The Last Knight: Wer rettet die Transformers?

Seit 1984 kennen wir die Transformers - lustiges Actionspielzeug, bei dem der Name Programm ist. Die Spielfiguren von Hasbro ließen sich mit wenigen Griffen von Autos in Roboter umfunktionieren. Aber was ist daraus geworden?

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Foto: Paramount Pictures

Michael Bay musste einiges für seine Transformers-Verfilmungen einstecken, vor allem den letzten Teil. Mit der mittlerweile fünften Auflage soll nun alles anders werden - die Kritik am dünnen Plot wurde erhört, und Hollywood gibt sich Mühe, mehr Handlung in die ewig gleiche Geschichte zu bringen. Diese springt weit zurück in die Vergangenheit - ins Mittelalter zu König Artus, Merlin und der Tafelrunde. Merlin ist in dieser Darstellung der Legende kein Magier, sondern vielmehr ein Trunkenbold und Schwindler. Dennoch hat er Glück. Er begegnet dem ersten Transformer und bittet diesen im Kampf gegen die Römer um Hilfe. Er erhält ein altes Relikt, mit dem er letztlich einen Drachen ruft und die Schlacht entscheidend wenden kann. Fortan sollen er und seine Nachfahren das Relikt schützen.

Mission: Die Erde retten

Ein Zeitsprung in die Gegenwart - Cade Yeager (Mark Wahlberg - Ted, Departed) führt einen ausweglosen Kampf gegen eine weltweite paramilitärische Organisation. Zum Schutz der verbliebenen Transformers bietet er ihnen auf einem Schrottplatz ein Zuhause. Auf einem seiner Beutezüge findet er die junge, verwaiste Izabella (Isabella Monet) und ein altes Relikt. Ebenfalls sehen wir den verschwunden geglaubten Optimus Prime, der unter dem Einfluss einer bösen Roboter-Hexe steht. Während die Decepticons mit Optimus Primes Hilfe Cybertron auf der Erde wieder auferstehen lassen möchten, kämpft die Menschheit um den Schutz der Erde.

Sprung nach England

Im Verlauf der verworrenen Story geht es zunächst auch nach England. Dort treffen wir auf Sir Edmund Burton (Anthony Hopkins - Westworld, Hannibal), einen alten Lord, der die Geschichte der Transformers hütet, sowie auf Viviane Wembley (Laura Haddock - Guardian of the Galaxy Vol. 2, Captain America: The First Avenger), eine junge, starke Doktorin, die optisch leider viel zu sehr an die - nicht mehr in der Serie vertretene - Megan Fox erinnert.

Die Handlung - absurd!

Der Wunsch nach mehr Handlung wird dem Kinobesucher zwar erfüllt, stellt sich aber letztlich als schlecht umgesetzt heraus. Die Handlung ist absolut absurd, an den Haaren herbeigezogen. Und dient schließlich nur als schönes Beiwerk für den ewig währenden Krieg zwischen Transformers und Decepticons direkt auf der Erde. Die Drehbuchautoren sind sich für keinen schlechten Vergleich zu schade. Wir sehen Transformer-Ritter aus der Vergangenheit, alte U-Boote aus den Weltkriegen und Bumble Bee im Zweiten Weltkrieg bei der Ermordnung von Hitler. Zudem ist die Handlung mehr als verwirrend und sinnlos verworren, sodass es oft schwer fällt, herauszufinden, wer aktuell auf welcher Seite steht. Es ist ein Wunder, dass Michael Bay sich ausgerechnet an die Materie rund um König Artus wagt. Derselbe Stoff sorgte im ersten Halbjahr dieses Jahres für die größte Box-Office Pleite in der neuen Verfilmung "King Arthur: Legend of the Sword" von Guy Ritchie.

Die Schauspieler - gelangweilt

Zu der fragwürdigen Geschichte kommen mehr als gelangweilte Schauspieler. Einerseits geben ihnen die Diaologe kaum eine Chance zu brillieren, andererseits gehen sie völlig neben den Maschinen unter. Nicht nur optisch - auch schauspielerisch. Ich hätte nie geglaubt, dass ich jemals zu diesem Fazit kommen muss, doch in diesem Film sind die menschlichen Darsteller maximal störendes, lächerliches Beiwerk. Selbst eine Größe wie Anthony Hopkins wirkt verloren und wie eine permanente Parodie auf die Geschichte an sich. Den filmischen Grundsatz "Zeigen, nicht erzählen" nimmt der Film zu keiner Zeit ernst - so sind die menschlichen Charaktere letztlich nur dazu da, die Handlung noch einmal in eigenen Worten zu beschreiben. Was angesichts der plakativen Darstellung in keiner Weise nötig wäre.

Die Rettung - 3D

Optisch gibt es, wie immer, wenig Raum für Kritik. Der Film ist größtenteils in IMAX 3D produziert und kann hier wirklich punkten. Wäre da nicht die kleine Randnotiz „größtenteils“. Ab und an springt der Film auf andere Filmformate um, was Enthusiasten sicher stören wird.

Lustlose Transformers

Leider markiert „The Last Knight“ nicht den erhofften Reboot des Transformers-Universums. Zwar sind unzählige neue Filme, darunter auch ein Film nur mit Bumble Bee, angekündigt - wie mittlerweile aber auch bekannt wurde, werden weder Mark Wahlberg noch wahrscheinlich Michael Bay für weitere Produktionen zur Verfügung stehen. Angesichts der spürbaren Lustlosigkeit des fünften Teils verwundert diese Entscheidung niemanden. Letzten Endes bietet "Transformers: The Last Knight" mit 150 Minuten viel zu langes, verwirrendes Actionkino, das maximal bei den Schauwerten punkten kann. Fans der Reihe werden weiterhin gut unterhalten. Jedoch alle, die bereits nach dem vierten Teil zweifelten, werden weiteren Raum für Kritik finden.

 

Weekend-Blogger Jan Gruber ist Blogger und Podcaster aus Leidenschaft. Seit über einem Jahrzehnt beschäftigt er sich aus diesem Hobby heraus viel mit Technik und Medien aller Art. Dennoch ist er kein Couchpotatoe, seine Freizeit genießt er beim Sport in der Natur. Für seinen Blog sieht er sich die neuesten Kino-Streifen an.

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