Roboterzeitalter - ein Staubsauger-Wichtel im Test

Der Lurch ist bei euch auch schon eingezogen? Hat so manche Ecke okkupiert und macht es sich auch unter Couch und Bett gemütlich? Gerade mit Haustieren lassen sich lästige Haaransammlungen ja bekanntlich nicht vermeiden, und so steht das Staubsaugen ganz oben auf der täglichen To-Do-Liste. Eine zeitraubende Tätigkeit, die ich nur all zu gerne abgeben möchte! Fleißige Helfer, wo seid ihr?

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Foto: www.pexels.com

Wieder mal so ein Tag, an dem man abends nach Hause kommt und nichts lieber täte als die Füße hoch zu legen. Wenn da nicht noch das lästige "Saubermachen" wäre. Niko hat auch keine Lust dazu. Und Benji? – na, den brauch ich wohl kaum zu fragen. Er ist ja der Hauptgrund für unsere "Haar-Misere". Die aktuellen Werbungen locken mit Angeboten unterschiedlichster Haushaltshelfer, darunter auch ein Staubsauger-Roboter. Moment mal – wäre das nicht die Lösung?

Was gäbe es Schöneres als die unleidige Arbeit einfach jemand anderen erledigen zu lassen. Die Idee ist so verlockend, dass ich mich gleich auf die Suche nach einem neuen Haushaltshelfer begebe. Niko, natürlich von den unterschiedlichen technischen Ausführungen fasziniert, übernimmt die Recherche. Erstaunt über die Vielfalt an Produkten und die eklatanten Preisunterschiede begeben wir uns auf eine Odyssee durchs Staubsauger-Roboter-All. Nach unzähligen Produktbeschreibungen, Konsumententests und Vergleichen sind wir endlich fündig geworden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt, Kundenbewertungen sind top, und der Versand durch eine österreichische Firma, sowie das 30-tägige Rückgaberecht haben uns überzeugt.

Glückwunsch! Es wird ein: Neato Botvac Connected D3

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Foto: Katrin Ostleitner

Laut Hersteller soll dieses "Wunderding" mit maximaler Saugkraft, vielfältigen Steuerungs-Möglichkeiten sowie intelligenter Navigation aufwarten. Durch seine D-Form kommt es besser in Ecken als seine runden Kollegen. Der Staubsauger ist mit einem Laserscanner ausgestattet, der es ihm ermöglicht, die Räume flächendeckend zu erfassen und gleichzeitig zu kartografieren. Der Reinigungsbereich wird sodann in systematischen Bahnen abgefahren anstatt nach dem üblichen Chaosprinzip.

Mit Hilfe des Room Positioning Systems (kurz: RPS) merkt sich der Staubsauger-Roboter Stellen und Räume, die er schon gereinigt hat bzw. die noch zu reinigen sind. Wird während seiner Reinigung der Akku schwach, fährt der Neato Botvac Connected D3 in seine Ladestation zurück, lädt sich auf und kann an jene Position zurückfahren, an der er den Reinigungsvorgang zuvor unterbrochen hat.

Auch die Steuerung lässt so manches Tüftlerherz höher schlagen. Er kann mittels App, Smartwatch oder sogar über den Facebook Manager Chatbot Befehle zur Reinigung erhalten. So sieht man jederzeit am Handy oder Tablet, welche Bereiche schon gereinigt wurden, ob etwaige Servicevorgänge wie Entleerung des Schmutzbehälters nötig sind oder er einfach nur irgendwo stecken geblieben ist und nicht mehr heimfindet.

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Foto: Katrin Ostleitner

3 Reinigungsmodelle

Multi-Room-Reinigung mit manueller Auswahl  über die Starttaste am Gerät: Die zur Verfügung gestellte Fläche wird gereinigt. Nach Beendigung kehrt der Staubsauger-Roboter zur Ladestation zurück.

Multi-Room-Reinigung mit Zeitsteuerung: Pro Tag kann eine automatische Startzeit festgelegt werden. Die Reinigung beginnt dann zum vorprogrammierten Zeitpunkt.

