Backe, Backe Fliesenkleber - Advent auf der Baustelle

Die besinnlichste Zeit des Jahres steht vor der Tür – Weihnachtsmärkte besuchen, den einen oder anderen Punsch genießen und sich einmal quer durch das Kekssortiment futtern. So schön könnte die Adventzeit sein. Wenn da nicht unser Projekt "Hausrenovierung" wäre. Diesmal stehen die Verfliesung des Wohnzimmers und die langersehnte Lieferung des Ofens auf dem Plan.

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Foto: Katrin Ostleitner

"Leise rieselt der Schnee, still und starr ruht der See ..."

GRRRRR!!!! – Es ist 7 Uhr morgens, wer hier noch ruhen kann, muss eine hohe Toleranzgrenze gegenüber Lärm und Staub haben. Die Bohrmaschine tritt zum ersten Mal an diesem Tag ihren Dienst an und gibt mir mit ihrem beständigen Brummen fast schon ein kuscheliges Heimatgefühl - das muss wohl an der Adventzeit liegen.

Während sich die Monteure um den restlichen Einbau der Heizungsrohre kümmern, beginnen wir mit dem vermeintlich schönen Teil der Arbeit. Es geht ans Fliesenlegen. Die Vorfreude auf einen sauberen, optisch ansprechenderen Boden als den bisherigen Estrich entfacht in mir einen enormen Tatendrang. Statt Vanillezucker, Eier, Mehl und Co. stehen dieses Jahr ganz andere Zutaten auf der Einkaufsliste.

Das Rezept (Zutaten für ca. 6 Fliesen im Format 30 x 60 cm):

  • 2 Liter Wasser
  • 4,5 kg Ardex X7G Dünnbettmörtel
  • 1 Baustoffkübel
  • 1 Bohrmaschine mit Rühraufsatz

Zuerst das Wasser in den Kübel füllen und dann langsam die angegebene Menge Mörtelpulver unter ständigem Rühren zugeben, bis eine fluffig-lockere Masse entsteht - ähnlich wie Biskuitteig. Kurz rasten lassen, und schon kann mit dem Kleben begonnen werden.

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Foto: Katrin Ostleitner

Teamwork - Sind wir etwa zu perfektionistisch?

Nach Kontrolle des Estrichs auf Unebenheiten, der Grundierung mit Haftgrund  und dem - falls nötig - korrekten Zuschneiden der Fliese trage ich mit Hilfe eines Löffels (das hat sich am besten bewährt) den Fliesenkleber auf, um ihn anschließend  mit einer Zahnkelle auf die gewünschte Dicke abzuziehen. Nun ist Niko an der Reihe, seinem Blick entgeht nichts! Jede der Feinsteinzeug-Platten muss exakt ausgerichtet sein.  Mit viel Ruhe setzt er die Fliese von oben an ihren Platz und - PLOPP! - (das wurde mittlerweile zu meinem Lieblingsgeräusch) schon sitzt sie in ihrem Mörtelbett! Ein bisschen zurecht geschoben, nochmals auf den richtigen Fugenabstand geachtet, die Ränder abgewischt und auf geht’s zur nächsten. 170 Stück warten darauf, ihren Lebensplatz einnehmen zu dürfen. Eh nur!  Wenn man bedenkt, dass wir für sieben Stück ca. eineinhalb Stunden benötigen – lieber nicht nachrechnen. Das Bild eines in ein paar Tagen fertig verfliesten Wohnzimmers zerplatzt gerade wie eine Seifenblase vor meinem inneren Auge. Aber was soll's, nichts geht doch über das Gefühl, etwas selbst gemacht zu haben. Wer kann schon behaupten, er kennt jede Rille und Kante seines Bodens?

Es empfiehlt sich, mehrere Packungen im Vorhinein zu öffnen und die Dekore zu vermischen, um eine gleichmäßige Optik im ganzen Raum zu erhalten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine Einheit manchmal aus fast ein und demselben Design besteht.

Nach etlichen Stunden des Kleber-Anrührens, Einpassens und Ausrichtens der Fliesen ist endlich ein Ende in Sicht. Nun geht es ans Verfugen. Eine willkommene Abwechslung zu der ausschließlich knienden Tätigkeit der letzten Tage! Die sparsame Cimsec-Fugenmasse wird mittels einer Gummilippe auf die zuvor ordentlich gereinigten Fugen gestrichen. Eintrocknen lassen und dann mit einem Schwammbrett feucht abziehen bis die Fliesen komplett sauber sind. Jetzt fehlen nur noch die passenden Sockelleisten.

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Foto: Katrin Ostleitner

Zwischen all dem Trouble der letzten Tage hat auch der Ofen sein neues Zuhause gefunden. Nach einigen Schreckmomenten - denn immerhin sollen 450 Kilogramm mittels Hubwagen über den neuen Wohnzimmerboden transportiert werden – thront der Wärmespender nun seelenruhig an seinem Platz. Einziger Wehrmutstropfen – die Inbetriebnahme durch den Servicedienst ist noch ausständig.

Nichtsdestotrotz - mit meinen Rentier-Kuschelsocken, einem von Niko hausgemachten Beerenpunsch und viel Fantasie machen wir drei es uns schon mal probehalber vorm neuen Kamin gemütlich. Benji natürlich mittendrin.  Er hat schließlich auch den anstrengendsten Part inne. Immerhin muss er den gesamten Bautrupp stets bei Laune halten. Sein Repertoire reicht dabei von einfachen Spielaufforderungen über "Bleistift-Zernagen"  bis hin zu "Werkzeug-Verstecken" in seinem Hundebett.

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Foto: Katrin Ostleitner

Fazit fürs kommende Jahr: Da möchte ich höchstens Zuckerglasur fürs Verkleben der Lebkuchenhaus-Teile anrühren müssen! 

 

Weekend-Bloggerin Katrin und ihr Freund Niko sind die meiste Zeit des Jahres in ihrem Transporter unterwegs, den sie zu einem Wohnmobil umgebaut haben. Von ihren Eindrücken und Erlebnissen, die die Burgenländerin unterwegs sammelt, berichtet sie regelmäßig auf weekend.at.

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