Londons Märkte, Teil 2

Wie schon so oft erwähnt, bin ich ein riesiger Fan von Londons vielfältigen Märkten geworden. Es ist unglaublich wie viele es davon gibt, und an welchen Orten sie zu finden sind. Über die letzten Wochen hinweg habe ich wieder einige für mich entdeckt und möchte das natürlich mit euch teilen.

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Covent Garden Foto: Lisa Krempl

Leadenhall Market: Dieser ziemlich einzigartige Ort ist streng genommen eigentlich kein Markt, zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Es handelt sich um eine Passage, die mich irgendwie an Mailand erinnert. Nicht nur wegen der Ähnlichkeit der Gebäude, sondern auch der Produkte und deren Preise kann man sie mit der "Galleria Vittorio Emanuele" in Mailand vergleichen. Designer-Geschäfte und Delikatessen-Läden, Schneider, exklusive Pubs und Cafés reihen sich hier aneinander. Leadenhall Market mag vielleicht vielen von euch vertraut vorkommen: Das liegt daran, dass er als Vorlage für die "Winkelgasse" in den Harry Potter-Filmen diente. Das macht diesen Ort natürlich gleich viel zauberhafter!

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Foto: Lisa Krempl

Maltby Street Market: Dieser Markt hat mich einiges an Nerven gekostet, da die Busverbindungen dorthin - na ja - ziemlich lasch sind, um es milde auszudrücken. Von der Bushaltestelle ausgehend war ich für ziemlich lange Zeit davon überzeugt, mich verirrt zu haben, da außer Wohnhäusern weit und breit nichts zu sehen und auch keine Menschenseele unterwegs war ... Schließlich vernahm ich aber den Geruch von Essen und hörte Stimmen und Musik. Ich ging also, wie Google Maps es empfahl, an Eisenbahnbögen neben der Straße entlang, während über mir die Züge hinweg ratterten, bis ich einen Durchgang fand und so schließlich auch den Markt. Die einzelnen Stände reihen sich eng aneinander und verstecken sich in und unter den Eisenbahnbögen, was dem ganzen einen ulkigen und baustellenhaften Flair verleiht. Angeboten wird eigentlich "nur" Street Food, davon aber reichlich und aus aller Welt. Tatsächlich habe ich sogar einen österreichischen Stand entdeckt, mit Leberkäse und Schnitzel und allem Drum und Dran. Meine Freude wurde sogar noch größer, als ich herausfand, dass die Verkäufer waschechte Österreicher waren, die gleich ein kleines Pläuschchen mit mir in unserer geliebten Mundart begannen.

Brixton Market, Electric Avenue: Dieser Markt war für mich eine völlige Überraschung und hat mich wirklich geflasht. Da ich nun doch schon einige Märkte besucht hatte, dachte ich, ich wüsste, was auf mich zukommt, doch dem war nicht so. Brixton Market ist ein Multi-Kulti-Ort, und ich hatte wirklich das Gefühl, plötzlich nicht mehr in London zu sein. Verschiedenste Sprachen und Menschen und eine riesige Vielfalt an exotischen und außergewöhnlich Speisen, Früchten und Produkten. Ich war tatsächlich ein wenig überfordert mit den vielen Eindrücken, den lauten Marktschreiern und den ebenso lauten Kunden. Ein außergewöhnliches Spektakel, das auf jeden Fall spannend war, und nichts gleicht, was ich bisher hier auf Märkten gesehen habe.

Southbank Book Market: Als Bücherwurm einen Büchermarkt ausfindig zu machen ist schon mal ein Glückstreffer. Und wenn diese Bücher dann auch noch um 2 oder 3 Pfund verkauft werden, dann ist das noch die Kirsche auf dem Sahnehäubchen! Der Southbank Book Market befindet sich unter einer Brücke direkt an der Themse und findet dort jeden Tag statt. Egal bei welchem Wetter! Trotzdem würde ich empfehlen, den Bücherflohmarkt an einem sonnigen, warmen Tag zu besuchen. Denn dann trauen sich natürlich auch mehr Verkäufer ihre wasser-empfindliche Ware anzupreisen als an einem regnerischem stürmischen Tag, an dem ich dort war. Das Angebot fiel leider etwas zurückhaltend aus ...

Covent Garden Market, Jubilee Market: Covent Garden stand schon lange auf meiner To-Do-Liste, doch während meine AuPair-Kolleginnen dies schon zu Anfang ihres Aufenthalts abhaken konnten, hab' ich das immer hinausgeschoben und vergessen. Warum? Keine Ahnung! Covent Garden gehört auf jeden Fall zu den bekanntesten Orten Londons, wo man mit vielen Passanten und Touristen rechnen muss. Trotzdem ist es, wie ich schließlich feststellen konnte, einen Besuch wert. Der Gebäudekomplex, der überdacht und zweistöckig ist beherbergt vor allem Restaurants, Cafés und kleine Boutiquen, die zum Durchschlendern und Schaufenster-Shoppen wie geschaffen sind. Direkt vor Covent Garden befindet sich noch etwas unscheinbar der Jubilee Market, der mehr auf Vintage, Second Hand und Souvenirs ausgerichtet ist. Alles in allem zwei tolle Orte, um einfach einen Happen zu essen und ein paar mehr oder weniger unnötige Dinge zu kaufen.

Alle diese Märkte sind genauso unterschiedlich wie vielfältig, und jeder einzelne von ihnen hat etwas Besonderes an sich. Ich habe mir überlegt, am Ende meinen Lieblingsmarkt zu verraten, aber um ehrlich zu sein, fällt mir die Entscheidung schwer, da sie alle so verschieden und damit schwer zu vergleichen sind. Ich überlasse es also euch, das zu entschieden und vielleicht sogar selbst herauszufinden!

 

Weekend-Bloggerin Lisa Krempl liebt es, den Globus zu erkunden und ihre Eindrücke und Erlebnisse schriftlich festzuhalten. Als Au Pair lässt die frisch gebackene Maturantin ihre Leser auf weekend.at an ihrem Alltag teilhaben.

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