Wehwechen einer Mama

Ja, als Mama zeigen sich schon mal einige Wehwechen - eben die typischen Spuren des Mamadaseins und Frauenleiden, die uns mehr als ein halbes Leben lang täglich begleiten.

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Foto: Janine Sparer

In einer Zeit, in der man vehement versucht, schwanger zu werden und davor alles an Hormonen abgesetzt hat, durchläuft der Körper einer Frau unvorstellbare Höhen und Tiefen. Menschen, die noch nie mit solchen Schwankungen zu tun hatten, beneide ich wirklich.

Hormone und ihre Wirkung auf den weiblichen Körper

Vor vielen hundert Jahren kannten die Frauen die monatlichen Regelblutungen kaum. Sie gebaren Kinder, stillten diese und wurden wieder schwanger. Somit hatten diese keine so krassen Hormonschwankungen. So erklärte mir dies mein Gynäkologe vor kurzem.

Heutzutage kommen viele Frauen nicht mehr mit ihren eigenen Hormonen im monatlichen Zyklus zurecht. Um nur einen Faktor zu nennen: PMS (Prämenstruelles Syndrom: hohe Empfindlichkeit an fruchtbaren Tagen begleitet von Kopfschmerzen und/oder Übelkeit; heftige und starke Regelschmerzen und -Blutungen; Stimmungsschwankungen etc.). Ein großes Thema bei vielen jungen Mädchen aber auch Frauen ab Mitte 20 ist die unreine Haut.

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Foto: Janine Sparer

Unreine Haut

Hormonell bedingt leiden viele Frauen, so wie ich, an unreiner Haut. Und es ist einfach nur ziemlich lästig, sich im Erwachsenenalter mit diesen fiesen, auch oft schmerzhaften Pickeln herumschlagen zu müssen. Meist ist dies tatsächlich auf ein hormonelles Ungleichgewicht zurückzuführen.

So wirklich langfristig hat bei mir so gar nichts helfen wollen (und so einige wissen, wie sehr ich Kosmetikprodukte liebe und schon oft experimentiert habe). Aufgrund dessen und, was noch viel wichtiger ist, weil mein Körper mit diesen vielen Auf und Abs im monatlichen Zyklus nicht ganz zurecht kommt (und ich mich ehrlich gesagt auch nicht länger damit beschäftigen möchte), wird demnächst wieder mit dem kleinen Pillchen angefangen und auf Besserung gehofft.

Baby-Blues

Das überwältigende Gefühl, sein Neugeborenes im Arm halten zu können, ist unbeschreiblich, woran ich mich oft und gerne zurück erinnere (nicht aber an die höllischen Schmerzen davor, während und danach). Dankbar, dass alles gut gelaufen und das Baby wohlauf ist, ist an diesem doch besonderen Tag das Wichtigste. Es gibt Mütter, für die sich das Leben ab diesem Zeitpunkt zur kleinen Qual entwickelt. Das gewünschte und erhoffte Mama-Glück bleibt aus und der bekannte Baby-Blues schleicht sich ein.

Viele Tiefs, ein Nichtzurechtkommen mit dem Stillen des eigenen Kindes, pure Frustration, weinerlich sein, vielleicht auch ein Geburtsschock sind nur ein paar wenige Gründe dieser Wochenbettdepression, die genauso weit darüber hinausgehen kann. 

Der Körper einer Frau hat nach einer Geburt Großes zu bewältigen: die gesamte Rückbildung dauert seine Zeit, und die Schwangerschaftshormone bilden sich zurück, da kann es ganz schön oft vorkommen, dass einem alles zu viel wird. Wieder eine Zeit, in der wir Frauen hormonell auf Hochleistung (nebenbei) laufen und zudem viel leisten müssen.

Rückenschmerzen

Die bekanntesten Schmerzen bei uns Mamis: der Ischias-Schmerz. So ziemlich jeder ist dieser Schmerz ein Begriff. Er sitzt tief im unteren Bereich des Kreuzes und kann sich bereits während der Schwangerschaft schon bemerkbar machen. Man verspürt ein Ziehen, Stechen, kann vielleicht gar nicht gut das rechte Bein anheben und manche Bewegungen wie nach langem Sitzen aufzustehen können zur Qual werden.

Wenn das Baby mal da ist, wird es die erste Zeit viel herumgetragen. Babys lieben es, und das intensive Kuscheln möchte ich auch gar nicht missen. Anfangs 4 Kilogramm, ist es vielleicht noch nicht so intensiv spürbar. Wenn die kleinen Wonneproppen aber an Gewicht zulegt haben, schleppt Mama dann schon mal 10 Kilogramm umher: Das Kreuz wird (sehr oft auch einseitig) belastet, und es meldet sich wieder der beleidigte Ischiasnerv. Ich spüre ihn sogar heute fast täglich und hatte viele Monate über Schmerzen. Wochenlang so extrem, dass mir nachts beim Wickeln von Konstantin sogar Tränen in die Augen schossen. Eine Besserung gibt es auch nur, wenn die Belastung verringert wird, was häufig gar nicht möglich ist. Da heißt's einfach auch: Augen zu und durch.

Die Demenz

Welche Mama kennt es nicht: "Was, wir haben für morgen etwas ausgemacht?", oder "Was wollte ich jetzt schnell nochmal notieren?" und "Ich wusste doch immer wie dieses Lied heißt ..." Ob man es glaubt oder nicht, es gibt sie, zumindest hat sie sich bei mir deutlich erkennbar gemacht und bei vielen Mamis, die ich kenne. Angefangen von der Schwangerschaftsdemenz über Stilldemenz hat sich nun seit langem die Karenzdemenz über mich hergemacht.

Ich habe sogar darüber gelesen, dass sich bei Frauen in der Schwangerschaft und nach der Geburt durch den veränderten Hormonhaushalt Gedächtnisprobleme erkennbar machen. Wahnsinn oder? Wir Mamis haben durch Schlafmangel (vor allem durch Unterbrechungen in den Tiefschlafphasen)  und infolge weniger Erholungsphasen vermehrt Konzentrationsschwierigkeiten. Das begleitende Symptom: die Vergesslichkeit. Da könnte ich wirklich schon ein Buch darüber schreiben. Sie packt einen einfach - von Null auf Hundert. Manche Dinge erscheinen einem nicht mehr relevant, und die Aufmerksamkeit liegt - wie wir wissen - die ersten Monate voll und ganz beim Baby.

Ich hoffte ja auf Besserung, doch ich vermute, die Karenzdemenz dauert noch etwas an. Wie man sieht, werden wir Frauen mit vielen Dingen - beginnend in der Pubertät und wohl erst endend nach den Wechseljahren - belastet. Ein nie enden wollendes Hormonchaos in unserem Körper, für das es leider so gar kein hilfreiches Hausmittelchen gibt.

Wir Frauen sind einfach - und das muss gesagt werden - das stärkere Geschlecht.

 

Weekend-Bloggerin Janine Sparer ist mit Leib und Seele Mutter. Kochen ist nur eine von vielen Interessen der vielseitigen Gastautorin, die beruflich in der Medical Beauty-Branche tätig ist. Auf weekend.at teilt sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit anderen Müttern - und allen, die es werden wollen.

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