten Jagd. Puh, ist das anstrengend!

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Puuuh, Ritterspielen war ganz schön anstrengend. Schade, dass keiner gesehen hat, wie flink ich mit dem Schwert umgehen kann ... Foto: SMc

Jetzt tut sich etwas im Stiegenhaus. Da sind Stimmen, die Aragon nicht kennt. Er bellt, um klar zu machen, dass diese Fremden bloß nicht auf die Idee kommen sollten, sich unserer Wohnung zu nähern, denn dann … Ja dann würde Aragon noch sehr viel lauter bellen!

Aber da, endlich. Aragon hört Fraulis Schritte näherkommen, den Klang kennt er genau - und schon dreht sich ein Schlüssel in der Tür.

"Hallo Du braver Bub!", begrüße ich Aragon fröhlich, der mir schwanzwedelnd seine Lieblingsdecke im Maul präsentiert. Aufgeregt schlüpft er zwischen meinen Beinen hindurch und umkreist mich, als hätte er gedacht, ich würde nie wieder nach Hause kommen.

Ob sich Aragons "freier Nachmittag" wirklich so zugetragen hat? Ich frage ihn danach und kraule ihm ausgiebig das Fell.

Leider kann er mir nichts verraten. Er schaut mich aber so treuherzig an, dass ich ihm glaube, dass er nichts Schlimmes angestellt hat und verspreche ihm, gleich sein Abendessen zu servieren.

Ich gehe zu seinem Futtersack und wundere mich nur kurz, dass er offen ist …

Bis bald!

Liebe Grüße

Eure Silvie mit Aragon

 

Silvia Mc Intyre lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und Hund in Wien. An ihrem abwechslungsreichen Familienleben lässt die vielseitig interessierte Weekend-Bloggerin unsere Leser teilhaben.

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