Seit 18 Monaten Mutter: Was würde ich anders machen?

Vielleicht stellt sich so manche Mama die Frage, welche Dinge sie, rückblickend auf das erste Lebensjahr des Kindes ändern würde. Auch ich habe mich in ruhigen Minuten mit der Frage "Was würde ich anders machen" auseinandergesetzt.

Janine  Sparer Kind - Cover
Foto: Janine Sparer

Und schwups sind 18 Monate vorbei

Unser Konstantin ist nun bereits 1 ½ Jahre. Ich kann es nicht glauben. Die Zeit, wie er vom Baby zum Kleinkind herangewachsen ist, verging wirklich viel zu schnell. Es steht ein kleiner Mensch vor mir, mit dem man so viel Spaß haben kann, und der Tag für Tag neue Fähigkeiten erlernt.

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Foto: Janine Sparer

Beim Durchblättern älterer Bilder versetze ich mich oft in diesen einen Moment: der Schnappschuss, wie er zum ersten Mal gelächelt hat oder er sich voller Stolz in die Rückenlage gerollt hat und schließlich und endlich tüchtig im Haus unterwegs ist und mich ordentlich auf Trab hält.

Anfangs denkt man, man hätte so viel Zeit, aber die ersten zwei Lebensjahre sind im Nu vergangen, und man beginnt vielleicht wie ich über diese Zeit nachzudenken. Rückgängig gemacht werden kann leider nichts, deshalb ist es doch sinnvoll, genau diese intensive Zeit auszukosten, sie kommt nicht wieder zurück.

Von Anfang an gut vorbereitet

JEDE Mama möchte das Beste für ihr Kind. Die meisten beginnen eben so wie ich in der Schwangerschaft sich mit dem Thema Baby und allem Drum und Dran auseinanderzusetzen.

Wenn das kleine Wunder noch im Bauch wohnt, kann frau sich, sofern es das erste Baby ist, nicht so ganz vorstellen, was auf sie zukommt. Man kann es nur erahnen und sich aus Erzählungen anderer Mamis das Leben mit Kind etwas ausmalen. Es ist nämlich wirklich oft anders als erwartet, wird von vielen auch unterschätzt (was ich auch schon gehört habe) und verlangt uns schon mal so einige unserer Nerven ab. Die sind es aber auf alle Fälle wert.

Die einen Mamas möchten sich gerne für jeden Kurs sowie diverse Informationsangebote anmelden, andere wiederum lassen viel lieber alles auf sich zukommen und halten Yoga, Osteopathie und Akupunktur für einen Humbug.

Schwangerschafts-Yoga, Paar- Geburtsvorbereitungskurs ...

Ab dem Zeitpunkt, an dem zwei Striche am Schwangerschaftstest aufleuchten, dreht sich fast ausschließlich alles um das Thema "Baby". Für jede Schwangere ist eine ideale Vorbereitung auf die bevorstehende Geburt und das Leben mit Baby ein absolutes Muss. Von Büchern über Hörbücher, Videos, Kursen, Massagen - mittlerweile gibt es tatsächlich schon ein sehr breites und vor allem vielseitiges Angebot.

Anfangs gehörte ich zu diesen Schwangeren, die unbedingt alles auf einmal machen wollten, doch nach ein paar Stunden Vorbereitungskurs und wenigen Yoga-Besuchen hatte ich einfach keine Lust mehr. Mich plagten Rückenschmerzen, somit war es eine Qual zu sitzen, zu liegen bzw. diverse Übungen zu machen. Ich bereue es nicht, diese Kurse frühzeitig beendet zu haben. Ich habe dafür ein sehr informatives Buch mit vielen Anleitungen gelesen und mir einige Videos im Internet zunutze gemacht.

Was ich persönlich auf jeden Fall weitergeben kann ist die geburtsvorbereitende Akupunktur, welche zwar nicht immer angenehm war, aber meiner Meinung nach etwas bewirkt hat.

Kinderwagen, Autositz & Co.

