Das bin ich: Lilo, der Parson Russell Terrier

Auf den ersten Blick sehen wir wie süße kleine Kuscheltiere aus. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch, dass weit mehr in uns Parson Russell Terriern steckt.
Seinerzeit für die Jagd gezüchtet und vielerorts dafür auch noch stets in Verwendung, mutiert unsere Rasse jedoch mittlerweile mehr zum Familienhund. Geprägt von unserer Abstammung bleibt ein Merkmal jedoch stets erhalten - der Jagdtrieb.

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Foto: Anna Gratzer

Hallo ihr lieben und neugierigen Hundefreunde und Hundefreundinnen!

Nachdem mein Frauchen und ich uns mittlerweile wieder gut in Österreich eingelebt haben, habe ich nun endlich Gelegenheit, mich richtig vorzustellen. Da der eine oder die andere ja meine Cornwall-Reiseberichte brav mitverfolgt hat, stellt ihr euch ja vielleicht die Frage, wie ich als Hund denn überhaupt so bin.

So lieb und knuddelig wir Terrier auch aussehen, so viel Energie muss auch entsprechend in unsere Erziehung gesteckt werden. Mein Frauchen bestätigt das euch gerne, die kann nämlich ein Lied davon singen.!

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Foto: Anna Gratzer

Das sollte man über Parson Russell Terrier wissen

Struppiges Fell, ein frecher Blick, große Markierungen um die Augenpartie herum, so sehe ich, Lilo, aus. Ich bin eine aufgeweckte junge Hündin, die nur so von Energie strotzt. Am liebsten habe ich es, wenn mein Frauchen mit mir trainiert. Das kann im Freien auf der Wiese sein oder auch zu Hause bei einem Spiel. Ich habe es gerne, wenn ich meinen Kopf anstrengen muss, so kann mich auch mein Frauchen am besten auspowern. Neben meinem täglichen Training liebe ich es, beim Spaziergang dem Ball hinterher zu laufen. Den darf mein Frauchen dann auch ganz oft und weit werfen. Am liebsten gehe ich dieser Beschäftigung in Cornwall am Strand nach, hier in Österreich genügt mir aber auch eine große Wiese. Das Spielen mit anderen Hunden habe ich auch gerne, und normalerweise verstehe ich mich mit allen. Ich kann aber auch ganz schön zickig sein, das zeige ich am liebsten dann gleich mit einem lauten Bellen. Mit dem richtigen Kommando oder einer Ablenkung ist auch diese Unart gleich abgetan.

Mein Frauchen kennt mich gut und weiß, wie sie mit mir umzugehen hat. Ich habe nämlich auch einen sehr guten Geruchssinn. Wenn ich frei von der Leine laufen darf, und mein Frauchen bemerkt, dass ich eine Fährte aufgenommen habe, kann sie mich im richtigen Moment zu sich zurückrufen. Verpasst sie den Moment, und ich bin der Fährte bereits auf der Spur, dann kann es schon mal vorkommen, dass ich meine Ohren zuklappe und so tue, als würde ich sie gar nicht hören. Ihr sollt wissen, wir Parson Russell Terrier haben unseren eigenen kleinen Dickschädel und können dementsprechend auch schon gerne mal ganz schön stur und eigensinnig sein.

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Foto: Anna Gratzer

Typisches Verhalten

Zu dem typischen Verhalten zählen einige Merkmale. Da hätten wir unseren unbändigen Jagdtrieb, unser starkes Gebiss, das schon mal kräftig zubeißen kann, wenn uns etwas nicht passt, und unseren Bewegungsdrang. Wir können komplette Energiebündel sein und gleichzeitig wie Coach Potatoes richtig mit euch abhängen und faulenzen. Meistens sind wir gut drauf und verbreiten Lebensfreude und Heiterkeit.

In Sachen Erziehung müsst ihr Hundehalter uns ganz schön konsequent erziehen. Wir brauchen strenge und klare Regeln, ansonsten tanzen wir euch gerne auf der Nase herum. Auch ich sage meinem Frauchen schon mal gerne, was sie zu tun hat. Dies vor allem, wenn's ums Thema Essen geht. Habe ich nämlich Hunger, dann wird so lange genervt, bis mein Frauchen nachgibt und ich meinen Hunger stillen kann. Mittlerweile bin ich über ein Jahr alt und so richtig in meiner Pubertät. In dem Sinne ist es mit der bloßen Welpen-Erziehung bei einem Parson Russell Terrier nicht erledigt. Meine Hunderasse braucht stets "Gehirnfutter". Wenn ihr euch nämlich nicht dauernd mit uns beschäftigt, werden wir unruhig und verhaltensauffällig. Ein paar Trainingseinheiten (ideal jeweils fünf Minuten) über den Tag verteilt schaden euch nicht, und ihr tut uns Hunden damit etwas Gutes.

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Foto: Anna Gratzer

Besondere Merkmale

Ob struppig (Rauhaar), mit mittellangem Fell (broken) oder kurz (Kurzhaar) - es gibt uns mit kurzen und langen Beinen. Die ideale Größe eines Parson Russell Terrier-Rüden liegt bei 36 cm und bei einer Parson Russell Terrier-Hündin bei 33 cm. Obwohl ich ein wenig kleiner bin, habe ich bereits in meiner Jugend als “Best Junior” bei der letztjährigen Hundeausstellung in Graz den ersten Platz abgeräumt.

Krankheiten

Wie die meisten Rassen heutzutage hat auch meine mit erblich bedingten Krankheiten zu kämpfen. Dazu zählt zum Beispiel der erbliche Katarakt (graue Star), die Patellaluxation ("locker" sitzende Kniescheibe) oder angeborene Taubheit. Von letzterer war meine Hunde-Schwester Amelie betroffen. Trotz aller Untersuchungen kann dies leider immer wieder passieren.

Ein Vorteil ist dafür, dass wir sehr robuste kleine Hunde sind. Wenn ihr Menschen euch gut um uns kümmert, euch darüber Gedanken macht, welches Fressen in unseren Futtertopf kommt und mit uns regelmäßige Spaziergänge macht, dann sehen wir den Tierarzt nur zum Impfen und beim Abholen von Wurmtabletten, sowie Floh- und Zeckenmitteln.

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Foto: Anna Gratzer

Natürlich sind jeder Hund und jede Rasse anders. Am meisten liebt mein Frauchen an mir, dass ich im Grunde jeden Tag gut aufgelegt bin. Ich bin immer lustig und munter und bringe sie mit meinem Verhalten oft und gerne zum Lachen.

Bis zum nächsten Mal,

Eure Lilo

 

Weekend-Bloggerin Anna Gratzer kommt aus Klagenfurt. Für weekend.at schreibt die passionierte Hunde-Liebhaberin über Reiseerlebnisse und Alltagsgeschichten aus Sicht ihrer Hündin Lilo (Parson Russell Terrier).

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