Spot-Reinigung: Eine punktuelle Reinigung in einem Bereich von 1,2 x 1,8 Meter, die besonders für stark verschmutzte Stellen geeignet ist. Praktisch unter dem Küchentisch, wenn mal wieder gebröselt wird.

Die Bodenbürste des Saugroboters ist im Vergleich zu der vom anderen Hersteller um 50 Prozent breiter. Dadurch lassen sich Verunreinigungen wie Staub, Schmutz etc. in den geräumigen Auffangbehälter aufnehmen. Im Lieferumfang ist eine Lamellen-Teppichbürste enthalten.

Der Test

Bei "MyRobotCenter" kann man den praktischen Helfer ganz einfach 30 Tage testen und bei "Nicht-Gefallen" kostenlos retour schicken. Das ist doch mal ein Angebot!

Sowohl Bestellung, Bezahlung als auch Lieferung verliefen reibungslos, und so sind wir nach nur einem Tag ungeduldiger Wartezeit stolze Besitzer eines nagelneuen Staubsauger-Roboters. Sofort wird die Ladestation platziert, um unserem neuen Mitbewohner nach getaner Arbeit seine Erholungsphasen zu ermöglichen. Die App ist schnell installiert und auch die Verbindung mittels W-Lan zum Roboter ohne großen Aufwand hergestellt. Nun darf ihm auch ein Name gegeben werden. Herzlich Willkommen, Gnom!

Bei jeder Ausfahrt wird das komplette Reinigungsareal mittels Sensoren erfasst und eine virtuelle Karte erstellt, die man in der App einsehen kann. Diese ist erstaunlich genau und zeigt sogar kleinste Kanten und Tischbeine. Die Quadratmeter stimmen ebenfalls exakt überein.

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Foto: Katrin Ostleitner

Die Saugleistung ist ganz passabel, kann auch den Hundehaaren und etwas größeren Bröseln zu Leibe rücken. Mit einer Höhe von 10,5cm kommt unser Gnome sogar unter die Couch. Beim Teppich hat er allerdings so seine liebe Mühe. Durch die unterschiedlichen Erhebungen scheint er etwas irritiert und lässt sich daher manchmal von seiner Bahn abbringen, bleibt allerdings nicht hängen! Mit Fransenteppichen hat er allerdings ein Problem. Da kommt ganz schnell die Meldung: „ Hilfe, ich stecke fest“. Auch bei bodenlangen Vorhängen ist es besser diese vorher nach oben zu klemmen damit er sich nicht verfängt. Durch seine gefederten Räder ist der Neato Botvac ein richtiger Klettermaxe unter den Staubsaugerrobotern. Mühelos fährt er über Schwingstuhlbeine und versucht sogar den Esstisch zu erklimmen (bleibt dann aber hängen).

Den Auffangbehälter sollte man besser im Freien oder direkt über der Mülltonne öffnen. Einmal kurz ausklopfen und die Sache ist erledigt. Der Filter sitzt direkt in der Öffnungsklappe. Ob Vorteil oder nicht sei dahingestellt, immerhin wird man so bei jedem Mal Entleeren gleich an die Reinigung oder etwaigen Austausch erinnert.

Nach seiner Rundfahrt kehrt der Roboter ohne Umwege zurück zur Ladestation und dockt auch selbstständig an. Bloß einmal konnte er in unseren Testfahrten die Homebase nicht erkennen und musste händisch an die richtige Stelle gesetzt werden. Nach kurzem Ausrichten hat er es dann aber doch geschafft.

Fazit

Mit ein bisschen Vorarbeit - also etwaige Hindernisse wie Hochflorteppiche oder herumliegende Kleinteile zur Seite räumen - erzielt man mit dem Neato Botvac D3 eine gute Grundreinigung. Für schwer zugängliche Passagen sowie stark verwinkelte Bereiche kommt man aber um den klassischen Staubsauger nicht herum.

 

Weekend-Bloggerin Katrin und ihr Freund Niko sind die meiste Zeit des Jahres in ihrem Transporter unterwegs, den sie zu einem Wohnmobil umgebaut haben. Von ihren Eindrücken und Erlebnissen, die die Burgenländerin unterwegs sammelt, berichtet sie regelmäßig auf weekend.at.

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