Spidermans dritter Anlauf - Spiderman Homecoming

Spiderman hat auf der großen Leinwand eine schwierige Vergangenheit. In den letzten fünfzehn Jahren gab es drei Anläufe, die Serie erfolgreich zu machen - zwei davon unter Sony, die bisher die Rechte innehielten. Jetzt ist der Spinnenmann zurück bei Marvel. Insofern könnte der Filmtitel "Homecoming" passender nicht sein. Es bleibt jedoch die Frage, ob sich der neue Superheld gut in die Reihe der Avengers einfügen kann.

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Foto: Columbia Pictures Industries

In Sachen Handlung rollt der Regisseur Jon Watts (Clown, Cop Car) zum Glück nicht die gesamte Vorgeschichte neu auf. Der Zuschauer soll es als gegeben nehmen, dass Peter Parker bei seiner Tante May wohnt, und Onkel Ben offensichtlich tragisch aus dem Leben geschieden ist. Vielmehr gibt der Film von Anfang an Gas: Ein neuer Schurke, der Waffen mit Alientechnologie unter Straßenganoven verteilt, bedroht die Stadt. Er wird zu Spidermans neuem Gegner.

Rasante Handlung

Spiderman war in dieser Form bereits kurz während des letzten Avengers-Film, mit dem Titel "Civil War", zu sehen. Die Handlung dieses Spiderman-Films knüpft unmittelbar an den genannten Teil von Avengers an. Peter Parker kommt zurück in sein normales Leben und sehnt sich danach, dass sich die Avengers melden, und er wieder Superheld spielen darf. Sie tun es aber nicht. Dementsprechend sucht er sich neue Gegner - diesen findet er in dem Schurken Vulcron. Neben den hochtrabenden Plänen, die Stadt zu retten, gibt es aber auch die klassischen Probleme eines Teenagers. So bekommen wir eine bunte Mischung aus High School-Geschichten und Superhelden-Story geboten. Was anfangs nach einem schweren Spagat klingt, funktioniert letztlich überraschend gut - sowohl für Peter als auch für den Zuseher, bis sich beide Welten ungeplant berühren. Hier kann nur noch Tony Stark alias Iron Man helfen. Neben diesem bekannten Avenger sehen wir auch immer wieder Captain America, der mittlerweile für diverse Motivationsvideos zur Bildung Jugendlicher missbraucht wird.

Viel Humor

Die neue Umsetzung von Spiderman bietet vor allem eines: Jede Menge Humor. Sie wirkt dadurch deutlich frischer und weniger emotional bedrückend als die bisherigen Umsetzungen. Peter wird auch wesentlich jünger dargestellt, er ist ein 15-jähriger Jugendlicher mit ganz normalen Problemen. Zudem geht Marvel auch mit einigen offenen Fragen sehr humorig um. Was passiert, wenn Spiderman sich nirgends mit seinen Netzen andocken kann? Richtig - dann muss selbst der Superheld laufen oder vielleicht auch mal ein Auto entwenden.

Technisch hervorragend

In Sachen Technik gibt sich Marvel - wie immer - keinerlei Blöße. Der Film ist in gutem 3D produziert und soll ein Budget von fast 180 Millionen Dollar verschlungen haben. Marvel wollte bei der Wiedereingliederung von Spiderman nichts dem Zufall überlassen, geht dabei aber auch keine großen Experimente ein. Sein Gegenspieler ist beinahe klassisch und etwas langweilig, zumindest im Vergleich zu so aufwendigen Darstellungen wie Sandman oder Green Goblin. Dafür punktet die Darstellung durch bekannte Schauplätze. So spielt eine längere Szene direkt rund um das Weiße Haus in Washington.

Starpower

Bei den Hauptcharakteren bekommt der Zuschauer größtenteils neue unverbrauchte Gesichter zu sehen. Peter Parker wird von Tom Holland (Die versunkene Stadt Z, Im Herzen der See) gespielt, sein bester Freund von Jacob Batalon (North Woods). Ganz anders sieht es beim Antagonisten aus. In die Rolle von Vulture schlüpft Michael Keaton (Beetlejuice, Birdman). Vor allem dessen Vorgeschichte macht die Besetzung besonders überraschend: In den 80ern mimte er Batman, ein Superheld des großen Konkurrenten DC. Bei den Nebenrollen gibt es ebenfalls viele bekannte Gesichter: Robert Downey jr. gibt wieder Tony Stark, Chris Evans kommt als Captain America zum Einsatz und selbst Gwyneth Paltrow alias Pepper Potts bekommt einen kurzen Auftritt.

Trotz der gewagten Kombination neuer Darsteller mit bekannten Größen aus Hollywood können alle Charaktere auch außerhalb ihrer Kostüme wirklich punkten. Die beste, und spannendste Szene des Films ist gar eine völlig ohne Superhelden und oder viel Animation.

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Foto: Columbia Pictures Industries

Spiderman ist zurück

Auch wenn es einige Kritik an den beiden Filmreihen von Sony gab, mochte ich persönlich auch Toby Maguire und Andrew Garfield in dieser Rolle. Trotz allem ist "Spiderman Homecoming" der Spiderman-Film der letzten fünfzehn Jahre. Kein anderes Studio hat sich mittlerweile so viel Expertise im Genre der Superhelden angeeignet wie dieses. Der Film punktet durch gute Darsteller, eine tadellose technische Umsetzung und letztlich viel Humor. Peter Parker wird sich gut in die Reihe der Avengers einfügen und uns auch dort einiges an Spaß und Netz-Action bieten.

 

Weekend-Blogger Jan Gruber ist Blogger und Podcaster aus Leidenschaft. Seit über einem Jahrzehnt beschäftigt er sich aus diesem Hobby heraus viel mit Technik und Medien aller Art. Dennoch ist er kein Couchpotatoe, seine Freizeit genießt er beim Sport in der Natur. Für seinen Blog sieht er sich die neuesten Kino-Streifen an.

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