Wonder Woman - Frauenpower mal 2

Aktuell ist es kaum möglich, das Kinoprogramm aufzuschlagen und keinen Superhelden-Film zu finden. Marvel feiert hier große Erfolge, DC hingegen sah sich in den letzten Monaten häufig herber Kritik ausgesetzt. Mit "Wonder Woman" unternimmt der große Comic-Verlag seinen nächsten Versuch und beweist Mut zur Veränderung. Ob sich dieser Mut bezahlt macht?

Wonder Woman
Foto: www.warnerbros.com

Die Handlung nimmt ihren Ausgang im antiken Griechenland, inmitten einer Welt voller Mythen und Götter. Die Amazonen werden geschaffen, sie sollen Zeus im Kampf gegen Ares, den Gott des Krieges, unterstützen. Der Stamm der Kriegerinnen lebt auf einer geschützen Insel ohne Männer. Für ihre Verdienste schenkt Göttervater Zeus der Königin aber eine junge Tochter. Während der ersten halben Stunde des Films erleben wir - komplett ohne jemals einen männlichen Darsteller zu sehen - wie die junge Dame zu einer mächtigen Kriegerin heranwächst. Alles ändert sich schlagartig, als ein Flugzeug der Engländer - verfolgt von den Deutschen - am Strand der Insel notlandet und so den ersten Weltkrieg in die antike Welt bringt. Im weiteren Verlauf zieht die junge Tochter der Königin in den Kampf, um den Krieg zu beenden und Ares zu besiegen. Sie wird zu Wonder Woman.

Wiedersehen mit Bekannten

In die Rolle von Wonder Woman schlüpft Gal Godot ("Fast & Furious"), wir kennen sie in dieser Rolle bereits aus "Batman vs Superman". Der britische Soldat, den sie letztlich begleitet, wird von Chris Pine ("Star Trek"-Neuverfilmungen/Reboot) gemimt. Gemeinsam ziehen sie tief hinter die feindlichen Linien, um General Erich Ludendorff zu stoppen.

Der Bogen zu den Handlungen der anderen DC-Filme bildet nur eine kurze Einblendung zu Beginn des Films - Wonder Woman arbeitet unerkannt im Louvre, als sie ein Geschenk von Wayne Enterprises, dem Konzern von Bruce Wayne aka Batman, erhält. Es handelt sich um ein altes Foto, das wir auch bereits aus anderen Filme kennen. Der Film erzählt damit nicht nur die Origin-Story von Wonder Woman, sondern auch die Legende rund um die Entstehung des Fotos.

Wonder Woman
Foto: www.warnerbros.com

Jede Menge Humor

Schauspielerisch gibt es wenig Raum für Kritik, der Film überzeugt vor allem durch jede Menge Humor. Grund dafür ist das eigentümliche Setting - die quasi moderne Welt trifft auf die Antike, ein junger aufgeschlossener Mann auf eine hübsche Frau, die Männer nur aus Büchern kennt. Die Action steht eher im Hintergrund, was angesichts der interessanten Story und der vielen tollen Dialoge eine gute Entscheidung zu sein scheint. Generell macht DC hier alles richtig. "Wonder Woman" ist der erste Film über einen weiblichen Superhelden, zudem konnte mit Patty Jenkins auch eine Regisseurin für die Rolle gewonnen werden. Was die Schauwerte betrifft, kann der Film größtenteils auch punkten, wobei die 3D-Version leider deutlich hinter der Konkurrenz zurückliegt. Es gibt sehr viele dunkle Szenen, die in 3D nochmal dunkler ausfallen. Daher ist es oft schwer zu erkennen, was wirklich auf der Leinwand vorgeht. Ein Problem, das ich eher aus der frühen Zeit des modernen 3D-Kinos kenne und für ausgestorben hielt.

Geballte Frauenpower

Ob es Zeit für eine weibliche Superheldin war? Nein. Es war Zeit für geballte Frauenpower. "Wonder Woman" punktet durch eine große Portion Humor, eine tolle Inszenierung und jede Menge wirklich starker Frauen. Der Film stimmt mich positiv für den im Herbst folgenden ersten Film der "Justice League", quasi DCs Pendant zu Marvels "Avengers". Auch hier werden wir Gal Godo - zum Glück - wieder als Wonder Woman sehen.

 

Weekend-Blogger Jan Gruber ist Blogger und Podcaster aus Leidenschaft. Seit über einem Jahrzehnt beschäftigt er sich aus diesem Hobby heraus viel mit Technik und Medien aller Art. Dennoch ist er kein Couchpotatoe, seine Freizeit genießt er beim Sport in der Natur. Für seinen Blog sieht er sich die neuesten Kino-Streifen an.

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