Dieses immense Angebot an hunderten Kinderwägen, Buggys, Babyschalen, Autositzen, Hochstühlen und Babywippen ist mittlerweile unüberschaubar und überfordert einige Eltern maßlos. Ich selbst war wochenlang damit beschäftigt und habe sowohl Marken verglichen als auch Erfahrungsberichte gelesen. NICHTS wird laut Stiftung Warentest mit der Note "Sehr Gut" beurteilt. Schön soll er aussehen, praktisch soll er sein, leicht in der Handhabung und auf alle Fälle viele Monate ein täglicher Begleiter sein. Ja, so sollte der allererste Kinderwagen für das erste Kind sein - für viele ganz neu mit vielen Extras.

Er muss allerdings nicht ganz neu gekauft werden, denn es gibt viele Gebrauchte in einem guten, gepflegten Zustand. So haben wir uns auch nach meiner gefühlten endlosen Suche entschieden, einen Kombi-Kinderwagen zu übernehmen, da Konstantin unser einziges Kind bleiben wird. Obwohl ich mit diesem robusten Wagen einerseits zufrieden war, war er andererseits ein kleines Schwergewicht und nach einem ¾ Jahr haben wir diesen schlussendlich durch einen leichteren Buggy ersetzt.

Früher wusste ich es nicht besser, allerdings wird man mit der Zeit und vor allem beim täglichen Gebrauch mit bestimmten Dingen schlauer. Aus diesem Grund würde ich Kinderwagen, Hochstuhl, Maxicosi und Fellsack, so wie sie sind/waren, nicht mehr kaufen.

Ratschläge von anderen

Andere Mamis können oft ganz schön anstrengend sein. Aber auch innerhalb der Familie wollen viele alles besser wissen, eben weil sie ja selbst vor Jahrzehnten Kinder erzogen haben. Als Mama weiß man allerdings oft am besten, was dem eigenen Kind gut tut und was eben nicht.

Sätze wie "Wann bekommt denn dein Kind Zähne", "Kann er schon sitzen/gehen?", "Wann geht er denn aufs Töpfchen?", "Du gibst ihm zwischendurch etwas zu essen?", "Dein Kind bekommt Fertig- Gläschen?", hört man immer mal wieder. Auch durch Gespräche mit anderen Müttern erfährt man ab und zu mal von diesen nervigen Fragen und Belehrungen anderer. Man wird teils kritisiert, wieso und warum das eigene Kind manche Dinge noch nicht macht/kann. Aber ganz ehrlich: Jedes Kind ist individuell in seiner Entwicklung. Sie erlernen oft vieles schneller als man glaubt.

Der beste Tipp: Solche Ratschläge dankend annehmen, ob man sie umsetzt, bleibt einem am Ende selbst überlassen.

Familienglück

Ich möchte behaupten, wenn ich Konstantin heute ansehe, dass ich bzw. wir eigentlich alles richtig gemacht haben. Er ist ein aufgeweckter, aktiver, überwiegend lustiger kleiner Bursche mit äußerst starkem Charakter und einer sehr einfühlsamen Art. Wir lieben ihn so wie er ist – er hätte einfach nicht besser sein können. ER ist genau der Richtige und kein anderes Kind könnte unser Leben so bereichern wie er es tut. Eine gute Mischung aus Mama und Papa, sei es charakterlich als auch äußerlich. Wenn man ihn ansieht, schmilzt man einfach dahin.

Könnte eine bestimmte Person diesen kleinen Jungen sehen, wäre sie stolz ... auf ihn, auf uns und darauf, Oma von so einem zuckersüßen freundlichen Burschen zu sein.

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Foto: Janine Sparer

Es gibt wirklich nicht so viele Dinge die ich verändern oder gar rückgängig machen würde. Einige Anschaffungen würde ich heutzutage überlegter angehen bzw. mir die Frage stellen, ob diese auch wirklich vonnöten sind, aber so geht es bestimmt auch vielen Mamis da draußen. Hört auf euer Bauchgefühl und zieht nicht unbedingt immer mit der Masse mit.

 

Weekend-Bloggerin Janine Sparer ist mit Leib und Seele Mutter. Kochen ist nur eine von vielen Interessen der vielseitigen Gastautorin, die beruflich in der Medical Beauty-Branche tätig ist. Auf weekend.at teilt sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen Müttern - und allen, die es werden wollen.

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