Phils Papa-Blog: Des Juniors Schnee-Premiere

Wer Schnee sehen will, muss in die Berge. Das haben wir mit unserem Junior erstmals getan. Seine Begeisterung würd' ich gerne auch mal wieder erleben.

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Zum ersten mal: Ab in den Schnee! Foto: moodboard/Thinkstock

Wer wie ich nicht auf einer Seehöhe von mehr als 700 Meter lebt, kennt es: Direkt viel Schnee hatten wir in den letzten paar Wintern nicht. Entsprechend kennt auch mein demnächst dreijähriger Junior größere Schneemassen nur aus Bilderbüchern. Das haben wir jetzt geändert.

Rauf in die Höhe

Ein paar Tage ging es rauf in die Berge. Schnee, wohin man schaut, verbunden mit knackingen Minustemperaturen und frischer Bergluft. Und weil das Wetter auch noch gnädig war (= strahlend blauer Himmel), verbrachten wir praktisch jede verfügbare Minute logischerweise draußen.

Zum ersten Mal hieß es für den Nachwuchs also: Ab in den Schnee.

Der Plan war, viel mit ihm spazieren zu gehen, aber daraus wurde selten wirklich etwas – meistens warf er sich in den nächsten verfügbaren Schneehaufen oder begnügte sich damit, einfach in dem weitgehend unbekannten weißen Zeug herumzuschaufeln. Auch der Schlitten war kein Bringer, da kommt man schließlich kaum selbst mit dem Schnee in Berührung.

Unverfälschte Freude

Selbst nach Stunden im Freien und trotz offensichtlicher totaler Erschöpfung war es fast ein Ding der Unmöglichkeit, den jungen Mann zu überreden, nun vielleicht doch wieder reinzugehen, zu rasten, etwas zu essen, wieder zu Kräften zu kommen. So groß war die Faszination über das Noch-Nie-Erlebte.

Nach dem Motto: Wer weiß, wann's das wieder gibt.

So viel echte, unverfälschte, kindliche Freude zu sehen, hat natürlich auch meiner Frau und mir gefallen. Dabei fällt einem auch erst auf, wie selten es uns Erwachsenen so geht. Was andererseits auch wieder logisch erscheint: Wir haben schon viel gesehen. So arg viel Neues, in das wir eintauchen können, erleben wir nicht mehr.

Raus aus dem Hinterkopf

Aber stimmt das wirklich? Sind wir nicht doch einfach nur so in unserem Alltag gefangen, dass das Leben einfach nur so dahinrennt – trotz Kind? Natürlich wollen wir am Wochenende, nach einer oft anstrengenden Arbeitswoche, einfach nur ausspannen, vielleicht eine Runde gehen oder einen kleinen Ausflug machen oder ähnliches.

Aber wann machen wir etwas wirklich Neues?

Und selbt wenn: Die Kunst ist es weniger, die gewohnen Bahnen zu verlassen. Sondern, dies unvoreingenommen zu tun – das ist das wirklich Schwierige, das gilt auch für mich selbst. Ein "Na, was wird das jetzt?" oder ein "Muss das wirklich sein" aus dem Hinterkopf bekommen, ist eine Kunst.

Hin und wieder ausbrechen

Einfach das Hier und Jetzt genießen, ohne Hintergedanken und ohne Skepsis ist gerade für Eltern nicht leicht. Das Leben mit Kind ist geprägt von einem mehr oder weniger durch-organisierten Tagesablauf. Manchmal davon auszubrechen tut gut.

Das sieht man auch bei einem kleinen Kind, das erstmals wirklich Schnee erlebt.

 

Weekend-Redakteur Philipp Eitzinger ist mit Herz und Seele Fußball–Fan, Ehemann - und Vater. Und wie es sich für einen wahren Sport-Anhänger gehört, ist der Oberösterreicher - auch wenn es um seine Familie geht - mittendrin statt nur dabei. Exklusiv für weekend.at schildert er den gleichermaßen erfüllenden wie hektischen elterlichen Alltag zwischen Krabbelstube und Kinderzimmer, Badewanne und Warteraum – heiter bis nachdenklich.

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