Mit den Öffis unterwegs: Maulkorb- und Leinenpflicht!

Wenn wir Ausflüge mit dem Auto machen, hat Aragon seinen festen Platz im Kofferraum. Aber bei Entdeckungstouren innerhalb von Wien fahren wir lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. So ist man in höchstens einer Stunde am Ziel, und die Fahrt alleine ist schon ein aufregendes Abenteuer.

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Foto: SMc

Was wir auf keinen Fall vergessen dürfen, wenn eine Fahrt mit den Wiener Linien ansteht, ist der Beißkorb, denn der ist in den Öffis Pflicht für alle Hunde. Leinenpflicht ist auch, aber das kennen wir ja schon vom alltäglichen Spazierengehen. Zuerst kommt der Maulkorb in den Rucksack, und dann kurz vor der Haltestelle lege ich ihn Aragon an. Er ist ihn nicht wirklich gewohnt, da er nur selten mit Autobus, Bim oder U-Bahn mitfährt. Überraschenderweise hat er damit aber gar kein Problem, er steckt die Nase sogar freiwillig rein! Ob das an den Leckerlis liegt, die er massenhaft beim ersten Beißkorbtraining als Welpe durch das ledrige Gitter verspeisen durfte?

Mangels Routine wurden wir einmal jedoch von einem Busfahrer, noch bevor wir zur hinteren Tür einsteigen konnten, lautstark über Lautsprecher ermahnt: "Wo ist der Beißkorb? Ohne können S' net mitfahr'n!" Puh, zum Glück war er gleich griffbereit, und wir mussten nicht auf den nächsten Bus warten, auch wenn's beim Einsteigen länger gedauert hat, denn Aragon war etwas zögerlich, als er vor der hohen Stufe ins Businnere stand. An dieser Stelle nochmal: "Danke, lieber Busfahrer, für deine Geduld!"

Wenn ich einen freien Platz ergattere, macht Aragon brav neben mir "Sitz", aber beim Geschaukel um die Kurven herum findet er es besser, sich hin zu legen. So kommen wir bei der U-Bahn-Station an und machen uns auf den Weg, die Stiegen hinunter zum Bahnsteig.

Treppen mag Aragon nicht besonders gerne. Es ist mir schon passiert, dass er sich einfach weigert, hinunter zu gehen, und ich sämtliche Überredungskünste und Leckerli aufbieten musste, um ihn in die richtige Richtung zu bewegen. Deshalb weiche ich auch - wenn's kein allzu großer Umweg ist - auf den Aufzug aus. Den ist Aragon schon von unserem Haus gewöhnt.

Rolltreppen sind für Hunde übrigens verboten, es wäre auch viel zu gefährlich für sie, mit all den Spalten und Ritzen - vor allem am Ende, bevor man runtersteigt, da könnten die Pfoten eingeklemmt werden.

Auf dem Bahnsteig angekommen, wird der Beißkorb langsam lästig, und Aragon stupst damit gegen mein Bein, reibt die Schnauze an meinen Stiefeln und will das unbeliebte Accessoire abstreifen. Zum Glück passt der Maulkorb gut und lässt sich nicht so einfach loswerden.

Als der Zug einfährt, vergisst Aragon seine Einschränkung und ist zum Glück für eine Weile davon abgelenkt. Einsteigen ist hier ein Klacks, denn es geht ebenerdig direkt ins Abteil. Momentan ist auch nicht viel los, und wir finden einen Platz, wo Aragon sich fein auf dem Boden ausbreiten kann. Von Station zu Station steigen mehr Leute ein, aber zu uns setzten sich nur welche, die kein Problem mit Hunden haben. Andere suchen sich einen Platz weiter von uns entfernt. Aragon ist – wie immer – die Ruhe selbst und wartet, bis von mir ein Signal kommt, wie es weiter geht.

Vor unserer Endstation erkläre ich Aragon mit ruhiger Stimme, dass wir bald aussteigen und gleich zur Tür gehen. Er versteht alles! Jedenfalls schaut er mich mit wissendem (oder erwartungsvollem?) Blick an. Auf jeden Fall folgt er mir auf mein Kommando "Komm!" und wir warten, dass sich die Türen öffnen.

Die Fahrt hat sich gelohnt. Wir erkunden einen Stadtteil, wo wir noch nie waren, gehen durch unbekannte Gassen und besuchen auch eine große Hundezone. Ein Highlight für Aragon, der alles beschnuppert und sich freut, neue Hundebekanntschaften zu machen!

Später auf dem Heimweg liegt mein Hund in der U-Bahn ausgepowert zu meinen Füßen und träumt von verschiedenen Düften und vom Spielen mit der Golden Retriever-Dame und dem schwarzen Labrador. Wenn er im Schlaf gurgelnde Belllaute und ein sanftes Knurren ausstößt, denkt er vielleicht an den Dackel, seinen Konkurrenten, der die Goldie-Dame auch sehr anziehend fand?

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Warum HALT Foto: SMc

Die Ausflüge mit den Öffis sind immer ein Erlebnis, aber bitte daran denken, für den Vierbeiner ein Halbpreis-Ticket zu kaufen, damit er nicht schwarz fährt :-)

Bis bald!

Liebe Grüße

Eure Silvie mit Aragon

 

Silvia Mc Intyre lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und Hund in Wien. An ihrem abwechslungsreichen Familienleben lässt die vielseitig interessierte Weekend-Bloggerin unsere Leser teilhaben.

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