"Planet der Affen: Survival": Evolution oder Kampf ums Überleben?

Im Jahr 1963 veröffentlichte der Schriftsteller Pierre Boulle den Roman "Der Planet der Affen". Bereits fünf Jahre später wurde das Werk verfilmt und feiert seitdem über Generationen hinweg große Erfolge auf der Leinwand. Nach fünf Teilen in den späten 1960er und frühen 1970er-Jahren gab es eine Neuinterpretation 2001. Im Jahr 2011 wurde der Stoff dann neu aufgegriffen und "Planet der Affen: Prevolution" erzählte die Vorgeschichte. Mit "Survival" steht nun der dritte Film der neuen Reihe an.

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Foto: 20th Century Fox

Seit den ersten Worten des intelligenten Affen Cesar ist viel passiert. Der Virus, der den Primaten intelligent werden ließ, hat letztlich weite Teile der Menschheit dahingerafft. Während die Affen im zweiten Teil der Reihe - trotz eigener gesellschaftlicher Probleme - die Städte erobert haben, zogen sie sich nun in die Wälder zurück. Während sich die menschliche Zivilisation immer weiter zurückentwickelt, blüht die Gesellschaft der Affen auf und verzeichnet auch evolutionär erhebliche Fortschritte.

Die Seuche entwickelt sich weiter

Weiterhin machen die Menschen Jagd auf die Affen und gehen gezielt gegen den klugen Anführer Cesar vor. Der Krieg spitzt sich zu, beide Seiten haben markante Verluste zu verzeichnen. In den Vorgängern wurde die Motivation der Menschen, gegen die Affen zu kämpfen, nie erklärt. Jetzt haben aber auch die Menschen einen klaren Anlass zur Sorge. Der ursprüngliche Virus hat sich weiterentwickelt, sodass auch die Menschen, die bisher immun waren, infiziert werden können. 

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Foto: 20th Century Fox

Neue Bündnisse, interessante Erkenntnisse

Während des erbitterten Überlebenskampfes beider Rassen gibt es viel Raum für Emotionen und grandiose darstellerische Leistungen - völlig egal, ob es sich um die Seite der Menschen oder die der - via Motion-Capturing dargestellten - sehr menschlichen Affen handelt. Die Rolle des Antagonisten übernimmt Woody Harrelson ("Die Tribute von Panem", "Die Unfassbaren"), Cesar wird wieder vom Bewegungskünstler Andy Serkis gespielt (Gollum in "Herr der Ringe"). 

In den bisherigen Teilen waren die Rollen sehr einfach und stereotyp verteilt. Survival öffnet sich hier etwas, dadurch wird die sonst sehr einfache Handlung deutlich komplexer. Erste Menschen schließen sich den Affen an, auf der anderen Seite wenden sich aber auch Primaten von Cesar ab und unterstützen das Militär. Neben dem alten Krieg gibt es damit auch weiter wachsende innere Unruhen auf beide Seiten, wodurch auch die Handlung nicht mehr so vorhersehbar ist. Zusätzlich gibt es interessante Erkenntnisse um die Anfänge der Evolution. Wir lernen Bad Ape kennen - ein Affe aus dem Zoo, der eigenständig sprechen lernte. Gingen wir bisher davon aus, dass alle Affen von Cesar gelernt haben, stellt Bad Ape diese Ansicht völlig auf den Kopf. Es wäre möglich, dass es noch andere, intelligente, Stämme in anderen Teilen der Erde gibt. 

Beeindruckend inszeniert

Die technische Umsetzung ist - wie bei den beiden Vorgängern - auf einem Top-Niveau. Der Regisseur Matt Reeves hat die üppigen 150 Millionen US-Dollar Budget mehr als beeindruckend eingesetzt und überzeugt sowohl in den detailverliebten ruhigen Szenen, als auch in den gewaltigen Action-Sequenzen und Kämpfen. Wahlweise wird der Film auch im sogenannten 4DX-Format angeboten - dabei handelt es sich um 3D-Kino mit zusätzlichen Bewegungs-, Vibrations-, Wasser-, Licht- und Raucheffekten. 

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Foto: 20th Century Fox

Der Kampf geht weiter

Es fällt schwer "Planet der Affen: Survival" einzuordnen. Der Film vereint zwei sonst sehr konträre Stärken. Einerseits punktet der Film durch sehr ruhige, emotionale und zivilisationskritische Passagen, andererseits gibt es enorme Kämpfe und Schlachten, die jedem großen Actionfilm Konkurrenz machen können. Bei aller Mühe bleibt die Geschichte größtenteils sehr vorhersehbar, das tatsächliche Ende wird den meisten Kinobesuchern bereits nach zehn Minuten klar sein. In diesem Sinne ist vor allem der 140 Minuten lange Weg das Ziel - ein Motto, dem die Reihe als Vorgeschichte bereits seit Jahren gewohnt gut treu bleibt. 

 

Weekend-Blogger Jan Gruber ist Blogger und Podcaster aus Leidenschaft. Seit über einem Jahrzehnt beschäftigt er sich aus diesem Hobby heraus viel mit Technik und Medien aller Art. Dennoch ist er kein Couchpotatoe, seine Freizeit genießt er beim Sport in der Natur. Für seinen Blog sieht er sich die neuesten Kino-Streifen an.

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